Ausgezeichnet mit dem „Lämmchen“

Gerber würdigt Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

19.06.2015
  • v.l.n.r.: Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu, die Preisträgerinnen Stephanie Wild und Petra Wähning, stellvertretend für das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und Demeter-Vorstand Alexander Gerber (Bildrechte: Neumarkter Lammsbräu)

Bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises 2015 durch den Bio-Pionier Neumarkter Lammsbräu hat Demeter-Vorstand Alexander Gerber in seiner Laudatio das „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“ gewürdigt. Er bezeichnete es als Modell für die Zukunft, das nicht nur eine individuelle Lösung zwischen landwirtschaftlichem Betrieb und Verbrauchern bietet, sondern auch als politisches Statement, damit Landwirtschaft eine andere Stellung in unserer Marktwirtschaft erreicht.

Für die meisten Konsumenten sind die 2500 Quadratmeter Fläche, die es braucht, um einen Menschen zu ernähren, rein theoretische Zahlen. Für immer mehr jedoch werden diese 2500 Quadratmeter auf erstaunliche Weise zu einer greifbaren Größe. Anteilsnehmer innerhalb der solidarischen Landwirtschaft kaufen nicht länger einzelne Produkte im Handel, sie investieren in die Bewirtschaftung dieser Fläche durch einen landwirtschaftlichen Betrieb und ernähren sich vom Ertrag. Manchmal packen sie bei der Arbeit sogar selbst mit an. Genau das macht „Solidarische Landwirtschaft“ aus. Auch wenn die meisten an den üblichen arbeitsteiligen Handelsprinzipien hängen, entdecken immer mehr den Charme und die Chance der direkten Beteiligung. Gerber fragte in seiner Laudatio: Was hat sich in unserem Land geändert, dass das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft plötzlich mehr Akzeptanz erfährt? Seine Antwort war klar: Zum einen wollen die Menschen mehr Qualität und Transparenz, wissen wo ihre Lebensmittel herkommen, weniger Lebensmittelskandale und Tierquälerei. Sie verbinden sich deshalb direkt mit den Höfen und den dort arbeitenden Menschen. Zum anderen stehen die Höfe unter extremem wirtschaftlichem Druck und finden mit dem Ansatz der solidarischen Landwirtschaft einen Ausweg daraus. So entsteht also eine win-win Situation für beide Seiten.

Alexander Gerber hält die LaudatioDemeter-Vorstand Alexander Gerber sieht die Solidarische Landwirtschaft als Ausweg vor wirtschaftlichem Druck, unter dem viele Betriebe stehen (Bildrechte: Neumarkter Lammsbräu) Wichtig ist Gerber als Biodynamiker ein weiterer Effekt von „Solawi“, wie die Abkürzung lautet. Sie bringt die Vielfalt auf die Höfe zurück, denn die Verbraucher wollen ja möglichst viele verschiedene Lebensmittel von ihrem Hof. Solidarische Landwirtschaft ist im Einzelnen erfolgreich, steht modellhaft für den Wandel der Landwirtschaft, und legt den Finger in die Wunde. Es zeigt, woran unser System krankt. Durch das im Juli 2011 gründete Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, das jetzt mit dem Lämmchen des Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreises geehrt wurde, organisieren sich Deutschlands Solidarhöfe, Gärtnereien sowie interessierte Bürger. Das Netzwerk knüpft stetig neue Fäden: In vielen Ecken Deutschlands entstehen SoLaWi-Regionalgruppen. Das ermöglicht intensiven Austausch und gemeinsame Projekte. Stadt und Land rücken näher zusammen. Das Konzept wirkt so auch gegen die Entfremdung des Menschen von der Natur – bilanzierte der Demeter-Vorstand. Er betonte: Unsere Gesellschaft hat das Recht auf nachhaltige Ernährung, die unsere Lebensgrundlagen schützt, das Recht auf artgerechte Tierhaltung und auf öko-soziales Kreislaufwirtschaften. Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft gibt uns ein Stück weit dieses Recht und unseren Lebensmitteln ihre Bedeutung zurück. Das Netzwerk ist als Modell ein weiter Wurf in die Zukunft und stellt genau die richtigen Fragen an unsere Gesellschaft. Der Preis, den Gerber stellvertretend für die Organisation an Stephanie Wild und Petra Wähning übergab, soll Dünger für das Netzwerk sein, damit es weiter wachsen und gedeihen kann – und zwar zum Nutzen der Höfe, zum Nutzen der Natur, zum Nutzen unserer Gesellschaft.

