Acker-Bunt: Vom 15. April bis 15. Mai im teilnehmenden Bioladen

Für Vielfalt auf den Feldern, den Tellern und in den Köpfen

15. April 2021

Schubladen im Kopf machen aus dem Individuellen etwas Konventionelles. Auch in der Landwirtschaft. Da muss alles aalglatt und konform sein. Aber sind es nicht die vielen großen und kleinen Unterschiede, die das Lebendige ausmachen? Einheit und Vielfalt sind bei Demeter kein Widerspruch, sondern Aspekte der Biodiversität.

Warum ist Vielfalt und Biodiversität so wichtig?

Wir mögen es gern bunt und setzen uns daher auf unseren biodynamischen Betrieben für den Erhalt der Biodiversität ein. Sie umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten und die genetische Vielfalt – also Vielfalt auf allen Ebenen!

Unsere Vielfalt ist bedroht

Biodiversität bildet eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens, gleichzeitig haben wir Menschen durch unser Handeln in den letzten Jahrzehnten zu einem massiven Rückgang der Biodiversität beigetragen. Die Landwirtschaft gilt dabei als einer der Hauptverursacher des Biodiversitätsverlusts: Pestizideinsatz, synthetische Stickstoffdünger, Flurbereinigung, Drainagen und der Einsatz schwerer Maschinen haben dafür gesorgt, dass einige Arten fast komplett aus unserer Kulturlandschaft verschwunden sind. Es wird also höchste Zeit, zu handeln.

Was macht Demeter-Höfe bunt

Lebensraum, Rückzugsort, Brutplatz, Nahrungsquelle – all das können Demeter-Höfe Wildtieren und Insekten bieten mit ihren Wiesen, Feldern und Hecken. So tragen wir unseren Teil dazu bei, Ökosysteme zu stabilisieren. Statt Agrarwüste und endloser Weite setzen wir auf Hecken, farbenreiche Ackerrandstreifen, wilde Feldraine, Streuobstwiesen, Steinhaufen und Buntbrachen. Diese bremsen starke Winde, können Bodenerosion verhindern und Verschlämmungen vermeiden. Außerdem fördern sie nachweislich den Artenreichtum von Flora und Fauna und verbessern so die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme gegenüber Umweltveränderungen. Wir integrieren Räume für Biodiversität fest in unsere biodynamischen Hofkreisläufe und haben sie seit 2013 verpflichtend auf 10% der Gesamtfläche für all unserer Betriebe gemacht.


Es leuchtet, summt und brummt auf unseren Äckern

Blühstreifen, Buntbrachen und Ackerrandstreifen helfen dabei, die Vielfalt der Blühpflanzen um 80% zu erhöhen und bieten Nahrung für Bestäuber. Auch auf unseren Wiesen und Weiden blühen Schafgarbe, Wegwarte & Co. So finden sich auf ökologisch bewirtschafteten Flächen 3-7-mal so viele Bienenarten und mehr blütenbesuchende Insekten. Auch Feldvögel kehren allmählich wieder auf Ökolandbauflächen zurück: Denn dort finden sie vielseitige Nahrungs-, Brut- und Rückzugsangebote.


Und täglich verdaut der ­Regenwurm

Der Ökolandbau fördert durch den Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Pestizide, durch geringe und rein organische Düngung und durch schonende Bodenpflege die Entwicklung von Gliedertieren und Regenwürmern. Auf unseren Höfen fressen sich 50 bis 80 % mehr von diesen kleinen Bodenoptimierern durch den Bioacker. Gemeinsam mit Käfer, Ameise & Co. und einer guten Portion Bodenpilze machen sie unsere Böden besonders locker und fruchtbar.


Vielfalt statt Einfalt – auch bei der Züchtung

Saatgut liegt heute vor allem in den Händen weniger großer Saatgut-Unternehmen, die Hochleistungs­sorten züchten, deren Samen jährlich neu gekauft werden müssen. Wir fördern eine Pflanzenzüchtung, die unabhängig von Saatgutkonzernen ist, und setzen uns für standortangepasste samenfeste Sorten wie die Möhre Rodelika oder die Rote Bete Robuschka ein. Auch bei Öko-Nutztiere setzen wir auf Unabhängigkeit: Gemeinsam mit Bioland arbeiten wir in der „Ökologischen Tierzucht“ (ÖTZ) an der Züchtung eines Zweinutzungshuhns, das sowohl Eier als auch Fleisch liefert.

