Öko-Junglandwirte-Zukunftspreis 2016

Demeter-Betrieb „Stolze Kuh“ gewinnt den Zukunftspreis

26.11.2016
Kuh auf der Weide

Im Rahmen der 11. Öko-Junglandwirte-Tagung wurde im November erstmalig der Zukunftspreis der Öko-Junglandwirte verliehen. Als freudiger Gewinner ging der Demeter-Betrieb „Stolze Kuh“ von Anja und Janusz Hradetzky aus Lunow-Stolzenhagen hervor. Auf dem Betrieb werden rund 30 Kühe gefährdeter Nutztierrassen auf 65 Hektar Naturschutzflächen gehalten, darunter 35 Hektar Ackerland. Ein großes Anliegen ist den Betriebsleitern, sich „gegen Landgrabbing und für eine wesensgemäße Tierhaltung sowie das Engagement im Dorf einzusetzen“.

Käserei per Crowdfunding

Vor dem Hintergrund der bundesweiten Debatten um das Thema Tierwohl und zunehmendem Bewusstsein von kritischen Verbrauchern sticht die Tierhaltung des Hofes positiv heraus: Eine mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht, die Besamung im Natursprung, Aufzucht der männlichen Kälber sowie ausschließliche Fütterung mit Weidegras, Heu und wenig Getreideschrot vom eigenen Acker sind auch innerhalb des Ökolandbaus herausragend. Die Kühe werden in einem Weidemelkstand gemolken, Milch und Fleisch ohne lange Umwege ab Hof bzw. auf dem Dorfmarkt verkauft. Der Bau einer eigenen Käserei ist geplant – diese wird maßgeblich mittels Crowdfunding finanziert.

Erfahrung mit solidarischen Finanzierungsmethoden haben die Betriebsleiter, denn bereits die Kuhherde wurde mit „Kuh-Anteilen“ finanziert. Nur so war der Aufbau des Hofes aus dem Nichts möglich. Darüber hinaus engagiert sich Hradetzkys Ehefrau Anja insbesondere in der Flüchtlingsarbeit, auf politischen Veranstaltungen, im Bündnis Junge Landwirtschaft e.V. und im Oder-Jungbauer-Netzwerk. Ausschlaggebend für die Verleihung des Zukunftspreises war letztendlich auch die unerschütterliche Ausdauer und Kreativität bei der Umsetzung ihrer Ziele.

„Wir wollen anderen Junglandwirten Mut machen, auch in ein solch kapitalintensives Geschäft einsteigen zu können – unser Low-Input-Prinzip ist eine Start-Möglichkeit und ermöglicht eine gewisse Unabhängigkeit vom System“, so Anja und Janusz.

Die Preisträgervlnr: Benjamin Volz (SÖL, Organisationsteam), Anja und Janusz Hradetzky (Preisträger), Carolin Pagel (Organisationsteam). Bild: Simone Helmle, Demeter e.V.

Der Zukunftspreis

Der Zukunftspreis wurde vom Öko-Junglandwirte-Netzwerk für besonders zukunftsweisende, innovative oder herausragende Tätigkeiten, Projekte oder Initiativen ausgeschrieben. Dabei konnten sich alle jungen Menschen aus dem Bereich des Ökolandbaus bewerben. Gezählt haben nicht nur landwirtschaftliche Kriterien, sondern auch soziales und politisches Engagement. Alle eingereichten Bewerbungen überzeugten die Jury davon, dass die jungen „Ökos“ nicht nur ausgesprochen mutig und optimistisch in die Zukunft blicken, sondern auch ihren Idealismus für eine ganzheitliche ökologische Landwirtschaft mit Realitätssinn und einer soliden Kalkulation in die Tat umsetzen – auch wenn sie dabei so manche Hürde zu überwinden haben. Alle Bewerber haben somit großen Vorbildcharakter für die junge Generation, was die Entscheidung der Jury nicht unbedingt erleichterte. Der nächste Preis wird voraussichtlich 2017 verliehen.

