Das Wesen der Tiere verstehen

Tierwohl bei Demeter

Die uns anvertrauten Tiere begreifen wir als Mitgeschöpfe und achten ihre Integrität. Wir ermöglichen eine ihrem Wesen gemäße Entwicklung, halten, füttern, pflegen, nutzen und züchten sie entsprechend und treten ihnen mit Respekt entgegen.“ So steht es in den Demeter-Richtlinien.

Eine Frage der Haltung

Tierwohl bedeutet für die biodynamischen Demeter-Bäuerinnen und -Bauern wesensgemäße Tierhaltung. Das ist mehr als artgerechte Haltung und zielt darauf ab, dass die Nutztiere sich ihrem Wesen nach verhalten können. Der Ansatz ist Kern der biodynamischen Agrarkultur und entspricht dem Impuls von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie: das Tier wird wie auch die Pflanze als Mitgeschöpf in dieser Welt  erkannt.

Bei Demeter gehören Tiere einfach zum individuellen Hoforganismus dazu. Sie prägen den Hof und das Leben der Menschen dort. Ohne ihren Mist gäbe es den wertvollen Kompost nicht, der Grundlage für die Zunahme der Bodenfruchtbarkeit im Biodynamischen ist. Im Unterschied zu allen anderen Bioverbänden ist bei Demeter die Tierhaltung auf Bauernhöfen Pflicht – in Ausnahmesituationen werden regionale Futter-Mist-Kooperationen erlaubt.

Demeter fragt also nicht ob, sondern wie wir Tiere halten. Wesensgemäße Tier-Haltung bedeutet, sich dem Tier empathisch gegenüberzustellen und in Beziehung mit dem Tier zu treten. Auf dieses Ideal arbeitet der Demeter e.V. mit seinen engagierten biodynamischen Praktikern hin.

Den Respekt für das Tier wahren

Wer über Tierwohl spricht, darf Tiertransporte und die Bedingungen bei der Schlachtung nicht ausblenden. Auch hier ist der Respekt für das Tier zu wahren. Der Strukturwandel hat auch im Fleischereigewerbe seine Spuren hinterlassen - handwerkliche, regionale Schlachthöfe werden immer seltener. Trotzdem bemühen sich Demeter-Betriebe, Transportwege möglichst gering zu halten und Schlachthöfe auszuwählen, die eine tierschutzgerechte, respektvolle Behandlung des Tieres gewährleisten. Dazu gibt es im Verband Leitlinien für Transport und Schlachtung

Um Transporte des lebendigen Tieres vor der Schlachtung ganz zu vermeiden, gibt es vielversprechende Ansätze der (teil-)mobilen Schlachtung direkt auf der Weide oder auf dem Hof. Diese Verfahren sind nicht für jeden Betrieb geeignet und haben zur Zeit noch mit einigen Rechtsunsicherheiten zu kämpfen. Wir sprechen uns für eine weitere Erforschung und rechtliche Ermöglichung der Schlachtung auf Haltungsbetrieben aus, wie sie der Verband der Landwirte mit handwerklicher Fleischverarbeitung fordert. 

Aktiv werden

Die Demeter-Richtlinien werden auch im Bereich Tierwohl mit dem Wissen und der Erfahrung aus Forschung und Praxis kontinuierlich weiterentwickelt. Die Demeter-Markengemeinschaft freut sich, wenn ihre Arbeit vom Verbraucher, den wir als Co-Produzenten verstehen möchten, geschätzt und unterstützt wird. Auf vielfältige Art können Konsumenten beim Demeter e.V. aktiv werden, auch zur Unterstützung der wesensgemäßen Tierhaltung.

Fördern

Werden Sie Demeter-Fördermitglied! Verbraucher:innen können bei Demeter aktiv dabei sein – als Fördermitglied. Jetzt noch näher dran – denn seit neuestem ist die Fördermitgliedschaft direkt in den Regionen verankert.