Auszeichnung es Öko-Junglandwirte-Netzwerkes

Demeter-Jungbauer Anton Wimmer erhält Zukunftspreis

Anton Wimmer mit den jungen Ochsen

Das Öko-Junglandwirte-Netzwerk zeichnete Anton Wimmer für sein Engagement bei der Aufzucht der Bullenkälber aus der Milchviehhaltung aus. Der Jungbauer aus dem Chiemgau erhielt den Zukunftspreis am 4. November 2017 auf der 12. Okö-Junglandwirte-Tagung in Fulda. Der Preis für besonders zukunftsweisende, innovative oder herausragende Aktivitäten wird von Junglandwirt*innen selbst vergeben.

Ein solch besonderes Projekt ist die Bullenkälber-Aufzucht von Anton Wimmer, der den elterlichen Milchviehbetrieb in Reichertsheim im vergangenen Jahr übernommen und auf Demeter umgestellt hat. Die Milch verkauft er an einen Demeter-Vertragspartner in der Region. Der Preisträger ist Mitglied in der Demeter-Arbeitsgruppe Chiemgau-Nord. Die Herausforderung: Bio-Milch ist inzwischen stark nachgefragt, das Bullenkalb und Biorindfleisch nicht im selben Maße. „Daraus resultiert ein Ungleichgewicht“, so der 29-jährige Jungbauer. Denn eine Kuh gebiert gleich viel männliche wie weibliche Nachkommen; nur letztere können auch als Milchkühe behalten werden. In den meisten Milchviehbetrieben verlassen die männlichen Kälber den Hof und damit oft auch die Bio-Wertschöpfungskette aus wirtschaftlichen Gründen. Denn: Eine ökologische Aufzucht der Kälber, bis sie eigenständig Grünfutter fressen können, ist kostspielig und arbeitsintensiv. Öko-Betriebe dürfen keine billige Milchaustauschnahrung füttern, sondern nur echte Milch.

„Für mich kam es nicht in Frage, die männlichen Kälber aus betriebswirtschaftlichen Gründen vom Hof zu geben“, erklärt Anton Wimmer, „doch die Tiere selbst zu mästen war aufgrund der geringen Betriebsgröße auch nicht möglich“. Also suchte er sich einen Kooperationspartner in der Nähe: einen Demeter-Mastbetrieb. Da der kooperierende Demeter-zertifizierte Mastbetrieb selbst keine Milch erzeugt, muss Anton Wimmer die Kälber länger als sonst üblich auf dem Hof behalten und tränken. Seine Vision: Möglichst alle Tiere und Produkte des eigenen Hofes in der Öko-Wertschöpfungskette zu behalten und als Bio- bzw. Demeter-zertifiziert zu verkaufen. Das klappt: Die ausgemästeten Ochsen werden über einen regionalen Partner als „bio“ vermarktet. „Natürlich wird kein Tier enthornt, auf keinem der Betriebe“, so Wimmer. Seine Erfahrungen mit der Bullenkalbaufzucht teilt er gerne mit Kolleg*innen: Von der Einkreuzung eines Teils der Milchviehherde mit Fleischrassen, um bessere Fleischqualitäten zu erhalten bis hin zum Milchtränkeplan. 

Dass er den Zukunftspreis von Öko-Junglandwirt*innen erhält, freut ihn besonders. „Neben dem Engagement und Idealismus von uns Öko-Landwirten brauchen wir aber auch eine steigende Anzahl von Verbrauchern, die unsere Ideale teilen und bereit sind, einen angemessenen Preis für das Fleisch zu bezahlen“, so Anton Wimmer.

Hintergrund zum Preis: Unter dem Motto „Ökolandbau zwischen Tradition und Innovation“ wurde der Zukunftspreis zum zweiten Mal vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der jährlichen Öko-Junglandwirte-Tagung statt. Das Öko-Junglandwirte-Netzwerk richtet sich an junge Menschen mit Interesse am Ökolandbau, Junglandwirt*innen, Gärtner*innen, Imker*innen, Winzer*innen, Lehrlinge, Fachschüler*innen und Studierende, um verbandsübergreifend, unter anderem in einer bundesweiten, jährlichen Öko-Junglandwirte-Tagung, aktuelle Themen im Ökolandbau zu diskutieren und Impulse zu setzen.

