Der KuhBlog

Der Kuh zu Ehren

14.07.2017

Ihr Menschen habt für so vieles einen extra Tag, um etwas besonders zu würdigen. Auch heute ist mal wieder so ein Tag: der Ehrentag der Kuh! Den nehme ich natürlich gerne zum Anlass, um mal Querbeet die Schönheit und Faszination um uns Kühe zu portraitieren.

Seit Jahrtausenden Begleiter der Menschen

Für nomadisch lebende Kulturen und Völker, die von der Weidewirtschaft leben, sind wir Rinder seit jeher ein Statussymbol. Eine gesunde Kuhherde bedeutete Wohlstand und Ansehen. Dazu beigetragen hat auch der vielfältige Nutzen, den Menschen aus uns Rindern ziehen können. Wir geben Milch als wertvolles Nahrungsmittel und unsere Arbeitskraft als Zugtier vor einem Karren zum Beispiel. Menschen nutzen auch unser Fleisch als Nahrung und unsere Haut, um daraus Leder und somit Kleidung zu machen. In manchen Kulturen wurde das kostbare Fleisch auch Göttern geopfert, so wertvoll war es. Kein Vergleich also zu den billigen Stücken aus intensivster Massentierhaltung, die es heute zu kaufen gibt. Das finde ich einfach nur grausam und respektlos uns Tieren gegenüber.

Heilige Kühe

In Indien sind wir Kühe sogar heilig, aber das habt ihr bestimmt schon mal gehört. Wir sind quasi überall: auf der Straße, im Fluß, auf dem Gehsteig – wo man auch hinschaut: Kühe. Gefressen wird, was da ist. Bio-Abfall von Basaren oder eben die Vegetation am Wegesrand. Die „Heiligkeit“ beruht auf dem Hinduistischen Glauben, in dem alles Lebende geehrt wird und die Kuh besonders durch ihre fünf wichtigen Gaben einen sehr hohen Stellenwert für die Menschen hat.

Diese Gaben sind der Urin der Kuh, er wird als Art Desinfektionsmittel genutzt. Die Milch, womit traditionelle indische Getränke wie Chai Tee zubereitet werden. Ghee, das ist Butterschmalz, es wird zu religiösen Zeremonien und Riten wie Bestattungen oder als Brennstoff in Tempellampen genutzt. Die vierte Gabe ist Lasshi, ein kaltes Joghurt-Getränk, das mittlerweile ja auch in Europa bekannt geworden ist. Und zu guter Letzt: der Mist. Dieser wird zum Bauen, als Art Mörtel oder Stroh-Lehm-Putz genutzt, als Dünger wird er auf die Felder gebracht und die getrockneten Fladen sind ein wertvoller Brennstoff!

Ihr seht: Bauen, Heizen, Arbeitskraft und Nahrung: uns Kühen verdanken Menschen extrem viel.

Schönheiten auf vier Beinen

Ja, das sind wir! So schön sogar, dass begeisterte Menschen ganze Bildbände über uns veröffentlichen. Ein paar dieser Schätze findet ihr bei den Buchtipps aufgelistet.

Bastelspaß mit  Kühen aus Ton

Vor kurzem habe ich mit Kindergarten-Kindern Kühe gebastelt, und zwar aus Ton. Das ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken mag. Als Vorlage dienten meine Stellvertreterin aus Holz und viele Bilder von Kühen. Und natürlich, was durfte nicht fehlen: Hörner! Aber das wussten die Kids schon, ich war beeindruckt. Zwei Hörner hatte ich auch im Gepäck und die sorgten für großes Staunen und leuchtende Kinderaugen, denn angefasst hatten sie so ein Horn vorher noch nie. Mit Eifer waren die Kinder dabei Tonkühe zu formen, aber auch Katzen und Futterschalen standen hoch im Kurs – richtiges Bauernhofleben eben. Berührt hat mich das Mitgefühl von einem Mädchen, das einem Gespräch zu Enthornung zuhörte und sagte „die Hörner muss man doch dran lassen, wir schneiden uns ja auch nichts vom Kopf ab, das tut doch weh“. Dieser scheinbar simple Gedanke ist bei vielen Menschen aber noch nicht – oder nicht mehr – im Kopf verankert. Zum Leidwesen aller enthornten Kuh-Kameraden.

Kühe aus Ton

Mitgebrachte Bilder und Hörner sind natürlich beeindruckend, aber eine lebende Kuh zu sehen und anfassen zu können – ihre prächtigen Hörner zu berühren und den warmen Körper zu streicheln, das ist ganz was Besonderes. Auf dieses Erlebnis freuen sich die Kinder in den Ferien – und ich darf sie begleiten. Doch dazu dann später mehr…