Zum Acker-Bündnis gehören

Als Acker-Bunt haben sich Demeter-Höfe, -Hersteller und -Partner zusammengeschlossen, die sich gemeinsam im Rahmen der Aktionswochen vom 15. April bis 15. Mai im Naturkostfachhandel für Vielfalt auf dem Acker, dem Teller und in den Köpfen stark machen.

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Nur Puur

Nur puur bio

Nur puur bio verbindet die langjährige Überzeugung, dass Bio die einzige echte Alternative für uns und unseren Planeten ist, mit den Ansprüchen der heutigen Zeit an Gesundheit und Lifestyle. Seit jeher arbeitet nur puur bio nur mit kleinen Betrieben mit echter Bio-Passion und familiären Strukturen zusammen. – Die Süßlupine ist eine ganz besondere Hülsenfrucht. Enorm proteinreich, gluten-, laktose-, cholesterinfrei, gilt sie als gute Quelle für Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine proteinhaltige, fettarme Zutat nicht nur für Vegetarier*innen oder Veganer*innen!

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Natural Cool

Natural Cool

Als erste Erzeugergemeinschaft von Demeter- und Bio- Landwirt*innen bietet Demeter- Felderzeugnisse ein großes Sortiment an Bio-Tiefkühlprodukten. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, der Verarbeitung und dem Handel gewährt eine lückenlose Transparenz, die Sicherheit und Vertrauen schafft. Soziale Verantwortung und eine alternative Wirtschaftsweise sind feste Bestandteile ihrer Arbeit. – Junger, zarter Blattspinat in Demeter- Qualität in handlichen 20-g-Portionen. Ideal als Beilage, für Saucen, Füllungen z. B. von Pasta und Quiche u. v. m.


Voelkel

Als Demeter-Pionier der ersten Stunde setzt sich die Naturkostsafterei Voelkel seit nunmehr 100 Jahren für ganzheitliches Wirtschaften im Einklang von Mensch und Natur ein und bringt gemeinsam mit ihren langjährigen Anbaupartner*innen die enkeltaugliche Landwirtschaft voran. Für den mehrfach ausgezeichneten, herrlich rund und buttrig süß schmeckenden feldfrischen Möhrensaft und auch alle anderen Gemüsesäfte von Voelkel werden ausschließlich samenfeste Sorten in Demeter-Qualität direkt nach der Ernte gepresst.


Bauckhof

In der Bauckhof Mühle trifft traditionelles Müllerhandwerk auf Hightech – und aus altbekannten Rohstoffen werden kreative Produkte. Seit 2006 hat sich die Bauckhof Mühle neben dem Demeter- Sortiment außerdem auf glutenfreie Produkte spezialisiert. Das Bauckhof-Bauernbrot ist ein echter Klassiker aus der Bauckhof Mühle. Ein klassisches, feines Vollkornbrot aus Weizen und Roggen mit Sauerteig – gelingt ganz leicht. Genau die richtige Grundlage für das deftige Abendbrot oder die Stulle zum Krafttanken zwischendurch.

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Mount Hagen

Mount Hagen

Vor über dreißig Jahren wurde die Marke MOUNT HAGEN gegründet. MOUNT HAGEN deckt nahezu alle Kaffeevorlieben ab, von Single-Origins, Blends, Espressi, Instants bis zu Demeter-Getreide- Kaffees. Der Demeter-Peru-Kaffee ist sogar ein Single Estate Arabica. Er kommt ausschließlich von einer Farm: La Chacra D´Dago in Villa Rica. Seit 2005 wird dort Kaffee nach biologisch- dynamischen Prinzipien angebaut. Mild ist er, rund, hat eine leichte Süße mit Haselnussund Schokonoten, kombiniert mit äußerst raffinierten Säuren.

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Berchtesgadener Land

Berchtesgadener Land

Einzigartige Milch hat ein einzigartiges Zuhause: Die Herkunft aus der Berg- und Alpenregion und die besonders schonende Verarbeitung sind die Grundlagen für den natürlichen Geschmack. Die Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land verarbeitet seit über 40 Jahren Demeter-Milch und setzt qualitativ und geschmacklich Maßstäbe. Seit der Gründung ist sie aus Überzeugung verantwortungsbewusst gegenüber den Tieren, der Natur und den Verbraucher*innen. Die Herkunft der Milch ist ihr wichtig, Nachhaltigkeit und Fairness sind Werte, die sie leiten.

