Gemeinsame Agrarpolitik in Europa

Was passiert mit Ihren 114 Euro für die Landwirtschaft?

Verschieden Schweine symbolisieren unsere Pläne für die EU-Agrarreform

Illustration: Eberle GmbH Werbeagentur GWA


Demeter engagiert sich auch politisch – denn für eine enkeltaugliche Landwirtschaft brauchen wir andere Rahmenbedingungen als heute.

Von Antje Kölling und Alexander Gerber

Sie finanzieren die Landwirtschaft nicht nur mit Ihrem Lebensmitteleinkauf. Durch Steuern zahlt jeder EU-Bürger, jede EU-Bürgerin im Durchschnitt 114 Euro jährlich in den großen Topf. Zusammen macht das rund 55 Milliarden Euro jährlich, mit denen die Landwirtschaft gefördert wird. Wofür braucht die Landwirtschaft diese Subventionen? Arbeit, Waren und Dienstleistungen werden stetig teurer. So müssen auch Bäuerinnen und Bauern immer mehr erwirtschaften. Doch die Fläche an Boden, die ihnen zur Verfügung steht, bleibt begrenzt. Deshalb bekommen landwirtschaftliche Betriebe einen Einkommensausgleich. Das Problem: Drei Viertel der Agrarförderung werden nach dem Gießkannenprinzip pro Hektar vergeben, ohne dass darauf geachtet wird, wie umweltfreundlich und tiergerecht die Bäuerinnen und Bauern arbeiten. Trotzdem haben viele Höfe kein ausreichendes Einkommen.

Alexander Gerber und Antje KöllingDemeter-Vorstand Alexander Gerber und Antje Kölling, politische Sprecherin bei Demeter, setzen sich für eine zukunftsfähige Agrarpolitik ein.

Das führt dazu, dass sich viele Betriebe dazu gezwungen sehen, ihre Betriebsabläufe zu rationalisieren und die Landwirtschaft auf den verfügbaren Flächen zu intensivieren. Da ist es kein Wunder, dass in Deutschland jährlich immer noch 56 889 Tonnen chemisch-synthetische Pestizide gespritzt werden. Die Folgen sind, dass ein Drittel der 560 deutschen Bienenarten vom Aussterben bedroht und 50 Prozent der Ackerböden erosionsgefährdet sind. Oder dass 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar zu viel gedüngt werden. Übrigens: Hier zahlen Sie beim Wasserpreis ein weiteres Mal für den hohen Aufwand, mit dem das Nitrat wieder aus dem Trinkwasser entfernt werden muss.

Wir finden: Da läuft etwas falsch! Demeter setzt sich für eine sinnvollere Verteilung der EU-Fördergelder ein, um die genannten Probleme anzugehen: Geld sollen Bäuerinnen und Bauern nur für eine Art der Bewirtschaftung bekommen, welche die Bodenfruchtbarkeit erhält, biologische Vielfalt fördert, das Klima schützt und Tiere artgerecht hält. Das sichert auch kleineren Betrieben ohne viel Landbesitz ein Auskommen und setzt Anreize für eine nachhaltige Landwirtschaft, die Leistungen für die Gesellschaft erbringt und für sauberes Wasser, Artenvielfalt und vielgestaltige Landschaften sorgt.

Mehrere agrarpolitische Maßnahmen wie die Förderung des Ökolandbaus haben gezeigt, dass sich auf dem Lande viel bewegen kann. Wir finden, es ist höchste Zeit, dass die EU Ihre 114 Euro anders vergibt. Und zwar so, dass der kleinere, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Teil der Förderungen in Zukunft den Löwenanteil ausmacht. Das wäre eine längst überfällige Investition in unsere Lebensgrundlage – in Boden, Wasser, Luft, Klima und Biodiversität!

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07.02.2019
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Gemeinsame Agrarpolitik in Europa

Demeter engagiert sich auch politisch – denn für eine enkeltaugliche Landwirtschaft brauchen wir andere Rahmenbedingungen als heute.

Von Antje Kölling und Alexander Gerber

Sie finanzieren die Landwirtschaft nicht nur mit Ihrem Lebensmitteleinkauf. Durch Steuern zahlt jeder EU-Bürger, jede EU-Bürgerin im Durchschnitt 114 Euro jährlich in den großen Topf. Zusammen macht das rund 55 Milliarden Euro jährlich, mit denen die Landwirtschaft gefördert wird. Wofür braucht die Landwirtschaft diese Subventionen? Arbeit, Waren und Dienstleistungen werden stetig teurer. So müssen auch Bäuerinnen und Bauern immer mehr erwirtschaften. Doch die Fläche an Boden, die ihnen zur Verfügung steht, bleibt begrenzt. Deshalb bekommen landwirtschaftliche Betriebe einen Einkommensausgleich. Das Problem: Drei Viertel der Agrarförderung werden nach dem Gießkannenprinzip pro Hektar vergeben, ohne dass darauf geachtet wird, wie umweltfreundlich und tiergerecht die Bäuerinnen und Bauern arbeiten. Trotzdem haben viele Höfe kein ausreichendes Einkommen.

Alexander Gerber und Antje KöllingDemeter-Vorstand Alexander Gerber und Antje Kölling, politische Sprecherin bei Demeter, setzen sich für eine zukunftsfähige Agrarpolitik ein.

Das führt dazu, dass sich viele Betriebe dazu gezwungen sehen, ihre Betriebsabläufe zu rationalisieren und die Landwirtschaft auf den verfügbaren Flächen zu intensivieren. Da ist es kein Wunder, dass in Deutschland jährlich immer noch 56 889 Tonnen chemisch-synthetische Pestizide gespritzt werden. Die Folgen sind, dass ein Drittel der 560 deutschen Bienenarten vom Aussterben bedroht und 50 Prozent der Ackerböden erosionsgefährdet sind. Oder dass 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar zu viel gedüngt werden. Übrigens: Hier zahlen Sie beim Wasserpreis ein weiteres Mal für den hohen Aufwand, mit dem das Nitrat wieder aus dem Trinkwasser entfernt werden muss.

Wir finden: Da läuft etwas falsch! Demeter setzt sich für eine sinnvollere Verteilung der EU-Fördergelder ein, um die genannten Probleme anzugehen: Geld sollen Bäuerinnen und Bauern nur für eine Art der Bewirtschaftung bekommen, welche die Bodenfruchtbarkeit erhält, biologische Vielfalt fördert, das Klima schützt und Tiere artgerecht hält. Das sichert auch kleineren Betrieben ohne viel Landbesitz ein Auskommen und setzt Anreize für eine nachhaltige Landwirtschaft, die Leistungen für die Gesellschaft erbringt und für sauberes Wasser, Artenvielfalt und vielgestaltige Landschaften sorgt.

Mehrere agrarpolitische Maßnahmen wie die Förderung des Ökolandbaus haben gezeigt, dass sich auf dem Lande viel bewegen kann. Wir finden, es ist höchste Zeit, dass die EU Ihre 114 Euro anders vergibt. Und zwar so, dass der kleinere, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Teil der Förderungen in Zukunft den Löwenanteil ausmacht. Das wäre eine längst überfällige Investition in unsere Lebensgrundlage – in Boden, Wasser, Luft, Klima und Biodiversität!

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