Unterm Schirm

Über Milch UND Mut

Michael Müller und Johannes Kamps-Bender halten gemeinsam einen SchirmBild: YOOL

„Es braucht Mut, etwas anders zu machen, als es die meisten tun. Solchen Mut hat die Bio-Bewegung, darunter natürlich auch die Demeter-Gemeinschaft, bewiesen. Mut, etwas zu tun, das anders ist, brauchen wir aber auch heute noch. Es fängt schon im Kleinen an, etwa bei einem Produkt, das anders ist als das sonst Übliche. Es ist heutzutage mutig, eine Milch zu produzieren, die ohne Homogenisierung auskommt. Dies ist bei Demeter-Milch der Fall – anders als bei nahezu allen als ,Frischmilch‘ deklarierten Produkten im Kühlregal. Durch die schonende, werterhaltende Verarbeitung ist sie näher am Naturprodukt. Die besondere Qualität lässt sich Verbrauchern gut vermitteln, doch etwas mutige Kommunikation ist vonnöten, wenn es um den Rahmpfropf geht, der sich an ihrer Oberfläche bildet: Er ist neben der geringeren Haltbarkeit ja ein Qualitätsbeweis – doch in der heutigen Welt, in der wir an stark verarbeitete Lebensmittel gewöhnt sind, ist das vielen nicht bewusst. Hier müssen wir selbstbewusst sagen: Wir machen es anders. Unsere Milch hat Charakter. Und das ist gut so.“

Michael Müller,
Geschäftsführer der Luisenhof Milchmanufaktur

„Demeter-Pionierinnen und -Pioniere haben schon vor hundert Jahren den Mut aufgebracht, es anders zu machen, als es damals die Norm war: Sie arbeiteten nicht nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch nach Idealen, die Natur, Mensch und Umwelt mit in den Blick nehmen. Noch bis in die 80er-Jahre wurden Bäuerinnen und Bauern, die biologisch oder biodynamisch arbeiteten und auf Pestizide und chemische Dünger verzichteten, von vielen als ,Öko-Spinner‘ verunglimpft. Das hat sich heute zum Glück gewandelt: Bio- und Demeter-Bäuerinnen und -Bauern sind heute hochgeschätzt; Verbraucher haben Demeter 2020 gar zur ,nachhaltigsten Marke Deutschlands‘ gewählt. Diese Entwicklung freut uns sehr – doch dürfen wir uns darauf nicht ausruhen. Als lebendige Gemeinschaft müssen wir uns mutig Fragen stellen und Antworten suchen auf das, was noch nicht perfekt ist in der Bio-Welt. Und uns gemeinsam dafür stark­machen, unser großes Ziel zu erreichen, nämlich dass Bio das Normal von morgen wird.“

Johannes Kamps-Bender,
Demeter-Vorstand

Dieser Artikel stammt aus der Frühjahrsausgabe 49 des Demeter Journals.

Cover des Demeter Journal 49 zeigt eine Hand, die Möhren in die Luft hält