Entwicklungsbericht 2022-2023

Politik & International

Demeter setzt sich gemeinsam mit einem breiten europaweiten Bündnis dafür ein, dass das EU-Gentechnikrecht mit Vorsorgeprinzip und Kennzeichnungspflicht weiterhin auch für die neuen Gentechnikverfahren gelten. Dafür wurde 2023 die Petition „Nicht hinter unserem Rücken – Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik in unserem Essen!“ ins Leben gerufen und Bürger:innen aufgefordert, zu unterzeichnen und damit für ihr Recht auf eine informierte Wahl bei Lebensmitteln einzutreten.

Schild mit aufschrift "wir arbeiten ohne gentechnik"

Übergabe der Petition in Brüssel und Berlin

Am 7. März 2023 überreichte die Biodynamic Federation Demeter International (BFDI) die Petition #IChooseGMOFree mit mehr als 420.000 Unterschriften an die Europäische Kommission in Brüssel. Demeter-International verband die Petitionsübergabe mit einem interaktiven Infostand rund um Gentechnik und neue gentechnische Verfahren direkt vor dem Europäischen Parlament .
Die Petition lief von April bis November 2022 und wurde von über 50 Organisationen aus 17 Ländern unterstützt, so auch von Demeter-Deutschland. Die 420.000 Unterschriften zeigen, dass EU-Bürger:innen für eine fortbestehende Regulierung und Kennzeichnungspflicht von Gentechnik sind - dazu gehören auch die sogenannten neuen gentechnischen Verfahren. 

Am 1. Dezember 2023 wurden vor dem Bundeskanzleramt die 420.757 Unterschriften der Petition von Vertreter:innen eines breiten Bündnisses von Organisationen aus Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Land- und Lebensmittelwirtschaft an die Parlamentarischen Staatssekretärinnen Dr. Bettina Hoffmann (Bundesumweltministerium) und Dr. Manuela Rottmann (Bundeslandwirtschaftsministerium) übergeben.
Demeter setzt sich auch weiterhin für Vielfalt statt Gentechnik ein.  

Demeter zu Gast in Chile

Unter dem Motto „Unity in Diversity“ fand vom 25. bis 30. November 2022 in Chile die erste physische Mitgliederversammlung der 2020 neu aufgestellten Internationalen Biodynamischen Föderation – Demeter International (BFDI) statt.

65 Menschen aus 24 Ländern und wahrhaftig diversen Mitgliedsvereinen waren vor Ort, von großen zertifizierenden Organisationen wie Demeter Deutschland, Schweiz und Italien bis hin zu kleinen biodynamischen Vereinen, in denen es (noch) kaum zertifizierte Mitglieder gibt. Es wurde intensiv über alternative Zertifizierungsverfahren diskutiert, die in mehreren lateinamerikanischen Ländern vorbereitet werden, um niedrigschwellig den Aufbau nationaler Demeter-Märkte zu ermöglichen. Außerdem hatten die Teilnehmer:innen Gelegenheit, hoch motivierte biodynamische Betriebe zu erleben, die teilweise mit, teilweise ohne Demeter-Zertifizierung Beachtliches leisten: Ein Apfelbetrieb, der alle seine Bäume selbst nachzieht und veredelt; ein Heidelbeerbetrieb, der das Veraschen von Schädlingen so effektiv eingesetzt hat, dass seit Jahren keine weiteren Maßnahmen notwendig sind. Diese und viele weitere Begegnungen mit biodynamischer Qualität stifteten für die Teilnehmenden Motivation und Antrieb, die gemeinsamen Anliegen mit hohem Engagement weiter zu verfolgen, eben vereint in Vielfalt.