Kommentar zur derzeitigen Debatte um CrisprCas, Talen & Co.

Offener Dialog & klare Regulierung – auch bei neuen Gentechnikverfahren!

25.04.2017
Boden

Was kommt in Zukunft auf den Acker? Der Demeter e.V. fordert Rückholbarkeit und Risikovorsorge – auch bei neuen Gentechnikverfahren. © Paul Burns/Corbis


Gezielte technische Eingriffe in das Genom von Pflanzen und Tieren sind Gentechnik und hier müssen die Wahlfreiheit, Rückholbarkeit und Risikovorsorge greifen, fordert der Demeter e.V. Die Debatte um neue gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft nimmt zurzeit an Fahrt auf: Einige Firmen und Wissenschaftler*innen, die neuere Techniken wie CrisprCas, Talen oder Zinkfingernuklease an Pflanzen oder Tieren anwenden, wollen ihre Produkte ohne gesonderte Risikoprüfung oder Kennzeichnung auf den Markt bringen.

„Wir haben in der EU ein Gentechnikrecht, dass Zulassungsverfahren, Transparenz und Risikomanagement regelt. Dies muss auch hier angewandt werden, damit keine Gentechnik durch die Hintertür und ohne Rückverfolgbarkeit eingeführt wird“, betont Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Für die qualitätsbasierte, gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft ist das wichtig, denn: „Der Ökolandbau bietet bessere Lösungen für die Ernährung der Zukunft an als CRISPR-Cas – doch damit Öko-Bäuerinnen und -Bauern weiterhin vor Kontaminationen mit Gentechnik geschützt sind, braucht es klare Regeln. Landwirtschaftsminister Schmidt muss für Transparenz sorgen und darf nicht zulassen, dass seine Behörden hier voreilige Fakten schaffen.”

„In der derzeitigen Debatte um die neuen Gentechnikverfahren werden kritische Stimmen oft als Spinner abgetan“, kritisiert Antje Kölling vom Demeter e.V. „Viele Versprechen rund um Crispr & Co erinnern an die Diskussionen um Gentechnik der 1990er. So wird behauptet, mit Hilfe der neuen Techniken könnte man endlich die Weltbevölkerung satt machen. Studien wie der Weltagrarbericht zeigen jedoch, dass soziale Faktoren wie Frieden, Bildung und Zugang zu Land wesentlich für die Ernährungssicherheit sind.“ Darüber hinaus ist nicht nur der technische Blick auf das Saatgut, sondern das ganze Landwirtschaftssystem entscheidend. Agronomische Praktiken wie durchdachte Fruchtfolgen und die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sind „Schlüsseltechnologien“ – hier können die biodynamischen und agrarökologischen Wirtschaftsweisen punkten. Auch regional angepasste Züchtungsprogramme spielen eine wichtige Rolle, ganz ohne Gentechnik können robuste Sorten gezüchtet werden. Der Bericht des UN Berichterstatters für das Recht auf Nahrung betont zudem die Bedeutung der biologischen Vielfalt und informeller Saatgutsysteme. Und noch darüber hinaus muss gedacht werden: Das wissenschaftliche Komitee für Agrarforschungsfragen der Europäischen Kommission erläuterte bereits 2011 in seinem Bericht, dass in der Debatte um Ernährungssicherheit nicht nur die Frage der Produktivität, sondern auch die Grenzen des Wachstums diskutiert werden müssen: Weniger Verschwendung, damit alle zu essen haben.

Fakt #03Bio fängt mit Z an. Z wie Züchtung. Die überlassen wir nicht Großkonzernen. Wir entwickeln in Bauernhand Gemüsesorten, die schmecken. Mehr Fakten rund um Demeter finden Sie hier.

25.04.2017
Offener Dialog & klare Regulierung – auch bei neuen Gentechnikverfahren!
Kommentar zur derzeitigen Debatte um CrisprCas, Talen & Co.

Gezielte technische Eingriffe in das Genom von Pflanzen und Tieren sind Gentechnik und hier müssen die Wahlfreiheit, Rückholbarkeit und Risikovorsorge greifen, fordert der Demeter e.V. Die Debatte um neue gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft nimmt zurzeit an Fahrt auf: Einige Firmen und Wissenschaftler*innen, die neuere Techniken wie CrisprCas, Talen oder Zinkfingernuklease an Pflanzen oder Tieren anwenden, wollen ihre Produkte ohne gesonderte Risikoprüfung oder Kennzeichnung auf den Markt bringen.

„Wir haben in der EU ein Gentechnikrecht, dass Zulassungsverfahren, Transparenz und Risikomanagement regelt. Dies muss auch hier angewandt werden, damit keine Gentechnik durch die Hintertür und ohne Rückverfolgbarkeit eingeführt wird“, betont Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Für die qualitätsbasierte, gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft ist das wichtig, denn: „Der Ökolandbau bietet bessere Lösungen für die Ernährung der Zukunft an als CRISPR-Cas – doch damit Öko-Bäuerinnen und -Bauern weiterhin vor Kontaminationen mit Gentechnik geschützt sind, braucht es klare Regeln. Landwirtschaftsminister Schmidt muss für Transparenz sorgen und darf nicht zulassen, dass seine Behörden hier voreilige Fakten schaffen.”

„In der derzeitigen Debatte um die neuen Gentechnikverfahren werden kritische Stimmen oft als Spinner abgetan“, kritisiert Antje Kölling vom Demeter e.V. „Viele Versprechen rund um Crispr & Co erinnern an die Diskussionen um Gentechnik der 1990er. So wird behauptet, mit Hilfe der neuen Techniken könnte man endlich die Weltbevölkerung satt machen. Studien wie der Weltagrarbericht zeigen jedoch, dass soziale Faktoren wie Frieden, Bildung und Zugang zu Land wesentlich für die Ernährungssicherheit sind.“ Darüber hinaus ist nicht nur der technische Blick auf das Saatgut, sondern das ganze Landwirtschaftssystem entscheidend. Agronomische Praktiken wie durchdachte Fruchtfolgen und die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sind „Schlüsseltechnologien“ – hier können die biodynamischen und agrarökologischen Wirtschaftsweisen punkten. Auch regional angepasste Züchtungsprogramme spielen eine wichtige Rolle, ganz ohne Gentechnik können robuste Sorten gezüchtet werden. Der Bericht des UN Berichterstatters für das Recht auf Nahrung betont zudem die Bedeutung der biologischen Vielfalt und informeller Saatgutsysteme. Und noch darüber hinaus muss gedacht werden: Das wissenschaftliche Komitee für Agrarforschungsfragen der Europäischen Kommission erläuterte bereits 2011 in seinem Bericht, dass in der Debatte um Ernährungssicherheit nicht nur die Frage der Produktivität, sondern auch die Grenzen des Wachstums diskutiert werden müssen: Weniger Verschwendung, damit alle zu essen haben.

Fakt #03Bio fängt mit Z an. Z wie Züchtung. Die überlassen wir nicht Großkonzernen. Wir entwickeln in Bauernhand Gemüsesorten, die schmecken. Mehr Fakten rund um Demeter finden Sie hier.