Bei Theresa und Isabell vor Ort

Willkommen auf dem Seibertsweilerhof!

17.09.2018
Theresa und Isabell auf dem Floss

Bilder: Seibertsweilerhof


Auf dem letzten Höhenzug der Schwäbischen Alb bei Donauwörth liegt der Seibertsweilerhof. Dort leben Theresa (8) und Isabell (10) mit ihrer Familie und den Großeltern. Sie finden: Der Hof ist ein großer Abenteuerspielplatz!

von Nina Berner

Wer lebt alles auf dem Seibertsweilerhof?

Isabell: Mama und Papa, unser großer Bruder Johannes und Oma und Opa. Ich habe gezählt: Wir haben 60 Milchkühe. Mit Kälbchen und Rindern sind es insgesamt 142 Tiere. Struppi, unser Hund, ist schon 13 Jahre alt. Er kann nicht mehr richtig hören. Seit kurzem ist Lucia bei uns, die ist erst drei Monate alt. Sie muss noch ganz viel lernen, auch wie sie Kühe treiben kann – sie soll nämlich unser Hütehund werden.

Isabell und Theresa mit Hund Lucia

Theresa: Anna, unsere große Schwester, lebt nicht mehr hier, aber sie ist ganz oft zu Besuch. Dann freu’ ich mich! Wir haben auch Bienen im Bienenstock auf dem Hof. Die mag ich! Wir haben auch gaaanz viele Katzen und Schwalben auf dem Hof. Im Teich sind Frösche, die fangen wir und lassen sie wieder frei. Gelbbauch-Unken gibt es auch. Und Falken. Deren Eier sind braun mit Tupfen. Die Eier im Nest können wir sehen, wenn wir mit dem Kran im Heulager fahren. Kranfahren können wir schon!

Was machen die vielen Kühe eigentlich den ganzen Tag?

Theresa: Fressen, schlafen und mit dem Schwanz wedeln wegen den Fliegen.

Isabell: Die sind 20 Stunden auf der Weide. Sie essen Heu, Gras und Bruch. Das ist so eine Art Müsli. Die Kälbchen sind immer bei ihrer Mutter und trinken Milch direkt am Euter, ungefähr drei Monate lang.

Zeichnung Kühe auf der WeideZeichnung: Theresa Kleinle

Manchmal finden sie die Euter nicht oder die Kuhmutter lässt sie nicht trinken. Dann müssen wir sie mit der Flasche füttern. So wie bei Mozart, das ist mein Liebling. Mit dem bin ich immer spazieren gegangen, als er klein war.

Theresa: Meine Lieblingskuh ist Unna. Auf der kann ich sogar reiten. Sie ist mein Geburtstagskälbchen. Sie ist nämlich an meinem Geburtstag geboren.

Als Demeter-Kühe haben ja alle Hörner...

Isabell: Ja, klar! Echte Kühe tragen Hörner. Eine Kuh ohne Hörner sieht irgendwie komisch aus. Die Kühe mit Hörnern sind aufrechter. Ich finde, sie sehen viel schöner aus.

Theresa: Die Kühe brauchen die Hörner damit ihnen nicht so heiß ist, da kommt irgendwie kühle Luft durch. Und die Hörner haben Rillen. Da kann man sehen, wie viele Kälber die Kuh bekommen hat.

Wisst ihr, wie Käse gemacht wird – und schaut ihr da auch zu?

Isabell: Der Käse wird von einer mobilen Käserei gemacht. Der Käser kommt zu uns auf den Hof. Da sind wir meistens in der Schule. Aber manchmal schauen wir auch zu. 800 Liter Milch kommen in einen großen Topf. Und dann wird gerührt. Zum Schluss kommt alles in Formen.

Theresa: Früher hatten wir kleine Käselaibe, jetzt haben wir große. Der Käser nimmt die Laibe mit und bringt sie dann wieder. Wir haben Bergkäse und Tilsiter.

Wo und was spielt ihr am liebsten?

Isabell: Am liebsten spielen wir draußen und mit den Tieren. Wir haben ganz alleine ein Floß gebaut aus einer alten Tür und Styropor. Mit einer Schnur können wir uns selber wieder zurückziehen, wenn wir auf dem Weiher sind und Frösche fangen.

Isabell und Theresa auf dem selbstgebauten Floss

Isabell und Theresa haben einen Frosch gefangen

Wenn ihr euch ein Tier wünschen könntet, welches wäre das?

Theresa: Hühner und Schweine. Die kommen bald. Papa hat’s versprochen!

Seibertsweilerhof

Demeter-Hof

Der Seibertsweilerhof der Familie Kleinle liegt ganz in der Nähe von Donauwörth im bayerischen Schwaben. Schon seit 100 Jahren ist der Hof in Familienbesitz. Beate und Florian Kleinle haben den ehemals konventionellen Betrieb 2011 auf die biologisch- dynamische Wirtschaftsweise umgestellt. Auf dem Milchviehbetrieb leben 142 Kühe, Rinder und Kälber. Der Großteil der Milch wird an eine Molkerei geliefert, aber ein Teil wird von einer mobilen Käserei zu Käse verarbeitet. Die rund 100 Hektar Acker- und Grünland liefern Futter für die Kühe. Außerdem wird Speisegetreide angebaut. Ein geschlossener Betriebskreislauf und Vielfalt ist den Kleinles wichtig. Das Besondere an dem Betrieb ist die muttergebundene Kälberaufzucht, Weidehaltung von März bis Oktober, ausschließlich Heufütterung – also keine Silage – und pfluglose Bodenbearbeitung. Der Betrieb ist außerdem mit der Premiumstufe des Tierschutzlabels vom deutschen Tierschutzbund ausgezeichnet.

