Gemeinsames Positionspapier des BÖLW

Pflanzenzüchtung ökologisch denken

07.06.2018
Mangold, Möhre und Lauch

Bild: Fotostudio Viscom


Gemeinsam mit allen im BÖLW organisierten Verbänden fordert Demeter eine vereinfachte Anerkennung ökologisch gezüchteter Pflanzensorten und politische Unterstützung für die Ökopflanzenzüchtung.

„Die Herausforderungen für die Landwirtschaft der Zukunft sind heute schon sichtbar: Durch den Klimawandel verbreiten sich Pflanzenkrankheiten und -schädlinge stärker, Extremwetterlagen nehmen zu. Deshalb gewinnt der Ansatz des Ökolandbaus, Widerstandsfähigkeit durch eine größere Vielfalt und eine ökosystemare Herangehensweise zu erreichen, an Bedeutung“, so Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Dafür braucht es robuste und angepasste Pflanzen, die unter wechselhaften Bedingungen und ohne Einsatz von Agrochemie gute Lebensmittel hervorbringen können.“ Um an den Ökolandbau angepasste Pflanzen zu züchten, haben insbesondere biodynamische Züchter*innen seit den 1980er Jahren Pionierarbeit geleistet. In den letzten Jahren wurde die Ökopflanzenzüchtung zunehmend für den gesamten Ökolandbau ein Thema.

„Damit nun die Züchtung und Verwendung von Ökosorten im Ökolandbau Mainstream werden kann, müssen bessere politische Rahmenbedingungen geschaffen werden!“ so Gerber. Das gemeinsame Positionspapier des BÖLW listet dazu detaillierte Forderungen auf: So muss die offizielle Zulassung von ökologisch gezüchteten Pflanzensorten vereinfacht, Sortenversuche auch unter Ökolandbaubedingungen durchgeführt sowie die Züchtungsforschung im Ökolandbau stärker gefördert werden.

„Die ökologische Pflanzenzüchtung setzt darauf, Qualität, Anbaueignung und Robustheit der Pflanzen ganzheitlich als System zu betrachten“, ergänzt Antje Kölling, politische Sprecherin bei Demeter. „Denn die Erfahrung zeigt, dass Züchtung auf bestimmte isolierte Eigenschaften wie Lagerfähigkeit oder Resistenz gegen einen Krankheitserreger oft Sorten hervorbringt, die an Geschmack verlieren oder deren Resistenz nach einigen Jahren durchbrochen wird. Notwendig ist auch der Erhalt einer breiten genetischen Vielfalt in der Nutzung – denn nur so wird auch in Zukunft die Grundlage für Pflanzen zur Verfügung stehen, die wechselnden Umweltbedingungen standhalten.“

07.06.2018
Pflanzenzüchtung ökologisch denken
Gemeinsames Positionspapier des BÖLW

Gemeinsam mit allen im BÖLW organisierten Verbänden fordert Demeter eine vereinfachte Anerkennung ökologisch gezüchteter Pflanzensorten und politische Unterstützung für die Ökopflanzenzüchtung.

„Die Herausforderungen für die Landwirtschaft der Zukunft sind heute schon sichtbar: Durch den Klimawandel verbreiten sich Pflanzenkrankheiten und -schädlinge stärker, Extremwetterlagen nehmen zu. Deshalb gewinnt der Ansatz des Ökolandbaus, Widerstandsfähigkeit durch eine größere Vielfalt und eine ökosystemare Herangehensweise zu erreichen, an Bedeutung“, so Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Dafür braucht es robuste und angepasste Pflanzen, die unter wechselhaften Bedingungen und ohne Einsatz von Agrochemie gute Lebensmittel hervorbringen können.“ Um an den Ökolandbau angepasste Pflanzen zu züchten, haben insbesondere biodynamische Züchter*innen seit den 1980er Jahren Pionierarbeit geleistet. In den letzten Jahren wurde die Ökopflanzenzüchtung zunehmend für den gesamten Ökolandbau ein Thema.

„Damit nun die Züchtung und Verwendung von Ökosorten im Ökolandbau Mainstream werden kann, müssen bessere politische Rahmenbedingungen geschaffen werden!“ so Gerber. Das gemeinsame Positionspapier des BÖLW listet dazu detaillierte Forderungen auf: So muss die offizielle Zulassung von ökologisch gezüchteten Pflanzensorten vereinfacht, Sortenversuche auch unter Ökolandbaubedingungen durchgeführt sowie die Züchtungsforschung im Ökolandbau stärker gefördert werden.

„Die ökologische Pflanzenzüchtung setzt darauf, Qualität, Anbaueignung und Robustheit der Pflanzen ganzheitlich als System zu betrachten“, ergänzt Antje Kölling, politische Sprecherin bei Demeter. „Denn die Erfahrung zeigt, dass Züchtung auf bestimmte isolierte Eigenschaften wie Lagerfähigkeit oder Resistenz gegen einen Krankheitserreger oft Sorten hervorbringt, die an Geschmack verlieren oder deren Resistenz nach einigen Jahren durchbrochen wird. Notwendig ist auch der Erhalt einer breiten genetischen Vielfalt in der Nutzung – denn nur so wird auch in Zukunft die Grundlage für Pflanzen zur Verfügung stehen, die wechselnden Umweltbedingungen standhalten.“