Presseerklärung zum Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre

Bodenschutz hilft Landwirtschaft, Natur und Klima

17.06.2020
Hand streicht über Boden

Bild: YOOL


Am Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre fordert Demeter gemeinsam mit zahlreichen weiteren Umweltschutz- und Ökolandbauverbänden, lebendigen Boden als gemeinsame Basis für Landbau und Naturschutz zu schützen.

Boden ist die wertvolle Grundlage unserer Lebensmittel. Deshalb muss fruchtbarer Boden geschützt werden. Eine Symbiose von Naturschutz und Ökolandbau beim Bodenschutz herauszuarbeiten war die Kernaufgabe eines vom WWF initiierten Gesprächskreises zwischen Landwirt*innen, Naturschützer*innen und Wissenschaftler*innen. Ergebnis ist ein heute veröffentlichtes gemeinsames Positionspapier, das feststellt: Lebendiger Boden ist als Grundlage allen Lebens nicht austauschbar!

Demeter-Bauer Jakob Schererz ist Mitautor des Papiers und bekennender „Kompost-Fan“. Er berichtet aus der Praxis: „Kompost ist ein Schlüsselelement für lebendigen Boden. Auf unseren Feldern auf dem Bauckhof Stütensen sorgen wir mit präpariertem Kompost dafür, dass wir hochwertige biodynamische Lebensmittel säen, pflegen und ernten. Jakob Schererz, der auch Gründer der Initiative „Farmers for Future“ ist, betont zudem die Rolle eines humusreichen Bodens für den Klimaschutz: „Humus besteht zur Hälfte aus Kohlenstoff. Somit kann mit jeder Tonne Humus etwa zwei Tonnen CO2 gespeichert werden. Bodenschutz ist also aktiver Klimaschutz!!“ Und dies mit vielen weiteren positiven Nebeneffekten; so bewirkt eine einprozentige Steigerung des Humusgehaltes die Steigerung des Wasserspeicherungsvermögen um 40 Liter pro Quadratmeter. Humusaufbau kann also auch eine Antwort auf den Weltdürretag sein.“

„Mit dem Papier wird noch einmal deutlich: Landwirtschaft und Naturschutz gehören zusammen. In der Demeter-Bewegung haben unsere Bäuerinnen und Bauern mit dem ganzheitlich angelegten biodynamischen Landbau seit jeher die Erhaltung natürlicher Ressourcen und einen lebendigen Boden mitgedacht. Mit unserer Biodiversitätsrichtlinie verpflichten sich unsere Bäuerinnen und Bauern seit 2013 noch einmal ganz gezielt zum Naturschutz,“ sagt Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Er betont: „Bäuerinnen und Bauern können durch aktiven Bodenschutz sowohl das Klima als auch die Natur schützen – aber nur dann, wenn dieses Engagement von der Gesellschaft honoriert wird. Deshalb fordern wir eine Umschichtung der Gelder aus der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik – 70 Prozent davon müssen in Zukunft für gesellschaftliche Ziele wie Klima- und Naturschutz investiert werden!“

Das Eckpunktepapier ist über die Seiten des WWF abrufbar, ebenso Statements der Autor*innen und weiterer Bodenaktivist*innen.

Hintergrund: Lebendiger Boden bei Demeter

Vor bald 100 Jahren hielt der Begründer der Anthroposophie Rudolf Steiner in Koberwitz den landwirtschaftlichen Kurs, schon damals pochte er auf der Verlebendigung. Steiner bezeichnete den Boden als das Verdauungsorgan der Pflanze, deshalb müsse die Landwirtschaft den Boden und nicht die Pflanze ernähren. Auch heute steht für Demeter-Bäuerinnen und -Bauern ein lebendiger Boden im Mittelpunkt ihres Bemühens – durch die Ausbringung von Kompost, die Nutzung Biodynamischer Präparate, weite Fruchtfolgen, den Anbau von Zwischenfrüchten und Leguminosen fördern sie das Bodenleben und bauen Humus auf. Die jüngste Ausgabe der Fachzeitschrift für biodynamische Landwirtschaft Lebendige Erde widmet sich dem Thema Boden. Das Themenheft „Zu nass oder zu trocken“ finden Sie hier.