08.11.2017
Demeter-Jungbauer Anton Wimmer erhält Zukunftspreis
Auszeichnung es Öko-Junglandwirte-Netzwerkes

Das Öko-Junglandwirte-Netzwerk zeichnete Anton Wimmer für sein Engagement bei der Aufzucht der Bullenkälber aus der Milchviehhaltung aus. Der Jungbauer aus dem Chiemgau erhielt den Zukunftspreis am 4. November 2017 auf der 12. Okö-Junglandwirte-Tagung in Fulda. Der Preis für besonders zukunftsweisende, innovative oder herausragende Aktivitäten wird von Junglandwirt*innen selbst vergeben.

Ein solch besonderes Projekt ist die Bullenkälber-Aufzucht von Anton Wimmer, der den elterlichen Milchviehbetrieb in Reichertsheim im vergangenen Jahr übernommen und auf Demeter umgestellt hat. Die Milch verkauft er an einen Demeter-Vertragspartner in der Region. Der Preisträger ist Mitglied in der Demeter-Arbeitsgruppe Chiemgau-Nord. Die Herausforderung: Bio-Milch ist inzwischen stark nachgefragt, das Bullenkalb und Biorindfleisch nicht im selben Maße. „Daraus resultiert ein Ungleichgewicht“, so der 29-jährige Jungbauer. Denn eine Kuh gebiert gleich viel männliche wie weibliche Nachkommen; nur letztere können auch als Milchkühe behalten werden. In den meisten Milchviehbetrieben verlassen die männlichen Kälber den Hof und damit oft auch die Bio-Wertschöpfungskette aus wirtschaftlichen Gründen. Denn: Eine ökologische Aufzucht der Kälber, bis sie eigenständig Grünfutter fressen können, ist kostspielig und arbeitsintensiv. Öko-Betriebe dürfen keine billige Milchaustauschnahrung füttern, sondern nur echte Milch.

„Für mich kam es nicht in Frage, die männlichen Kälber aus betriebswirtschaftlichen Gründen vom Hof zu geben“, erklärt Anton Wimmer, „doch die Tiere selbst zu mästen war aufgrund der geringen Betriebsgröße auch nicht möglich“. Also suchte er sich einen Kooperationspartner in der Nähe: einen Demeter-Mastbetrieb. Da der kooperierende Demeter-zertifizierte Mastbetrieb selbst keine Milch erzeugt, muss Anton Wimmer die Kälber länger als sonst üblich auf dem Hof behalten und tränken. Seine Vision: Möglichst alle Tiere und Produkte des eigenen Hofes in der Öko-Wertschöpfungskette zu behalten und als Bio- bzw. Demeter-zertifiziert zu verkaufen. Das klappt: Die ausgemästeten Ochsen werden über einen regionalen Partner als „bio“ vermarktet. „Natürlich wird kein Tier enthornt, auf keinem der Betriebe“, so Wimmer. Seine Erfahrungen mit der Bullenkalbaufzucht teilt er gerne mit Kolleg*innen: Von der Einkreuzung eines Teils der Milchviehherde mit Fleischrassen, um bessere Fleischqualitäten zu erhalten bis hin zum Milchtränkeplan. 

Dass er den Zukunftspreis von Öko-Junglandwirt*innen erhält, freut ihn besonders. „Neben dem Engagement und Idealismus von uns Öko-Landwirten brauchen wir aber auch eine steigende Anzahl von Verbrauchern, die unsere Ideale teilen und bereit sind, einen angemessenen Preis für das Fleisch zu bezahlen“, so Anton Wimmer.

Hintergrund zum Preis: Unter dem Motto „Ökolandbau zwischen Tradition und Innovation“ wurde der Zukunftspreis zum zweiten Mal vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen der jährlichen Öko-Junglandwirte-Tagung statt. Das Öko-Junglandwirte-Netzwerk richtet sich an junge Menschen mit Interesse am Ökolandbau, Junglandwirt*innen, Gärtner*innen, Imker*innen, Winzer*innen, Lehrlinge, Fachschüler*innen und Studierende, um verbandsübergreifend, unter anderem in einer bundesweiten, jährlichen Öko-Junglandwirte-Tagung, aktuelle Themen im Ökolandbau zu diskutieren und Impulse zu setzen.