Wie – Die Methoden

Methoden der biodynamischen Züchtung

Feldversuch

Bild: Peter Kunz


Biodynamische Züchtungsmethoden

Für Züchter biodynamischer Sorten steht Züchtung im Einklang mit natürlichen Abläufen im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Im Demeter-Regelwerk zur Verwendung von Saatgut finden sich die bewusst gewählten Restriktionen.

Vielfalt schaffen

Durch Kombinationszüchtungen und Kreuzungen wird eine möglichst große Vielfalt an Pflanzen geschaffen. Die Nachkommen bilden dann die Grundlage für neue Auslesen. Im Sinne des Zuchtziels werden die besten Pflanzen ausgewählt. Hierfür ist es wichtig, große Bestände zur Verfügung zu haben, aus denen die Auswahl erfolgen kann.

Mehr zu den Züchtungsmethoden der Züchter*innen im biodynamischen Landbau erfahren Sie hier.

Konventionelle Züchtung

Klassische konventionelle Züchtungsmethoden wie Kreuzung und Selektion werden in der biodynamischen Züchtung genau so angewandt wie in fast allen Züchtungsprozessen. In vielen konventionellen Züchtungs-Häusern haben sich jedoch auch Verfahren etabliert, die unserer Auffassung von einem respektvollen Umgang mit der Pflanze widersprechen. 

Demeter verbietet "Kleine Gentechnik"

Gentechnisch erzeugte Pflanzen sind bei Demeter verboten, das gilt auch für die so genannte "Kleine Gentechnik". Im Labor der konventionellen Saatgutunternehmen werden Manipulationen vorgenommen, die für Öko-Züchter fragwürdig sind. Dort hat die so genannte kleine Gentechnik mit der Protoplasten-Fusion längst Einzug gehalten. Bei der CMS-Technik - die cytoplasmatische-männliche-Sterilität hervorbringt – haben sich die Demeter-Akteure auf den Ausschluss geeinigt. Diese Pflanzen sind zur Zeit nicht durch das EU-Gentechnikrecht erfasst und werden daher nicht als Gentechnik gekennzeichnet. 

Demeter sichert zu, dass für Demeter-Produkte der Einsatz von CMS-Sorten sowohl im Anbau als auch in der Verarbeitung ausgeschlossen wird.

Was sind CMS-Sorten?

CMS steht für Cytoplasmatische Männliche Sterilität, die in manchen Pflanzen (wie Rettich und Sonnenblume) auch als natürliche Eigenschaft vorhanden ist. Mit der Zellfusionstechnik wird die Eigenschaft der Cytoplasmatischen Männlichen Sterilität (CMS) zum Beispiel von einem Rettich auf andere Kreuzblütler wie Blumenkohl oder Brokkoli übertragen. Beim Chicorée wird diese Eigenschaft von der Sonnenblume übertragen, einem verwandten Korbblütler. Die natürliche Einkreuzung oder mit technischen Mitteln eingebrachte CMS-Eigenschaft in die Pflanze verhindert die Selbstbefruchtung. Diese Eigenschaft der Pflanzen hat ihren Sitz nicht im Zellkern, sondern im Plasma um den Zellkern herum. Es findet dabei keine Neukombination isolierter DNA statt. Die EU bestimmt in ihrer Freisetzungsrichtlinie des Gentechnikgesetzes, dass die Zellfusion zur Gentechnik gehört. Für CMS-Hybriden formuliert sie jedoch ausdrücklich eine Ausnahme, weil die Eigenschaft auch auf natürlichem Wege übertragen werden könnte.

Nicht nachbaufähige Hybride

CMS-Hybriden sind eine weitere Ausprägung der weit verbreiteten Hybrid-Züchtung. Hybrid-Sorten nennt man in der Pflanzenzüchtung die Nachkommen aus der Kreuzung von Inzuchtlinien. Die hieraus gewonnenen Produkte zeichnen sich durch eine große Gleichförmigkeit in Wuchs und Aussehen aus und ermöglichen hohe Erträge. Pflanzen, die aus Hybriden entstehen, enthalten oft weniger Trockensubstanz, also mehr wässrige Anteile, und häufig auch ein geringeres Aroma. Ein Bauer oder Gärtner kann in der Regel von Hybridpflanzen kein verwertbares Saatgut gewinnen, denn diese Sorten sind nicht „samenfest“.

Hybridsorten, deren Vermehrung nicht nachhaltig möglich ist, sollen für biodynamische Lebensmittel immer weniger eingesetzt werden.