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Spielberger Mühle

Spielberger Mühle

Bereits seit drei Generationen verarbeiten wir in der Spielberger Mühle Rohstoffe aus biodynamischer Landwirtschaft, der ältesten und strengsten Form der Bio-Landwirtschaft. Neben Getreiden und Mahlerzeugnissen gibt es bei uns auch Müslis, Flocken, Flakes sowie Saaten, Reis und verschiedene Teigwaren. Wir verarbeiten die Rohstoffe in unserer Handwerks-Mühle konsequent ökologisch, besonders schonend und naturbelassen. Seit 2016 setzen wir Schritt für Schritt unser plastikfreies Verpackungskonzept mit Beuteln aus 100 % Papier um. Auch unsere Sichtfenster bestehen nicht etwa aus Plastik, sondern aus Pergaminpapier.

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Schweizer Naturkost

Schweizer Naturkost

Seit rund 90 Jahren verarbeitet Schweizer Sauerkonserven als Familienbetrieb Kohl, Gurken, Gemüse und Obst. Qualität ist für die Schweizer Sauerkonserven eine Herzensangelegenheit, denn seit mehr als 40 Jahren arbeiten sie nach biologisch-dynamischen Richtlinien. Das Geheimnis des biologisch- dynamischen Anbaus prägt die besondere Qualität. Für das Geschmackserlebnis sorgen die schonende Verarbeitung und die ausgewählten Zutaten. Gewürze, Essig, etwas Zucker und Salz reichen aus und kreieren den guten Geschmack. Liebe zum Produkt, die man schmeckt.

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Davert

Davert

Mit über 35 Jahren Naturkosterfahrung gehört Davert zu den Bio-Pionieren der ersten Stunde. Davert verwendet keine Aromazusätze, verzichtet auf Geschmacksverstärker, arbeitet ohne Hefeextrakt und ohne Palmöl. Viele Rohwaren stammen direkt von den Erzeuger*innen bzw. aus fairen und langfristigen Partnerprojekten vor Ort. – Echter Basmati-Reis gilt als ganz besondere Gaumenfreude für Reisliebhaber*innen! Der echte Basmati-Reis eignet sich hervorragend für exotische, asiatische Gerichte, auch mit Früchten und Gewürzen wie Curry, Ingwer und Safran.

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Jakobsberger MilchHandwerker

Jakobsberger MilchHandwerker

Die Jakobsberger MilchHandwerker sind vor allem eins: erfrischend anders!! In dem landwirtschaftlichen Betrieb in Jakobsberg verwirklichen Anja & Frank ihren Lebenstraum. In der hofeigenen Käserei entsteht mit viel Liebe und Handarbeit biodynamischer Hochgenuss. Das erklärte Ziel der beiden: die bäuerliche Landwirtschaft stärken, denn auch die Bauern sind eine vom Aussterben bedrohte Art. „Kurt das Schaf“ der Jakobsberger Milch- Handwerker ist ein cremiger Schafsfrischkäse, mit Kräutern und Knoblauch verfeinert.

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SOMMER

SOMMER

SOMMER ist ein familiengeführter, unabhängiger Bio- Hersteller, der die Verantwortung für seine Umwelt sehr ernst nimmt. Daher setzt SOMMER seit Jahrzehnten auf Rohstoffe aus ökologischer Landwirtschaft, die die Artenvielfalt erhält und natürliche Ressourcen wie Boden, Luft und Wasser so wenig wie möglich belastet. Aus den besten Zutaten entsteht hochwertiges, vielfältiges Bio-Gebäck. Eines der beliebtesten Dinkel-Gebäcke ist der vegane Schoko-Cookie, mit viel Schokolade und knackigen Demeter-Haselnüssen.


Die Hüter*innen der Vielfalt sind unsere Demeter-Bäuerinnen und -Bauern. Sie setzen sich in ihrer täglichen Arbeit für den Erhalt der Biodiversität ein, säen biodynamisches Saatgut und alte Sorten auf ihren Äckern, legen Blühstreifen an, pflegen Hecken und Feldsäume, halten genetisch vielfältige Nutztiere und unterstützen mit gezielten Kultur- und Landschaftspflegemaßnahmen die (Wieder-)Ansiedelung bedrohter Arten in Flora und Fauna. Dank ihrer Leidenschaft wird‘s nicht nur in unserer Agrarlandschaft bunter, sondern auch auf unseren Tellern!