Dieser Artikel stammt aus dem Demeter Journal 39.

 
17.09.2018
Willkommen auf dem Seibertsweilerhof!
Bei Theresa und Isabell vor Ort

Auf dem letzten Höhenzug der Schwäbischen Alb bei Donauwörth liegt der Seibertsweilerhof. Dort leben Theresa (8) und Isabell (10) mit ihrer Familie und den Großeltern. Sie finden: Der Hof ist ein großer Abenteuerspielplatz!

von Nina Berner

Wer lebt alles auf dem Seibertsweilerhof?

Isabell: Mama und Papa, unser großer Bruder Johannes und Oma und Opa. Ich habe gezählt: Wir haben 60 Milchkühe. Mit Kälbchen und Rindern sind es insgesamt 142 Tiere. Struppi, unser Hund, ist schon 13 Jahre alt. Er kann nicht mehr richtig hören. Seit kurzem ist Lucia bei uns, die ist erst drei Monate alt. Sie muss noch ganz viel lernen, auch wie sie Kühe treiben kann – sie soll nämlich unser Hütehund werden.

Isabell und Theresa mit Hund Lucia

Theresa: Anna, unsere große Schwester, lebt nicht mehr hier, aber sie ist ganz oft zu Besuch. Dann freu’ ich mich! Wir haben auch Bienen im Bienenstock auf dem Hof. Die mag ich! Wir haben auch gaaanz viele Katzen und Schwalben auf dem Hof. Im Teich sind Frösche, die fangen wir und lassen sie wieder frei. Gelbbauch-Unken gibt es auch. Und Falken. Deren Eier sind braun mit Tupfen. Die Eier im Nest können wir sehen, wenn wir mit dem Kran im Heulager fahren. Kranfahren können wir schon!

Was machen die vielen Kühe eigentlich den ganzen Tag?

Theresa: Fressen, schlafen und mit dem Schwanz wedeln wegen den Fliegen.

Isabell: Die sind 20 Stunden auf der Weide. Sie essen Heu, Gras und Bruch. Das ist so eine Art Müsli. Die Kälbchen sind immer bei ihrer Mutter und trinken Milch direkt am Euter, ungefähr drei Monate lang.

Zeichnung Kühe auf der WeideZeichnung: Theresa Kleinle

Manchmal finden sie die Euter nicht oder die Kuhmutter lässt sie nicht trinken. Dann müssen wir sie mit der Flasche füttern. So wie bei Mozart, das ist mein Liebling. Mit dem bin ich immer spazieren gegangen, als er klein war.

Theresa: Meine Lieblingskuh ist Unna. Auf der kann ich sogar reiten. Sie ist mein Geburtstagskälbchen. Sie ist nämlich an meinem Geburtstag geboren.

Als Demeter-Kühe haben ja alle Hörner...

Isabell: Ja, klar! Echte Kühe tragen Hörner. Eine Kuh ohne Hörner sieht irgendwie komisch aus. Die Kühe mit Hörnern sind aufrechter. Ich finde, sie sehen viel schöner aus.

Theresa: Die Kühe brauchen die Hörner damit ihnen nicht so heiß ist, da kommt irgendwie kühle Luft durch. Und die Hörner haben Rillen. Da kann man sehen, wie viele Kälber die Kuh bekommen hat.

Wisst ihr, wie Käse gemacht wird – und schaut ihr da auch zu?

Isabell: Der Käse wird von einer mobilen Käserei gemacht. Der Käser kommt zu uns auf den Hof. Da sind wir meistens in der Schule. Aber manchmal schauen wir auch zu. 800 Liter Milch kommen in einen großen Topf. Und dann wird gerührt. Zum Schluss kommt alles in Formen.

Theresa: Früher hatten wir kleine Käselaibe, jetzt haben wir große. Der Käser nimmt die Laibe mit und bringt sie dann wieder. Wir haben Bergkäse und Tilsiter.

Wo und was spielt ihr am liebsten?

Isabell: Am liebsten spielen wir draußen und mit den Tieren. Wir haben ganz alleine ein Floß gebaut aus einer alten Tür und Styropor. Mit einer Schnur können wir uns selber wieder zurückziehen, wenn wir auf dem Weiher sind und Frösche fangen.

Isabell und Theresa auf dem selbstgebauten Floss

Isabell und Theresa haben einen Frosch gefangen

Wenn ihr euch ein Tier wünschen könntet, welches wäre das?

Theresa: Hühner und Schweine. Die kommen bald. Papa hat’s versprochen!

Seibertsweilerhof

Demeter-Hof

Der Seibertsweilerhof der Familie Kleinle liegt ganz in der Nähe von Donauwörth im bayerischen Schwaben. Schon seit 100 Jahren ist der Hof in Familienbesitz. Beate und Florian Kleinle haben den ehemals konventionellen Betrieb 2011 auf die biologisch- dynamische Wirtschaftsweise umgestellt. Auf dem Milchviehbetrieb leben 142 Kühe, Rinder und Kälber. Der Großteil der Milch wird an eine Molkerei geliefert, aber ein Teil wird von einer mobilen Käserei zu Käse verarbeitet. Die rund 100 Hektar Acker- und Grünland liefern Futter für die Kühe. Außerdem wird Speisegetreide angebaut. Ein geschlossener Betriebskreislauf und Vielfalt ist den Kleinles wichtig. Das Besondere an dem Betrieb ist die muttergebundene Kälberaufzucht, Weidehaltung von März bis Oktober, ausschließlich Heufütterung – also keine Silage – und pfluglose Bodenbearbeitung. Der Betrieb ist außerdem mit der Premiumstufe des Tierschutzlabels vom deutschen Tierschutzbund ausgezeichnet.

Dieser Artikel stammt aus dem Demeter Journal 39.