Selbst gemacht

Wohnheim für Wildbienen

06.05.2019

Wildbienen und Schwebfliegen spielen bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen eine oft unterschätzte Rolle. Dabei gehen bis zu zwei Drittel der Bestäubungsleistung auf das Konto der wilden Pollensammlerinnen. Mit einer schnell gebauten Nisthilfe bieten Sie ihnen ein Zuhause.

Von Corina Panitz

Eine einfache Nisthilfe für Bienen in drei Schritten

Sie brauchen: ein Bündel markhaltige Äste, mindestens 50 cm lang (z. B. Himbeer- oder Brombeer-Ruten, Holunderäste, Stängel von Königskerzen, Disteln, Kletten, Sonnenblumen oder Beifuß), scharfe Gartenschere, eine Schnur und bei Bedarf noch eine Befestigungsklemme.

So geht’s:

Binden Sie die Stängel am oberen und unteren Ende zusammen.

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Kürzen Sie die Stängel auf rund 50 cm. Vorsicht: Achten Sie auf saubere Schnittkanten, damit beim Ein- und Ausfliegen die filigranen Flügel nicht verletzt werden.

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Befestigen Sie die Rute senkrecht an einer wettergeschützten, sonnenbeschienenen Stelle, beispielsweise an der Hauswand, am Gartenzaun oder einem Baumstamm. Bald können Sie Ihre neuen Untermieter beim Einzug beobachten!

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Verschiedene Wildbienen lieben verschiedene Behausungen: Einige Arten ziehen gern in Nisthilfen mit vorgefertigten Löchern, da sie selbst keine bohren können. Hier bieten sich als Nisthilfen Baumscheiben oder Holzklötze an, mit Gängen von fünf bis zehn Zentimetern Tiefe und verschieden starken Durchmessern (zwischen drei bis sechs Millimeter). Bohren Sie dafür einfach zwischen drei bis sechs Millimeter große Löcher in harte Laubbaum-Gehölze von Buche, Eiche, Esche oder Obstbäumen. Klopfen Sie den beim Bohren entstandenen Holzstaub heraus und schmirgeln sie die zukünftigen Ein- und Ausfluglöcher ab. Andere Wildbienenarten wiederum übernehmen den Wohnungsbau selbst und fressen Gänge in morsches Holz, sandigen Lehm oder markhaltige Stängel. Eine Nisthilfe für diese Arten selbst zu bauen, geht ganz leicht und ist wenig zeit- und materialintensiv. Markhaltige Stängel finden sich bei Himbeer- und Brombeersträuchern, Holunderbüschen, Königskerzen, Kletten oder Beifuß-Gewächsen. Auch der Stamm verblühter Sonnenblumen bietet sich dafür an, gebündelt an geschützter Stelle noch eine Aufgabe zu übernehmen und auf den Wildbienen-Erstbezug zu warten. Unbedingt darauf zu achten ist, dass die Stängel nicht kürzer als 50 Zentimeter sind und senkrecht – wie die Natur es uns vorgibt – befestigt werden.

Manche Behausungen werden erst nach einiger Zeit angenommen. Wenn nicht zur Aufzucht, so dienen sie den Königinnen vieler Arten als Winterquartier und sollten deshalb das ganze Jahr, bis über die kalte Jahreszeit hinaus, im Freien verbleiben.

Mein Tipp: Der Demeter-Gartenrundbrief

Mehr Insiderwissen zum biodynamischen Gärtnern gibt es in der Rubrik „Informieren“ auf der neu gestalteten Website des Demeter-Gartenrundbriefs. Hier finden Sie beispielsweise Bezugsquellen für Demeter-Jungpflanzen und Saatgut samenfester Sorten sowie Hintergrundwissen zum Aufsetzen und Pflegen von Kompost.

Den beliebten Gartenrundbrief mit exklusiven Inhalten können Sie auch abonnieren: Das 16-seitige Magazin erscheint sechsmal im Jahr – gedruckt und online. Eine feste Rubrik ist der praktische Arbeitskalender, der jeweils einen 8-Wochen-Zeitraum umfasst. Zudem gibt es Tipps zur Anwendung der Biologisch-Dynamischen Präparate, Hilfreiches zu alten Obst- und Gemüsesorten, zur Anlage von Wildstaudenbeeten und -wiesen sowie zu heimischen Nützlingen.

www.gartenrundbrief.de

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Corina Panitz gehört zum Team des Demeter-Gartenrundbriefs und betreut die Demeter-Hausgartengruppen in Baden-Württemberg.