Disclaimer

Diese Meldung beruht auf einer Pressemitteilung der Stiftung Ökologischer Landbau.

26.11.2016
Demeter-Betrieb „Stolze Kuh“ gewinnt den Zukunftspreis
Öko-Junglandwirte-Zukunftspreis 2016

Im Rahmen der 11. Öko-Junglandwirte-Tagung wurde im November erstmalig der Zukunftspreis der Öko-Junglandwirte verliehen. Als freudiger Gewinner ging der Demeter-Betrieb „Stolze Kuh“ von Anja und Janusz Hradetzky aus Lunow-Stolzenhagen hervor. Auf dem Betrieb werden rund 30 Kühe gefährdeter Nutztierrassen auf 65 Hektar Naturschutzflächen gehalten, darunter 35 Hektar Ackerland. Ein großes Anliegen ist den Betriebsleitern, sich „gegen Landgrabbing und für eine wesensgemäße Tierhaltung sowie das Engagement im Dorf einzusetzen“.

Käserei per Crowdfunding

Vor dem Hintergrund der bundesweiten Debatten um das Thema Tierwohl und zunehmendem Bewusstsein von kritischen Verbrauchern sticht die Tierhaltung des Hofes positiv heraus: Eine mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht, die Besamung im Natursprung, Aufzucht der männlichen Kälber sowie ausschließliche Fütterung mit Weidegras, Heu und wenig Getreideschrot vom eigenen Acker sind auch innerhalb des Ökolandbaus herausragend. Die Kühe werden in einem Weidemelkstand gemolken, Milch und Fleisch ohne lange Umwege ab Hof bzw. auf dem Dorfmarkt verkauft. Der Bau einer eigenen Käserei ist geplant – diese wird maßgeblich mittels Crowdfunding finanziert.

Erfahrung mit solidarischen Finanzierungsmethoden haben die Betriebsleiter, denn bereits die Kuhherde wurde mit „Kuh-Anteilen“ finanziert. Nur so war der Aufbau des Hofes aus dem Nichts möglich. Darüber hinaus engagiert sich Hradetzkys Ehefrau Anja insbesondere in der Flüchtlingsarbeit, auf politischen Veranstaltungen, im Bündnis Junge Landwirtschaft e.V. und im Oder-Jungbauer-Netzwerk. Ausschlaggebend für die Verleihung des Zukunftspreises war letztendlich auch die unerschütterliche Ausdauer und Kreativität bei der Umsetzung ihrer Ziele.

„Wir wollen anderen Junglandwirten Mut machen, auch in ein solch kapitalintensives Geschäft einsteigen zu können – unser Low-Input-Prinzip ist eine Start-Möglichkeit und ermöglicht eine gewisse Unabhängigkeit vom System“, so Anja und Janusz.

Die Preisträgervlnr: Benjamin Volz (SÖL, Organisationsteam), Anja und Janusz Hradetzky (Preisträger), Carolin Pagel (Organisationsteam). Bild: Simone Helmle, Demeter e.V.

Der Zukunftspreis

Der Zukunftspreis wurde vom Öko-Junglandwirte-Netzwerk für besonders zukunftsweisende, innovative oder herausragende Tätigkeiten, Projekte oder Initiativen ausgeschrieben. Dabei konnten sich alle jungen Menschen aus dem Bereich des Ökolandbaus bewerben. Gezählt haben nicht nur landwirtschaftliche Kriterien, sondern auch soziales und politisches Engagement. Alle eingereichten Bewerbungen überzeugten die Jury davon, dass die jungen „Ökos“ nicht nur ausgesprochen mutig und optimistisch in die Zukunft blicken, sondern auch ihren Idealismus für eine ganzheitliche ökologische Landwirtschaft mit Realitätssinn und einer soliden Kalkulation in die Tat umsetzen – auch wenn sie dabei so manche Hürde zu überwinden haben. Alle Bewerber haben somit großen Vorbildcharakter für die junge Generation, was die Entscheidung der Jury nicht unbedingt erleichterte. Der nächste Preis wird voraussichtlich 2017 verliehen.