Anja Hradetzky and Alexander Gerber

Kuhflüsterin mit Idealen

Anja Hradetzky und Alexander Gerber mit Kuh auf der WeideBilder: Marco Baass

Anja Hradetzky und ihr Mann Janusz haben es geschafft: Ohne Geld und Land haben sie ihren Traum vom eigenen Hof verwirklicht. Mit Demeter-Vorstand Alexander Gerber spricht die junge Bäuerin und Schriftstellerin über neue Ansätze – von der Herdenführung bis hin zu Finanzierungsmodellen. Und macht jenen Mut, deren Leidenschaft im Ökolandbau liegt.

Moderation: Susanne Kiebler

„Das Wesen der Kuh achten“ ist der Leitgedanke eures Betriebs „Stolze Kuh“. Was macht das Wesen der Kuh aus?

Anja Hradetzky: Es nährt meine Seele, Kühe auf der Weide fressen zu sehen. Sie bringen mich zu mir selbst, sie erden mich.

Alexander Gerber: Da habe ich sofort dieses Bild aus meiner landwirtschaftlichen Lehre vor Augen: Ich füttere im Stall. Im Osten hinter den Alpen geht die Sonne auf und scheint durch den ganzen Stall. In großer Ruhe fressen die Kühe das frische Gras, ich höre das friedliche Malmen und sehe im Gegenlicht ihren Atem. Wenn ich mich ganz auf sie konzentriere, bringen die Kühe auch mich mit ihrer nach innen gerichteten Aufmerksamkeit zur Ruhe.

Anja Hradetzky: Wir wollten Demeter-Bauern werden, weil Demeter der einzige Verband ist, der „pro Horn“ ist und auf diesem Gebiet keine Kompromisse macht. Das passt zu uns, denn wir wollten von Beginn an „Milchprodukte ohne Kompromisse“ herstellen – und unseren Idealen folgen. Das war in erster Linie unser Antrieb, einen eigenen Hof zu gründen. Ich bin von meinem Hintergrund her keine Anthroposophin, doch ich finde es wichtig, meine Flächen und meinen Hof zu durchdringen und biodynamisch zu wirtschaften. Wir haben drei Mentoren, erfahrene Demeter-Bauern, die uns dabei begleiten und unterstützen.

Alexander Gerber: Die Philosophie hinter der Biodynamischen Wirtschaftsweise ist essenziell, aber gerechtfertigt ist sie nur, wenn sie zu einem praktischen Nutzen führt. Diesen ganz praktischen Zugang zur biodynamischen Landwirtschaft erleben wir bei vielen der jüngeren neuen Generation. Das individuelle Herantasten an die biodynamische Landwirtschaft, das Be- und Ergreifen dessen, was da ist und dann das Richtige auf den Feldern und Äckern tun, ist genau richtig.

Anja Hradetzky: Die philosophischen Impulse empfinde ich als sehr bereichernd und natürlich spüre ich das „Biodynamische“, wenn man so will. Biodynamisch wirtschaften heißt für mich jedoch auch, dass ich mich von den Marktbe­wegungen ein Stück unabhängig mache.

Anja Hradetzky und Alexander Gerber

Anja Hradetzky

1987 geboren, studierte Ökolandbau an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Anschließend arbeitete sie auf einer Beef Cattle Ranch in Kanada und als Herdenmanagerin auf einer Bioranch in Brandenburg. Seit 2013 baut sie mit ihrem Mann Janusz den Betrieb „Stolze Kuh“ in Stolzenhagen auf.

Alexander Gerber

1966 geboren, hat nach einer Ausbildung zum Landwirt auf einem Demeter-Betrieb Agrarwissenschaften in Hohenheim studiert und dort promoviert. Heute ist er Demeter-Vorstand, Vizepräsident von Demeter International und Vorstand des Bundes Ökologische Landwirtschaft (BÖLW).