19.06.2015
Gerber würdigt Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
Ausgezeichnet mit dem „Lämmchen“

Bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises 2015 durch den Bio-Pionier Neumarkter Lammsbräu hat Demeter-Vorstand Alexander Gerber in seiner Laudatio das „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“ gewürdigt. Er bezeichnete es als Modell für die Zukunft, das nicht nur eine individuelle Lösung zwischen landwirtschaftlichem Betrieb und Verbrauchern bietet, sondern auch als politisches Statement, damit Landwirtschaft eine andere Stellung in unserer Marktwirtschaft erreicht.

Für die meisten Konsumenten sind die 2500 Quadratmeter Fläche, die es braucht, um einen Menschen zu ernähren, rein theoretische Zahlen. Für immer mehr jedoch werden diese 2500 Quadratmeter auf erstaunliche Weise zu einer greifbaren Größe. Anteilsnehmer innerhalb der solidarischen Landwirtschaft kaufen nicht länger einzelne Produkte im Handel, sie investieren in die Bewirtschaftung dieser Fläche durch einen landwirtschaftlichen Betrieb und ernähren sich vom Ertrag. Manchmal packen sie bei der Arbeit sogar selbst mit an. Genau das macht „Solidarische Landwirtschaft“ aus. Auch wenn die meisten an den üblichen arbeitsteiligen Handelsprinzipien hängen, entdecken immer mehr den Charme und die Chance der direkten Beteiligung. Gerber fragte in seiner Laudatio: Was hat sich in unserem Land geändert, dass das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft plötzlich mehr Akzeptanz erfährt? Seine Antwort war klar: Zum einen wollen die Menschen mehr Qualität und Transparenz, wissen wo ihre Lebensmittel herkommen, weniger Lebensmittelskandale und Tierquälerei. Sie verbinden sich deshalb direkt mit den Höfen und den dort arbeitenden Menschen. Zum anderen stehen die Höfe unter extremem wirtschaftlichem Druck und finden mit dem Ansatz der solidarischen Landwirtschaft einen Ausweg daraus. So entsteht also eine win-win Situation für beide Seiten.

Alexander Gerber hält die LaudatioDemeter-Vorstand Alexander Gerber sieht die Solidarische Landwirtschaft als Ausweg vor wirtschaftlichem Druck, unter dem viele Betriebe stehen (Bildrechte: Neumarkter Lammsbräu) Wichtig ist Gerber als Biodynamiker ein weiterer Effekt von „Solawi“, wie die Abkürzung lautet. Sie bringt die Vielfalt auf die Höfe zurück, denn die Verbraucher wollen ja möglichst viele verschiedene Lebensmittel von ihrem Hof. Solidarische Landwirtschaft ist im Einzelnen erfolgreich, steht modellhaft für den Wandel der Landwirtschaft, und legt den Finger in die Wunde. Es zeigt, woran unser System krankt. Durch das im Juli 2011 gründete Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, das jetzt mit dem Lämmchen des Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreises geehrt wurde, organisieren sich Deutschlands Solidarhöfe, Gärtnereien sowie interessierte Bürger. Das Netzwerk knüpft stetig neue Fäden: In vielen Ecken Deutschlands entstehen SoLaWi-Regionalgruppen. Das ermöglicht intensiven Austausch und gemeinsame Projekte. Stadt und Land rücken näher zusammen. Das Konzept wirkt so auch gegen die Entfremdung des Menschen von der Natur – bilanzierte der Demeter-Vorstand. Er betonte: Unsere Gesellschaft hat das Recht auf nachhaltige Ernährung, die unsere Lebensgrundlagen schützt, das Recht auf artgerechte Tierhaltung und auf öko-soziales Kreislaufwirtschaften. Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft gibt uns ein Stück weit dieses Recht und unseren Lebensmitteln ihre Bedeutung zurück. Das Netzwerk ist als Modell ein weiter Wurf in die Zukunft und stellt genau die richtigen Fragen an unsere Gesellschaft. Der Preis, den Gerber stellvertretend für die Organisation an Stephanie Wild und Petra Wähning übergab, soll Dünger für das Netzwerk sein, damit es weiter wachsen und gedeihen kann – und zwar zum Nutzen der Höfe, zum Nutzen der Natur, zum Nutzen unserer Gesellschaft.