Eine Frage des Geschmacks

Wie kann Kosmetik ganzheitlich sein?

Kosmetikflasche auf einem Teller, umringt von Blumen.

Bild: shutterstock


Was die besondere Qualität von Demeter-Kosmetik ausmacht, erklärt die Naturkosmetik-Pionierin Martina Gebhardt.

Wenn man über biodynamische Pflegeprodukte spricht, kommt man an ihr nicht vorbei: Martina Gebhardt hat in den 1990er-Jahren maßgeblich die Richtlinien der Demeter-Markengemeinschaft für biodynamische Naturkosmetik mitentwickelt. „Das Besondere an Demeter-Kosmetik sind nicht nur die besonders wertvollen Inhaltsstoffe und ihre werterhaltende schonende Verarbeitung, sondern vor allem ihre grundlegende Ausrichtung am ganzheitlichen Anspruch der Biodynamischen Wirtschaftsweise“, erklärt Martina Gebhardt. Ihre gleichnamige Kosmetik ist komplett Demeter-zertifiziert – und dies aus voller Überzeugung: „Ich verstehe uns Menschen als Teil eines größeren Kreislaufs, und dass dieser Gedanke bei Demeter eine so große Rolle spielt, hat mich begeistert. Denn in der biodynamischen Landwirtschaft wird eine Harmonie von Natur, Pflanze, Tier und dem Menschen angestrebt. Tiere spielen eine große Rolle, denn ihr Mist dient als natürlicher Dünger – sie sind ein wichtiges Glied in diesem Prozess des Werdens und Vergehens.“ 

Das Besondere an Demeter-Kosmetik:

  • Demeter-Rohstoffanteil von 90 Prozent bei pflanzlichen Bestandteilen
  • hohe biologische Abbaubarkeit
  • werterhaltende Verarbeitung ohne chemisch-synthetische Zusatzstoffe
  • absolute Transparenz in der Deklaration
  • konsequenter Verzicht auf Mineralöle, Benzol oder Hexan, Butylen- oder Propylenglycol (PEGs); keine Rohstoffe, die aus Tieren gewonnen wurden, kein Einsatz von Gentechnik und Nanopartikeln; auch radioaktive Bestrahlung oder Begasung, Parabene und Mikroplastik sind verboten

Natürlich natürlich!

Bei Demeter-Kosmetik allgemein wie auch in der Kosmetik von Martina Gebhart sind keine Rohstoffe erlaubt, die aus Tieren selbst gewonnen werden, doch tierische Stoffe wie Bienen- oder Wollwachs sind die Basis für viele Salben. „Diese wertvollen Wachse sind zum einen ursprünglich
und natürlich, gleichzeitig sehr wirkungsvoll und komplex. Selbst komplizierte hochverarbeitete Ersatzprodukte können ihnen nicht das Wasser reichen. Die Schafe, aus deren Wolle das Wachs nach der Schur gewonnen wird, ebenso wie die Bienen kommen nicht zu Schaden und haben ein gutes Leben. Ich begreife sie wie auch die Pflanzen als lebendige Wesen und begegne ihnen mit Dankbarkeit.“ „Weniger ist oft mehr“ betrifft nicht nur die erlaubten Inhaltsstoffe von Demeter-Kosmetik, sondern ist für Martina Gebhardt auch ihre Philosophie. Ihre Kosmetik soll die Haut unterstützen. Eine der beliebtesten Produktlinien hat sie entsprechend „Happy Aging“ genannt, nicht Anti-Aging: „Denn dass wir selbst älter werden, gehört eben auch zum natürlichen Prozess des Werdens und Vergehens. Es kommt nur darauf an, wie und mit welchem Bewusstsein wir das tun.“

Martina Gebhardt

Zur Person:

Martina Gebhardt hat die nach ihr benannte Naturkosmetikfirma 1986 gegründet; heute werden dort rund 150 Demeter-Kosmetikprodukte hergestellt und in rund 30 Länder vertrieben. In den 1990er-Jahren ist Martina Gebhardt in viele ferne Länder gereist, „um die biodynamische Idee zu vermitteln“. Heute kommen viele Rohstoffe auch ganz aus der Nähe ihres Unternehmenssitzes, des Klosters Wessobrunn – manche sogar direkt aus dem Klostergarten. Nach ihrem letzten Abenteuer gefragt, erzählt Martina Gebhardt von ihrer diesjährigen Reise mit dem Postschiff auf die Lofoten. Seitdem tüftelt sie an neuen Kosmetik-Rezepturen mit den wertvollen Inhaltsstoffen des dort beheimateten Seetangs. 
www.mg-naturkosmetik.de. 

Dieser Artikel stammt aus der Herbstausgabe 55 des Demeter Journals.

Cover des Demeter Journal 55 zeigt Birnen im Yin und Yang