Schnöde Monokulturen, graue Betonwüsten und der Einsatz von Insektiziden machen es unseren Insekten nicht leicht. Gerade die Bienen sind auf eine bunte Auswahl an Blühpflanzen angewiesen – und wir auf sie, denn sie sind unerlässlich für die Bestäubung einer Vielzahl an Wild- und Kulturpflanzen. Nicht nur unsere Landwirt*innen sorgen mit bunten Ackersäumen und Wiesen dafür, dass es den Bienen wieder besser geht, sondern auch unsere Demeter-Imker*innen. Sie setzen sich für einen bienengemäße Haltung unserer geflügelten Honiglieferantinnen ein.

Mehr dazu findet ihr hier.

Landschaftsstrukturen wie Hecken, Ackerrandstreifen, wilde Feldraine und Streuobstwiesen helfen, Ökosysteme zu stabilisieren. Sie bieten Lebensraum, Rückzugsort, Brutplatz und Nahrungsquelle für Wildtiere und Insekten, bremsen starke Winde, können Bodenerosion verhindern und Verschlämmungen vermeiden. Außerdem fördern sie nachweislich den Artenreichtum von Flora und Fauna und verbessern so die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme gegenüber Umweltveränderungen. Wir integrieren Räume für Biodiversität fest in unsere biodynamischen Hofkreisläufe und haben sie seit 2013 verpflichtend auf 10% der Gesamtfläche für all unserer Betriebe gemacht.


Zum Bunt des Vertrauens haben sich Demeter-Hersteller*innen zusammengeschlossen, die ein Ziel gemeinsam haben: Vielfalt bewahren. Miteinander stehen wir für Vielfalt auf dem Acker, auf der Wiese und im Regal, aber auch für das starke Bündnis von Menschen, Marken und Produkten mit einer gemeinsamen Gesinnung – denn der hohe Anspruch und die konsequente Wertehaltung der Demeter- Hersteller*innen sind die treibenden Kräfte hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und einem Wandel im Konsum.

Wir setzen uns für (Bio-)Diversität auf allen Ebenen ein: Vielfalt der Ökosysteme, Vielfalt der Arten, Vielfalt der Kulturen und Vielfalt der Individuen. Sie bildet eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens, aber wir Menschen haben durch unser Handeln in den letzten Jahrzehnten zu ihrem massiven Rückgang beigetragen. Die Landwirtschaft gilt dabei als einer der Hauptverursacher des Biodiversitätsverlusts: Pestizideinsatz, synthetische Stickstoffdünger, Flurbereinigung, Drainagen und der Einsatz schwerer Maschinen haben dafür gesorgt, dass einige Arten fast komplett aus unserer Kulturlandschaft verschwunden sind. Es wird also höchste Zeit, Landwirtschaft neu zu denken.

Viele Kulturpflanzensorten sind bereits verloren gegangen und die Erzeugung von Saatgut liegt bei immer weniger, dafür aber größeren Saatgutunternehmen, welche auf neue Züchtungen und Hochleistungssorten setzen. Immer häufiger sind das Hybridsorten, die nicht nachbaubar sind. Wir stehen für eine Pflanzenzüchtung, die unabhängig von von Saatgutkonzernen ist und Geschmacksvielfalt mit regional angepassten Sorten bietet.

Mehr Informationen findest du hier: www.kultursaat.org

Um bis zu 95% mehr Ackerwildkrautarten lassen sich im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Äckern und Weiden auf Ökolandbauflächen entdecken. Besonders die hier vorkommenden standortangepassten Blütenpflanzenarten können als Wirts-, Nahrungs- und Schutzpflanzen den Wildtieren, Bienen oder auch Nützlingen zugutekommen. Nützlinge? Hinter dem Begriff verstecken sich räuberische Insekten wie Marienkäfer, Florfliege und Schlupfwespen, die unseren Öko-Landwirt*innen dabei helfen, Schädlinge natürlich zu reduzieren . Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten!

