Das Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ zeigt, worauf es ankommt

Kühe mit Hörnern im Laufstall: So geht’s!

17.11.2017
Kuh im Laufstall mit Massagebürste

Die Haltung horntragender Rinder in Laufställen ist auch in Ställen möglich, die weniger günstig sind – wenn bestimmte Aspekte der Herdenführung berücksichtigt werden. Dies zeigen Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes „Hörner im Laufstall“ der Projektpartner Universität Kassel, Bioland und Demeter. Ein Leitfaden erscheint nach Projektabschluss Ende 2018, bereits jetzt wurden auf vier Praktikertagen Teile der Forschungsergebnisse vorgestellt.

Die zunehmende Zucht auf genetische Hornlosigkeit bedroht die Existenz horntragender Kühe, und bereits heute werden Kühe in vielen Betrieben als Kälber enthornt. Da Hörner jedoch als Organ natürlicherweise zum Körper der Kuh dazugehören und auch für die Kommunikation der Tiere untereinander wichtig sind, setzen sich Bauern, Züchter und landwirtschaftliche Berater für den Erhalt horntragender Kühe ein. Das Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ untersuchte auf 39 Betrieben, welche Faktoren dazu beitragen, ob eine Kuh-Herde ausgeglichen und ruhig oder gestresst und aggressiv ist.

Bio-Bäuerin Ramona Hipp schmust mit Stier CarlosBio-Bäuerin Ramona Hipp schmust mit Stier Carlos (Bild: Ulrich Mück)

Demeter-Berater Ulrich Mück bringt die Zusammenhänge auf den Punkt: „Erst das Zusammenspiel der verschiedenen, jeweils individuellen Gegebenheiten macht die erfolgreiche Haltung horntragender Kühe im Laufstall aus: Wie ist der Stall gebaut? Wie sieht das Herdenmanagement aus? Wie funktioniert die Beziehung zwischen Mensch und Tier? Wie wird die Herde geführt? Wir betrachten also auch das jeweilige Sozialgefüge der Kuhherde. Ein positives Fazit: Ungünstige Bedingungen eines Bereiches können durch günstige aus anderen Bereichen kompensiert werden. Dabei kommt den Betriebsleitern eine entscheidende Rolle zu.“

Das Interesse am Thema ist groß: Die vier angebotenen Praktikertage hatten viel Zulauf. Neben Milchviehhaltern, die bereits horntragende Kühe haben, nahmen auch interessierte Bauern an den Praktikertagen teil, die künftig Kühe wieder „ganz“, also mit Hörnern halten wollen. Auch konventionell wirtschaftende Bauern waren dabei. Diese Resonanz bestärkt die Organisatoren und Mitwirkenden darin, sich weiter für den Erhalt horntragender Kühe einzusetzen und ihr Aussterben zu verhindern.

Demeter-Kühe müssen Hörner haben! Mehr dazu unter www.kuehe-haben-hoerner.de

Teilnehmer beim PraktikertagDie Veranstaltung auf dem Demeter-Betrieb Josef Frankl mit einer Fleckviehherde, Etting in Oberbayern (Foto: Ulrich Mück)

17.11.2017
Kühe mit Hörnern im Laufstall: So geht’s!
Das Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ zeigt, worauf es ankommt

Die Haltung horntragender Rinder in Laufställen ist auch in Ställen möglich, die weniger günstig sind – wenn bestimmte Aspekte der Herdenführung berücksichtigt werden. Dies zeigen Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes „Hörner im Laufstall“ der Projektpartner Universität Kassel, Bioland und Demeter. Ein Leitfaden erscheint nach Projektabschluss Ende 2018, bereits jetzt wurden auf vier Praktikertagen Teile der Forschungsergebnisse vorgestellt.

Die zunehmende Zucht auf genetische Hornlosigkeit bedroht die Existenz horntragender Kühe, und bereits heute werden Kühe in vielen Betrieben als Kälber enthornt. Da Hörner jedoch als Organ natürlicherweise zum Körper der Kuh dazugehören und auch für die Kommunikation der Tiere untereinander wichtig sind, setzen sich Bauern, Züchter und landwirtschaftliche Berater für den Erhalt horntragender Kühe ein. Das Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ untersuchte auf 39 Betrieben, welche Faktoren dazu beitragen, ob eine Kuh-Herde ausgeglichen und ruhig oder gestresst und aggressiv ist.

Bio-Bäuerin Ramona Hipp schmust mit Stier CarlosBio-Bäuerin Ramona Hipp schmust mit Stier Carlos (Bild: Ulrich Mück)

Demeter-Berater Ulrich Mück bringt die Zusammenhänge auf den Punkt: „Erst das Zusammenspiel der verschiedenen, jeweils individuellen Gegebenheiten macht die erfolgreiche Haltung horntragender Kühe im Laufstall aus: Wie ist der Stall gebaut? Wie sieht das Herdenmanagement aus? Wie funktioniert die Beziehung zwischen Mensch und Tier? Wie wird die Herde geführt? Wir betrachten also auch das jeweilige Sozialgefüge der Kuhherde. Ein positives Fazit: Ungünstige Bedingungen eines Bereiches können durch günstige aus anderen Bereichen kompensiert werden. Dabei kommt den Betriebsleitern eine entscheidende Rolle zu.“

Das Interesse am Thema ist groß: Die vier angebotenen Praktikertage hatten viel Zulauf. Neben Milchviehhaltern, die bereits horntragende Kühe haben, nahmen auch interessierte Bauern an den Praktikertagen teil, die künftig Kühe wieder „ganz“, also mit Hörnern halten wollen. Auch konventionell wirtschaftende Bauern waren dabei. Diese Resonanz bestärkt die Organisatoren und Mitwirkenden darin, sich weiter für den Erhalt horntragender Kühe einzusetzen und ihr Aussterben zu verhindern.

Demeter-Kühe müssen Hörner haben! Mehr dazu unter www.kuehe-haben-hoerner.de

Teilnehmer beim PraktikertagDie Veranstaltung auf dem Demeter-Betrieb Josef Frankl mit einer Fleckviehherde, Etting in Oberbayern (Foto: Ulrich Mück)