90 Jahre Demeter-Marke

Pioniergeist kennt kein Alter

23.04.2018
Nostalgie-Verpackungen von Demeter-Produkten

Bild: Fotostudio Viscom


Vor 90 Jahren haben Bäuerinnen und Bauern sowie Herstellerinnen und Hersteller ihre Waren aus biodynamischer Landwirtschaft erstmals als „Demeter“-Produkte vermarktet. 1928 haben Hersteller biodynamischer Produkte das Demeter- Warenzeichen eingeführt. Damit haben sie die ersten Kriterien für Demeter-Qualität formuliert, abgeleitet aus dem „Landwirtschaftlichen Kurs“, den Rudolf Steiner vier Jahre zuvor gehalten hatte. Eine Erfolgsgeschichte: Heute ist Demeter in Deutschland die bekannteste und vertrauenswürdigste Biomarke. Doch was sind die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen?

Drei Fragen an Demeter-Vorstand Alexander GerberAlexander Gerber

Demeter ist nicht nur die älteste, sondern heute auch die beliebteste Biomarke. Wie hat Demeter das erreicht?

Das ist in erster Linie das Verdienst der Bäuerinnen und Bauern, die mit Begeisterung und Idealismus biodynamische Landwirtschaft betreiben und ihre Höfe als kulturelle Orte gestalten. Es ist der Erfolg der Verarbeiter, die nahezu ohne Hilfsmittel und Zusatzstoffe Lebensmittel bester Qualität herstellen, die sehr gut schmecken. Schließlich sind es die Händler, die diese besonderen Produkte den Verbraucher*innen mit guter Beratung und breiten Sortimenten verfügbar machen. Hier schließt sich der Kreis, denn das Vertrauen und die große Nachfrage der Verbraucher*innen führt natürlich dazu, dass die Produkte im Markt erfolgreich sind.

Welchen Anteil hat der Demeter Verband am Erfolg?

Wir tragen als Verband natürlich auch zum Markenerfolg bei. Das Demeter-Logo wird nicht als Prüfsiegel, sondern als Co- Marke eingesetzt und kennzeichnet die Produkte als Mitglied in der Demeter-Familie. Das hat Vertrauen und Orientierung geschaffen. Zudem halten wir engen Kontakt mit den Verbrauchern – nicht zuletzt mit unserem Demeter Journal, das den Lesern zeigt, wie unsere Mitglieder arbeiten, und Einblicke hinter die Kulissen gibt. Auch in den sozialen Medien sind wir sehr erfolgreich aktiv, mit rund 57 000 Fans haben wir eine sehr erfolgreiche Bio-Lebensmittel-Facebookseite.

Wohin brechen wir auf, was wollen wir noch erreichen?

Es ist viel einfacher, erfolgreich zu werden als erfolgreich zu bleiben. Wir befinden uns immer noch auf dem Weg – wie bei einem Aufstieg auf einen Berg haben wir den ersten Pass erreicht. Unsere Vision: Mindestens zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland werden biodynamisch bewirtschaftet. Denn diese Art der Landwirtschaft ist die nachhaltigste Form der Landwirtschaft. Jeder neue Hektar heilt die Erde und bringt mehr Lebensmittel hervor, die Körper, Seele und Geist wirklich nähren. Demeter hat Pionierarbeit für den Ökolandbau geleistet und den Ökolandbau geprägt. Pioniergeist kennt kein Alter: Auch heute ist Demeter mit innovativen Ideen vorn dabei, etwa mit unserer eigenständigen Ökozüchtung oder bei der muttergebundenen Kälberhaltung. Das soll so bleiben – wir wollen weiterhin Innovatoren sein. Das bedeutet auch, dass unsere Mitglieder nicht nur strenge Richtlinien einhalten, sondern dass sich jeder Betrieb Jahr für Jahr mit anderen austauscht und sich anhand der biodynamischen Prinzipien weiterentwickelt und wir so zu einer lebendigen Entwicklungsgemeinschaft werden.