Warum Einfalt, wenn die Vielfalt so viel schöner ist? Es summt, es brummt, es trällert, es grunzt, es wächst, es blüht, es muht, es wühlt, es krabbelt, es kriecht – in der Luft, im Boden, im Stall, auf Äckern, Weiden und Wiesen: kurz auf dem ganzen Betrieb. Das gibt unseren Landwirt*innen täglich Kraft und Freude und motiviert uns, uns noch ein bisschen mehr für die Diversität in unserer Land(wirt)schaft einzusetzen!

Unsere geflügelten Bestäuber Biene, Hummel und Co. leiden besonders unter der Intensivierung der Landwirtschaft. 50% aller Wildbienenarten sind bereits bedroht, die Honigbienen sind geschwächt. Blühstreifen, Buntbrachen und Ackerrandstreifen helfen dabei, die Vielfalt der Blühpflanzen um 80% zu erhöhen und bieten Nahrung für die Bestäuber. So finden sich auf ökologisch bewirtschafteten Flächen 3- bis 7-mal so viele Bienenarten und Individuen als auf Konventionellen und insgesamt 23% mehr blütenbesuchende Insekten. Davon profitieren nicht nur die Öko-Landwirt*innen, sondern auch alle angrenzenden Ökosysteme.

Was kriecht und krabbelt denn da? Der Ökolandbau fördert durch den Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Pestizide, durch rein organische Düngung und schonende Bodenpflege die Entwicklung von oberirdisch lebenden Gliedertieren und unterirdischen Organismen wie Regenwürmern. Letztere wuseln und verdauen besonders gerne in Bio-Äckern, hier findet man 50 bis 80% mehr Regenwürmer. Sie lockern dabei den Boden, machen mit Hilfe von Bodenpilzen, Bakterien und anderen Mikroorganismen aus Ernteresten und Mist pflanzenverfügbare Nährstoffe und bauen Humus auf – kurz: Sie sorgen für eine optimale Gefügestruktur und steigern die Fruchtbarkeit des Bio-Bodens um 10 bis 30%. Grundlage für noch mehr bunte Vielfalt auf unseren Höfen!

Vielfalt beginnt bei uns nicht erst auf dem Acker, sondern bereits bei der Züchtung: Demeter ist der erste Bio-Verband, der Richtlinien zur Pflanzenzüchtung erlassen hat und biodynamisch gezüchtete Sorten bei Gemüse und Getreide zertifiziert. So schaffen wir höchste Nahrungsmittelqualität und besten Geschmack in unseren Lebensmitteln und tragen zur Agro-Biodiversität bei. Unter Agro-Biodiversität fallen alle genetischen Ressourcen, die wir für die Ernährung und die Landwirtschaft nutzen: Unsere Kulturpflanzen und Nutztiere. Gemeinsam mit unserem Dachverband, dem „Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft“ (BÖLW) fordern wir die Politik auf, bessere Rahmenbedingungen für die Biozüchtung zu setzen.

Fade Möhren, wässrige Tomaten, langweilige Kartoffeln und ein Ei wie das andere? In den Supermarktregalen verarmt die genetische Vielfalt. Nicht mit uns! Wir machen biodynamisch von A bis Z und fangen ganz unkonventionell von hinten an. Z wie Züchtung bildet den Grundstein für die Vielfalt, die auf eurem Teller ankommt. Sorten, die auf dem biodynamischen Acker stehen, haben andere Ansprüche als ihre konventionellen Verwandten: Sie müssen ohne chemisch-synthetische Spritzmittel auskommen, robust, widerstandsfähig, standortangepasst und wiedervermehrbar sein und trotzdem stabile Erträge liefern. Und schmecken sollen sie natürlich auch! Klingt nach einer großen Aufgabe? Ist es auch. Doch zum Glück haben wir ausreichend verbündete wie z.B. den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, die Ökologische Tierzucht den Verein für die Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen oder den Kultursaat e.V.

Was kannst du noch für mehr Vielfalt auf und um den Acker tun?

Gartentipps für mehr Vielfalt

Auch beim Gärtnern kann man viel Gutes für den Biene & Co. tun. Christel Rupp vom Demeter-Gartenrundbrief hat für uns einige Tipps zusammengestellt, die helfen, den eigenen Garten oder Balkon nicht nur für Menschen, sondern auch für Insekten attraktiv zu gestalten.

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