Die Datenhoheit den Bäuerinnen und Bauern!

Digitalisierung in der Landwirtschaft

14.01.2020
Positionspapier Landwirtschaft 4.0

Cover der Positionspapiers


Damit digitale Technologien wirklich dazu dienen, eine soziale und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen, müssen sich Politik und Gesellschaft kritisch mit ihren Auswirkungen auseinandersetzen.  

„Digitale Technologien können auch in der Landwirtschaft Arbeitsabläufe erleichtern und damit dabei helfen, tierfreundlicher und ökologisch nachhaltiger zu wirtschaften“, unterstreicht Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Aber gerade, weil sich die Technologien und die damit verarbeiteten Datenmengen mit großer Geschwindigkeit entwickeln, muss die Bundesregierung sich dringend dafür einsetzen, dass dieser schnell wachsende Markt so reguliert wird, dass die Digitalisierung tatsächlich den Umbau hin zu einer sozial und ökologisch nachhaltigeren Landwirtschaft unterstützt.“ Bäuerinnen und Bauern, die vor Ort leben und wirtschaften, müssen die Hoheit über ihre Daten behalten.

„Beim weiteren Ausbau von digitalen Netzen brauchen wir einen kritischen Blick auf die möglichen Auswirkungen für den Energieverbrauch, auf die Gesundheit der Menschen sowie auf unser Ökosystem“, ergänzt Gerber. Der ökologische Rucksack der Technologien aufgrund von Energie- und Ressourcenverbrauch ist mittlerweile enorm. Zudem gibt es ernstzunehmende Hinweise auf Effekte zunehmender Strahlungsbelastungen auf Organismen, die weiter erforscht werden müssen. Die Politik muss hier Leitplanken setzen, die sicherstellen, dass das Wohl von Mensch und Umwelt an erster Stelle steht.

Hintergrund:

Anlässlich des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) veröffentlichen heute 22 zivilgesellschaftliche Organisationen ein gemeinsames Positionspapier für eine sozial gerechte und ökologisch verträgliche Digitalisierung der globalen Landwirtschaft. Das breite Bündnis fordert die Bundesregierung auf, die Digitalisierung so zu gestalten, dass weltweit Bäuerinnen und Bauern sowie andere Arbeitende in der Landwirtschaft davon profitieren und die globalen Umwelt- und Klimaziele erreicht werden können. Beim GFFA soll unter anderem ein Konzept für einen Internationalen Digitalrat für Landwirtschaft und Ernährung vorgestellt werden. Die internationale Konferenz findet vom 16. bis zum 18. Januar 2020 in Berlin statt.

Heute um 19 Uhr wird das Positionspapier in einer Podiumsdiskussion vorgestellt. Weitere Informationen unter: www.inkota.de