Dieser Artikel stammt aus dem Demeter Journal 37.

23.04.2018
Pioniergeist kennt kein Alter
90 Jahre Demeter-Marke

Vor 90 Jahren haben Bäuerinnen und Bauern sowie Herstellerinnen und Hersteller ihre Waren aus biodynamischer Landwirtschaft erstmals als „Demeter“-Produkte vermarktet. 1928 haben Hersteller biodynamischer Produkte das Demeter- Warenzeichen eingeführt. Damit haben sie die ersten Kriterien für Demeter-Qualität formuliert, abgeleitet aus dem „Landwirtschaftlichen Kurs“, den Rudolf Steiner vier Jahre zuvor gehalten hatte. Eine Erfolgsgeschichte: Heute ist Demeter in Deutschland die bekannteste und vertrauenswürdigste Biomarke. Doch was sind die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen?

Drei Fragen an Demeter-Vorstand Alexander GerberAlexander Gerber

Demeter ist nicht nur die älteste, sondern heute auch die beliebteste Biomarke. Wie hat Demeter das erreicht?

Das ist in erster Linie das Verdienst der Bäuerinnen und Bauern, die mit Begeisterung und Idealismus biodynamische Landwirtschaft betreiben und ihre Höfe als kulturelle Orte gestalten. Es ist der Erfolg der Verarbeiter, die nahezu ohne Hilfsmittel und Zusatzstoffe Lebensmittel bester Qualität herstellen, die sehr gut schmecken. Schließlich sind es die Händler, die diese besonderen Produkte den Verbraucher*innen mit guter Beratung und breiten Sortimenten verfügbar machen. Hier schließt sich der Kreis, denn das Vertrauen und die große Nachfrage der Verbraucher*innen führt natürlich dazu, dass die Produkte im Markt erfolgreich sind.

Welchen Anteil hat der Demeter Verband am Erfolg?

Wir tragen als Verband natürlich auch zum Markenerfolg bei. Das Demeter-Logo wird nicht als Prüfsiegel, sondern als Co- Marke eingesetzt und kennzeichnet die Produkte als Mitglied in der Demeter-Familie. Das hat Vertrauen und Orientierung geschaffen. Zudem halten wir engen Kontakt mit den Verbrauchern – nicht zuletzt mit unserem Demeter Journal, das den Lesern zeigt, wie unsere Mitglieder arbeiten, und Einblicke hinter die Kulissen gibt. Auch in den sozialen Medien sind wir sehr erfolgreich aktiv, mit rund 57 000 Fans haben wir eine sehr erfolgreiche Bio-Lebensmittel-Facebookseite.

Wohin brechen wir auf, was wollen wir noch erreichen?

Es ist viel einfacher, erfolgreich zu werden als erfolgreich zu bleiben. Wir befinden uns immer noch auf dem Weg – wie bei einem Aufstieg auf einen Berg haben wir den ersten Pass erreicht. Unsere Vision: Mindestens zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland werden biodynamisch bewirtschaftet. Denn diese Art der Landwirtschaft ist die nachhaltigste Form der Landwirtschaft. Jeder neue Hektar heilt die Erde und bringt mehr Lebensmittel hervor, die Körper, Seele und Geist wirklich nähren. Demeter hat Pionierarbeit für den Ökolandbau geleistet und den Ökolandbau geprägt. Pioniergeist kennt kein Alter: Auch heute ist Demeter mit innovativen Ideen vorn dabei, etwa mit unserer eigenständigen Ökozüchtung oder bei der muttergebundenen Kälberhaltung. Das soll so bleiben – wir wollen weiterhin Innovatoren sein. Das bedeutet auch, dass unsere Mitglieder nicht nur strenge Richtlinien einhalten, sondern dass sich jeder Betrieb Jahr für Jahr mit anderen austauscht und sich anhand der biodynamischen Prinzipien weiterentwickelt und wir so zu einer lebendigen Entwicklungsgemeinschaft werden.

Dieser Artikel stammt aus dem Demeter Journal 37.