Demeter-Entwicklung 2021

Gemeinsam stark!

15.02.2022
Hahn mit Hennen

Seit 2022 müssen alle Bruderhähne bis zu einem Mindestalter von 14 Wochen auf Demeterhöfen aufgezogen werden (Bild: Eva Wolf)


2021 ist die Demeter-Gemeinschaft weitergewachsen. Der Demeter e.V. hat sich mit fünf starken Regionen als Gesamtverband neu aufgestellt und sein Profil weiter geschärft, unter anderem mit neuen konsequenten Richtlinien zur Aufzucht von Bruderhähnen und zur Kosmetik.

Demeter 2021 in Zahlen

Insgesamt ist Demeter in Deutschland um 38 Erzeugerbetriebe im Verband gewachsen, sodass es derzeit 1778 Demeter-Betriebe gibt. Sie bewirtschaften 7.737 Hektar mehr als im Vorjahr, und zwar eine Fläche von knapp 106.486 Hektar. Mit diesem Flächenwachstum von 8% ist Demeter 2021 etwas stärker gewachsen als in den Vorjahren.

Im vergangenen Jahr wurden knapp 1.397 Demeter-Neuprodukte beim Verband angemeldet, so gibt es nun beispielswiese auch Pflanzendrinks in Demeter-Qualität. Die Anzahl der verarbeitenden Betriebe ist um 13 Betriebe auf insgesamt 451 Betriebe gewachsen – davon sind 98 Hofverarbeiter.

2021 sind auch weitere Händler Demeter-Mitglied geworden; von den insgesamt 17 neuen Händlern sind 16 aus dem Groß- und einer aus dem Filialhandel dazugekommen.

Mit den beiden Fachhandels-Kampagnen „Bodenconnection“ und „Ackerbunt“ online und vor Ort in zahlreichen Bio-und Hofläden hat Demeter gemeinsam mit Hersteller:innen, Landwirt:innen und Ladner:innen die Bedeutung des Bodenlebens und die Artenvielfalt für die Biodynamische Landwirtschaft und unsere (Ernährungs-)Zukunft ins Bewusstsein geholt. Insgesamt wurden dazu 200 Beiträge jeweils auf Facebook und Instagram veröffentlicht, die zusammengenommen 3,8 Millionen Mal gesehen wurden.

Demeter-Werte und Profilschärfung der Marke

„Auch 2021 haben wir mit neuen Vorgaben dafür gesorgt, unser Profil weiter zu schärfen und unserem eigenen Anspruch an ein wirklich nachhaltiges Wirtschaften und gesunde Lebensmittel höchster Qualität näherzukommen“, so Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Sein Vorstandskollege ergänzt: „Unsere Werte, die die Demeter-Gemeinschaft seit fast 100 Jahren prägen, werden uns auch in Zukunft dafür Ansporn sein. Diese haben wir in zwei Kampagnen für den Naturkostfachhandel mit ‚Acker-Bunt‘ im Frühjahr und der zweiten ‚Bodenconnection‘ im Herbst erneut nach außen getragen. Auch in diesem Jahr werden wir weiter daran arbeiten, noch besser zu werden. So möchten wir einen stärkeren Fokus auf Anbau und Vermarktung nachbaufähiger Gemüsesorten legen sowie darauf, den Anteil regional erzeugter Rohwaren zu steigern“, so Kamps-Bender.

Richtlinienarbeit für Qualität und Profil

Auch die Richtlinien wurden nachgeschärft. Zwei Beispiele sind die neuen Vorgaben zur Aufzucht von Bruderhähnen wie die neue und strenge Systematik für Demeter-Kosmetikprodukte: So müssen seit dem 1. Januar 2022 verpflichtend alle Bruderhähne bis zu einem Mindestalter von 14 Wochen aufgezogen werden – und zwar auf Demeterhöfen. In Einzelfällen ist die Aufzucht auch auf zertifizierten Bio-Betrieben möglich (in diesem Fall darf auf der Verpackung der Demeter-Eier jedoch nicht „mit Bruderhahnaufzucht“ geworben werden).

Zudem wurde unter anderem eine neue Systematik für Kosmetikprodukte verabschiedet. Diese schreibt vor, dass alle wirksamen Bestandteile aus Demeter-Rohstoffen und Bio-Rohstoffen stammen müssen.

Neue Verbandsstruktur

Der Demeter-Bundesverband und die Demeter-Landesverbände haben sich als Gesamtverband zusammengeschlossen und neu aufstellt: Der neue Gesamtverband mit gemeinsamen Haushalt gliedert sich künftig in den Bundesverband und die fünf Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Region West (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen), Region Nord (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) und Region Ost (Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). Dem neuen Gesamtvorstand gehören die beiden Bundesvorstände sowie die fünf Geschäftsführer:nnen bzw. geschäftsführenden Vorstände der Landesverbände an.

„Dass wir nun zu einem föderalen Gesamtverband mit starken Regionen zusammenwachsen, hat eine große Bedeutung für unsere Gemeinschaft. Damit stärken wir die Arbeit in den Regionen und können unsere zentrale Aufgabe als Gemeinschaft noch besser ausfüllen: die Land- und Ernährungswirtschaft natur- und menschengemäß weiterzuentwickeln”, erklärt Demeter-Vorstand Alexander Gerber.