Die biodynamische wesensgemäße Tierhaltung ist bei der „Stolzen Kuh“ zentral. Das fängt schon bei den Kuhrassen an …

Anja Hradetzky: Ja, wir halten ausschließlich alte, gefährdete Rassen, die Milch geben und zugleich Fleisch ansetzen: Original Braunvieh, Angler Rotvieh alter Zuchtrichtung – Janusz’ Lieblingsrasse –, Tiroler Grauvieh und Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind, eine lokale Rasse. Zum einen tragen wir damit dazu bei, dass diese alten Rassen erhalten werden. Zum anderen haben wir eine sehr natürliche Futtergrundlage, mit der Hochleistungszüchtungen nicht zurechtkommen würden. Unsere Kühe leben alle auf verschiedenen Naturschutzflächen des Nationalparkvereins „Unteres Odertal“ und fressen das Futter, das sie dort vorfinden. Wie man sich vorstellen kann, ist das nicht nur sattes Kleegras, sondern auch Schilf und was eben sonst so in der Natur wächst. Im Sommer fressen unsere Kühe das Gras von der Weide, im Winter bekommen sie Heu.

… und ihr zieht auch Bullenkälber auf, was auf Bio- und selbst auf ­Demeter-Höfen nicht die Regel ist.

Anja Hradetzky: Das funktioniert gut! Es gehört zu unserer Philosophie – auch wenn es uns vor Herausforderungen stellt: Dieses Jahr sind 26 unserer 36 Kälber männlich. Es wird in zwei Jahren also viel Fleisch geben. Hoffentlich gibt es genügend Konsumentinnen und Konsumenten, damit wir sie alle direkt vermarkten können.

Alexander Gerber: Das ist eines der wichtigsten Themen, die uns im Verband ­ge­-
rade beschäftigen: Wie schaffen wir es,
dass alle männlichen Kälber im Demeter-­Kontext aufgezogen und anschließend als Demeter-Fleisch vermarktet werden können? Die Nachfrage nach Demeter-Milch und Milchprodukten ist sehr groß und eigentlich auch die nach Demeter-Rindfleisch. Nur haben wir noch keine ausreichenden Strukturen für die Aufzucht, die sich oft wirtschaftlich noch nicht rechnet, und die Vermarktung. Deswegen unterstützen wir den Aufbau von alternativen Netzwerken und überlegen uns, wie wir die Vermarktung von Demeter-Bullenfleisch stärken können. Zudem werben wir bei unseren Landwirten für Zweinutzungsrassen, die sowohl Milch als auch Fleisch geben.

Anja, du praktizierst und unter­richtest „Low Stress Stockmanship“. Wie funktioniert das?

Anja Hradetzky: Low Stress Stockmanship steht für eine Methode der „stressarmen Herdenführung“. Das heißt, ich leite und kommuniziere mit meiner Herde durch Körpersprache, also durch Bewegung und Positionierung. Unter anderem kommen da Grundlagen der Kuhpsychologie zum Tragen, etwa wenn ich mit meinem Körper die Tiere treibe und lenke. Das heißt, ich trete resolut auf und gebe der Kuh einen direkten Impuls, indem ich auf sie zugehe. Sie versteht dann, in welche Richtung sie sich bewegen oder ob sie stoppen soll.

Wo hast du das „Kuhflüstern“ ­gelernt?

Anja Hradetzky: Das hat mir in Kanada eine Rancherin beigebracht – mit einer Herde von 500 Tieren. Es war für mich eine Erweckung, wie wir zu zweit eine solche Herde allein durch unsere Körpersprache in den Korral treiben konnten. Wenn ich heute eine Kuh zum Schlachten bringe, sage ich ihr: Geh in den Anhänger – und das tut sie dann, ganz ohne Stress. Ich begleite sie übrigens auch bis zu ihrem Ende, also bis zum Bolzenschuss. Bei meiner Körpersprache orientiere ich mich am natür­lichen Herdenverhalten. Ich bin dann quasi die ranghöchste Kuh. Inzwischen bringe ich interessierten Bäuerinnen und Bauern bei, wie das geht. Speziell für Bäuerinnen biete ich auch ­Seminare an, wie sie sich durch diese Methode zutrauen, Bullen in der Herde zu halten. Unsere eigenen Bullen hinterfragen uns nicht als Herdenchefs und bleiben immer auf Abstand zu uns. Eine Rolle spielt sicher, dass sie mit der Kuh aufwachsen – und nicht mit der Flasche großgezogen werden. Sie haben dadurch nicht diese Nähe zu uns Menschen, die dann gefährlich werden kann, wenn sie uns herausfordern.

Lesetipp

Wie ich als Cowgirl die Welt bereiste …

„Wie ich als Cowgirl die Welt bereiste und ohne Land und Geld zur Bio-­Bäuerin wurde“ ist ein sehr persönlicher Erlebnisbericht von Anja Hradetzky. Am Ende der ­langen Reise baut sie gemeinsam mit ihrem Mann Janusz den Hof „Stolze Kuh“ auf – ohne Geld und ohne eigenes Land.

Anja Hradetzky, Wie ich als Cowgirl die Welt bereiste …, ­Dumont Verlag

Alexander Gerber: Es zeichnet euch aus, dass ihr ganz neu an Dinge herangeht und nicht einfach alten Traditionen folgt. Das zeigt mir, wie wir uns an bestimmte Bilder gewöhnt haben, die eine gute Mensch-Tier-Beziehung zeigen, wie etwa, dass wir Kühe und Bullen kraulen wollen. Euer Ansatz der wesensgemäßen Tierhaltung hingegen ist der bewusste Verzicht auf Körperkontakt mit dem Bullen.

Ungewöhnlich ist auch, dass ihr eure Kühe auf der Weide melkt und nicht im Stall …

Anja Hradetzky: Ja, das geht bei uns auch nicht anders. Die Kühe auf den Weiden im Naturschutzgebiet zu melken, wo sie leben und fressen, hat große Vorteile: Wir müssen sie nicht in einen Stall und wieder zurück auf die Weide treiben, keinen Mist fahren und die Kälber bleiben immer in ihrer Nähe. Seit Kurzem haben wir einen neuen Weidemelkstand aus Litauen und haben ganz tolle Erfahrungen damit gemacht.

Alexander Gerber: Warum glaubst du, dass nicht mehr Landwirtinnen und Landwirte auf der Weide melken?

Anja Hradetzky: Wenn die Flächen am Stall arrondiert sind, sieht es anders aus. Auf vielen Höfen steht schon ein Kuhstall, die Bauern haben dort schon immer im Stall gemolken und wollen das dann auch so beibehalten. Wir hingegen haben hier einen toten DDR-Stall vorgefunden und geschaut, wie wir unsere Vorstellungen und Ideale mit möglichst wenig Geld und Aufwand umsetzen können. Es wenden sich auch immer wieder Nachfolger*innen von Höfen an uns, die sich für den Weidemelkstand interessieren. Und auch sie fragen sich: Warum 150.000 Euro in einen Kuhstall stecken, wenn ein Weidemelkstand für ein Zehntel des Betrags auch funktioniert? Aber auch andere Dinge werden infrage gestellt, etwa wenn sie den elterlichen Hof übernehmen. So beraten wir auch immer mehr zur mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht. Wir erleben es allerdings immer wieder, dass Alt-Bäuerinnen und -Bauern Schwierigkeiten haben, ihr Lebenswerk in jüngere Hände zu geben. Das kann ich aber auch nachvollziehen.

Alexander Gerber: Das sehe ich auch so. Wir haben viele Höfe, die Nachfolger suchen, aber gleichzeitig erleben wir, wie schwierig es für die Inhaber ist, auch wirklich abzugeben. Ich habe Übergabeprozesse begleitet und gemerkt, welch enormer Schritt es – verständlicherweise! – ist, das eigene Lebenswerk loszulassen. Auf der anderen Seite erlebe ich viele talentierte, idea­listische junge Menschen, die sehr gut ausgebildet sind und die Lust auf biodynamische oder Biolandwirtschaft haben, doch letzten Endes fehlt vielen von ihnen dann auch der Mut, es zu wagen.

Anja Hradetzky und Alexander Gerber auf der WeideAlexander Gerber und Anja Hradetzky im Gespräch auf der Weide im Nationalpark „Unteres Odertal“. Dort werden die Kühe auch gemolken – mit einem Weidemelkstand.

Was ist der Grund, warum nur wenige, die vom eigenen Hof ­träumen, einen gründen?

Anja Hradetzky: Das liegt meistens daran: kein Geld, kein Land, kein Markt. Janusz und ich haben beide aus Hartz IV gegründet. Unsere Grundlage war Janusz’ Masterarbeit, in der er unseren Traum vom eigenen Hof nach unseren Idealen mit Zahlen hinterlegt hat. Aber wir hatten kein Geld und kein Land. Nur diese große Idee und den absoluten Wunsch, sie umzusetzen. Und am Ende auch den Mut, dies zu tun.

Alexander Gerber: Um jungen Leuten Mut zu machen und das Handwerkszeug für die Gründung eines eigenen Betriebs mit an die Hand zu geben, haben wir in der Demeter Akademie den „Existenzgründer“-Kurs ins Leben gerufen – mit toller Resonanz. Da werden Fragen gestellt wie: Welche Rechtsform passt zu mir? Welche Produkte? Wie kann ich vermarkten? Wie plane ich meine Altersvorsorge und vor allem auch: Wie ­finanziere ich mein Unternehmen?

Anja Hradetzky: Wir selbst haben mit „Kuh-Genussscheinen“ gestartet. Wir haben Freunde und Bekannte überzeugt und für unsere Idee im Internet geworben. Am Ende haben 70 Unterstützer in diese „Kuh-Genussscheine“ mit je 500 Euro investiert und wir konnten damit die Kühe für unsere Herde zusammenkaufen. Dann hat uns auch eine lokale Bank unterstützt, auch wenn wir Land und Gebäude nur gepachtet haben. Der zweite Schritt war, dass wir ­einen kleinen lokalen Bauernmarkt ins ­Leben gerufen haben, wo wir unsere Hofprodukte verkaufen. Das hat uns einen tollen Schub gegeben und uns noch mehr mit dem Dorf vernetzt.

Hof Stolze Kuh:

Anja und Janusz Hradetzky halten 40 Milchkühe alter Zweinutzungsrassen, drei Zuchtbullen, 44 Jungtiere und 36 Kälber. Janusz ­engagiert sich im Bündnis Junge Landwirtschaft e. V. und setzt sich gegen Landgrabbing in Ostdeutschland ein. Anja ist „Kuhflüsterin und Trainerin für wesensgemäße Tierhaltung“ und gibt Seminare im stressarmen Umgang mit Rindern.

Produkte vom Hof:

Auf dem Betrieb „Stolze Kuh“ wird Demeter-Heumilch direkt in der neu­en Käserei verarbeitet – zu leckeren ­Käsesorten, Frischkäse, Joghurt, Quark und Butter. Auch verkaufen die Hradetzkys eigenes Rindfleisch und -Wurst. Im Hofladen oder per Paket.  

Alexander Gerber: Ein Hof wie eurer – und generell Ökolandbau – belebt die Dörfer und macht das Leben auf dem Land lebenswert: durch Arbeitsplätze, aber auch dadurch, dass sie oft zu kulturellen Zentren werden, zu einem Ort, an dem man sich trifft und austauscht. Und wo man einen Bezug zu dem bekommt, was wir essen.

Anja Hradetzky: Ja, Biohöfe bringen wie­-der eine gewisse Lebendigkeit in ein Dorf, nicht zuletzt mit den Tieren. Zu uns kommen viele Dorfbewohner, die unsere ­Produkte mögen, weil sie „schmecken wie früher“. Sie schätzen die Milch, das Fleisch, die Wurst und unseren Käse. Unsere neue Käserei haben wir übrigens auch durch Crowd­funding realisiert. Das war ein schönes Erlebnis, weil uns dabei auch ganz viele Menschen unterstützt haben, die uns nicht persönlich kennen, aber die Art und Weise, wie wir arbeiten und Tiere halten, gut finden. Die Käserei brauchen wir, um die Wertschöpfung für unsere Heumilch zu erhöhen – und um dieses hochwertige Lebensmittel auch länger haltbar zu machen.

Alexander Gerber: Die Art, wie ihr euren Hof aufgebaut habt und wirtschaftet, steht für ein neues Selbstverständnis der Betriebsleiter im biodynamischen und Ökolandbau. Demeter-Höfe setzen seit vielen Jahrzehnten Akzente in der ökologischen Pflanzenzüchtung, der Tierhaltung, der Bodenentwicklung – aber eben auch bei alternativen Wirtschafts- und Lebensformen. Hofübergaben außerhalb der Familie, Neugründung von Höfen und Betriebs­gemeinschaften, vor allem aber auch Wirtschaftsmodelle wie bei euch, in denen bis hin zu den Verbraucher*innen die gesamte Wertschöpfungskette in die Unternehmensverantwortung mit einsteigt, sind meiner Meinung nach ein Weg für die ­Zukunft. So wie ihr einen frischen Blick habt und Althergebrachtes infrage stellt, so müssen wir alle umdenken, damit die bäuerlichen Strukturen bestehen bleiben und die Bauern am Ende der Kette nicht den gesamten Druck unseres Wirtschaftssystems tragen. Dafür ist mehr direkter Bezug zwischen Erzeuger und Verbraucher notwendig – etwa durch die Solidarische ­Landwirtschaft, Crowdfunding oder Genussscheine wie bei euch.

Wie wichtig ist dabei eine gute Kommunikation, um diese Ideale sichtbar zu machen?

Anja Hradetzky: Sehr wichtig. Wir merken auch, dass viele durch unsere Hofprodukte ein anderes Bewusstsein für weitere Lebensbereiche entwickeln. Die Milch, der Käse, die Salami, bei denen die Menschen ja auch unsere Ideale „mitessen“, sind ansteckend.

Alexander Gerber: Die Qualität, diese auch zu kommunizieren, gehört mit zu den Aufgaben der neuen Betriebsleiter. Es reicht nicht, nur gute Landwirtschaft zu betreiben, sondern eben auch die Produkte erfolgreich zu vermarkten, Öffentlichkeitsarbeit zu machen und sich mit anderen auszutauschen und zu vernetzen. Das sind große Herausforderungen.

Anja Hradetzky: Unsere Öffentlichkeits­arbeit – ob online über Blogbeiträge oder YouTube-Videos, aber auch im Fernsehen, Magazinen, Zeitungen und im Radio – möchte ich nicht nur nutzen, um von der „Stolzen Kuh“ zu erzählen. Ich möchte sie auch als Chance ergreifen, um anderen den Impuls zu geben, sich zu fragen: „Was ist mein innerster Wunsch?“

Alexander Gerber: Ja, an dieser Frage hängt alles! Am Ende geht es darum: „Was will ich eigentlich vom Leben?“ Erst wenn diese Frage geklärt ist, werden die Energien frei, dann kommt der Mut, den eigenen Weg zu gehen.

Anja Hradetzky: Und dann findet man den Weg. Auch wenn es mühsam ist. Wir haben hier selbst Netzwerke mitaufgebaut – etwa das Bündnis Junge Landwirtschaft. Außerdem bin ich inzwischen Mentorin und beantworte viele Fragen: junge Hofgründerinnen und -gründer brauchen Erfahrungen aus erster Hand. Das ist – neben der „Stolzen Kuh“ – unser Herzensanliegen: wir wollen anderen jungen Menschen Mut machen, in die Landwirtschaft einzusteigen. In ein kapitalintensives Geschäft! Es ist hart, das möchte ich nicht verschweigen, ohne Geld und Land, doch mit dem „Low-Input“-Prinzip kann es funktionieren. Ich sage immer: wenn es eure wirkliche Leidenschaft ist: traut euch! Ihr könnt nicht mehr verlieren als ein nicht gelebtes Leben.

Unterstützung für junge & angehende Biobäuer*innen: