Hintergrund

Forscher sind der Reife-Qualität auf der Spur

16.11.2017

Das Erlebnis überzeugt: eine rote Tomate pflücken und gleich in der Sonne essen, hmmm lecker. Die Frucht durfte ausreifen und ihr Aroma entwickeln, das schmeckt. Bei vielen anderen Lebensmitteln lässt sich Reifequalität nicht immer so eindeutig nachvollziehen. Für Demeter-Gärtner und -Bauern spielt sie jedoch eine wichtige Rolle. Forschungen bestätigen die Wirksamkeit der Biodynamischen Wirtschaftsweise.

Als ganzheitlich wirkendes System wird schon bei der Pflanzenzucht darauf geachtet, Sorten zu entwickeln, die unter ökologischen Bedingungen bestens gedeihen können. Sie bringen charakteristischen Geschmack sowie optimale Bekömmlichkeit mit. In einer Studie (Geier et al. 2016) konnte jetzt eine Übersicht über die Forschungsarbeiten zum Biologischen-Dynamischen Anbau der letzten Jahre zusammengeführt werden. „Wir finden da überzeugende Hinweise zur besonderen Qualität biodynamischer Lebensmittel“, betont Uwe Geier vom Forschungsring e.V. in Darmstadt.

Reich an Antioxidantien

Schon ein Salatkopf kann besonders wertvoll sein. Bei biodynamisch angebauten Batavia-Salat fanden Heimler und Kolleginnen (2011) das höchste antioxidative Potential im Demeter-Salat. Er zeigte zudem den höchsten Polyphenolgehalt im Vergleich zu seinen bio- und konventionell erzeugten Kollegen. Antioxidantien und Polyphenole schützen Zellen vor den sogenannten Freien Radikalen. Fast das gleiche Ergebnis erhielten Bavec et al (2010) beim Vergleich der Qualität von Rote Bete aus den unterschiedlichen Anbauweisen. Zudem war der Zuckergehalt bei der biodynamischen Rote Bete am höchsten. Selbst bei der Vitamin-Frage liegt biodynamisch vorn. An Weißkohl stellte nämlich die gleiche Forschergruppe den höchsten Vitamin C-Gehalt bei biodynamischer Herkunft fest. Lucarini und Kollegen (Lucarini, M., D'Evoli, L., Tufi, S., Gabrielli, P., Paoletti, S., Di Ferdinando, S., & Lombardi-Boccia, G. 2012). Influence of growing system on nitrate accumulation in two varieties of lettuce and red radicchio of Treviso. Journal of the Science of Food and Agriculture, 92(14), 2796–2799.) interessierte, wieviel Nitrat Salat bei unterschiedlichem Anbau aufnimmt. Hohe Nitratgehalte gelten als Unreifeanzeiger und als Vorstufen des potenziell gesundheitsschädlichen Nitrits. Bei biodynamischer Bewirtschaftung wies der Salat niedrigere Nitratgehalte auf als bei „nur“ Bio-Anbau.

Reif mit mehr Vitamin C und weniger Nitrat

Forscher stimmen darin überein, dass hohe Werte an Vitamin C, Zucker, Polyphenolen und antioxidativem Potenzial sowie niedrigere Nitratgehalte als Reifemerkmale zu bewerten sind. „Die genannten aktuellen Studien bestätigen ältere Arbeiten, die ebenfalls schon Hinweise auf die Reifeförderung durch biodynamische Maßnahmen gegeben haben“, stellt Uwe Geier heraus. Als besonders wirksam schätzt der Wissenschaftler die Biodynamischen Präparate ein. Sie sorgen als Kompostpräparate für die Verwandlung des tierischen Mists in besten Dünger und fördern den Humusaufbau auf den Demeter-Flächen. Als Spritzpräparate steigern sie etwa die Lichtwirkung und das charakteristische Wachstum bis zur Reife.

Qualität dank Biodynamischer Präparate

Die Biodynamischen Präparate sind charakteristisch für Demeter-Agrarkultur. Rudolf Steiner, der im Landwirtschaftlichen Kurs 1924 auf das „Geheimnis der Düngung“ eingegangen ist, hat mit seinen Impulsen für diese selbst hergestellten Heilmittel aus der Natur eine neue Dimension in die Erzeugung von Lebensmitteln eingeführt. Ihre Anwendung ist für jeden Demeter-Betrieb verpflichtend. Der Mensch nimmt für ihre Herstellung Substanzen aus der Natur, setzt sie natürlichen Kräften aus, um sie dann in veränderter Form der Natur wieder zuzuführen. Die Kompostpräparate werden aus den Heilpflanzen Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian hergestellt. Dazu werden sie in tierischen Organhüllen wie Schädel, Darm oder Blase mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Dann werden sie dem Mist zugegeben, damit ein besonders wertvoller Kompost entsteht.

Die Spritzpräparate werden in Kuhhörner gefüllt und vergraben: Hornkiesel als fein zermahlener Quarz, für Hormist Kuhdung. Beide werden dann in Wasser rhythmisch verrührt und auf Felder und Wiesen fein versprüht. Hornmist ordnet und regt die Bodenprozesse an und wird bevorzugt zur Keimung der Pflanzen gespritzt. Hornkiesel fördert das dem Sonnenlicht entgegen gerichtete Wachstum der Pflanzen und wird mehr zum Ende des Wachstums und zur Pflanzenreife hin gespritzt.

Wer sein Auge schult, kann bereits durch exakte Pflanzenbetrachtung Unterschiede in der Morphologie von Nahrungspflanzen erkennen. Vergleiche an Gartenbohnen sind im Forschungslaboratorium am Goetheanum in Dornach (Schweiz) dokumentiert: Während die chemische Stickstoff-Düngung ungeordnetes, wucherndes Blattwachstum hervorruft, streben die biodynamisch geförderten Bohnen die Schwerkraft quasi überwindend geordnet der Sonne entgegen. Diese Harmonie in Vertikal- und Horizontalausbreitung vermittelt beim Betrachten Vitalität und fast so etwas wie Lebensfreude.

Die Kompostpräparate

Sie werden in kleinen Mengen Mist, Pflanzenkompost oder Gülle beigegeben und dann damit aufs Land verteilt. Sie strukturieren den Kompostierprozess, fördern die harmonische Verrottung, dienen damit dem lebendigen Aufbau des Bodens. Nachweislich bewirken sie eine Verbesserung des Humusaufbaus und der Bodenstruktur.

  • Schafgarbenpräparat – Blüten in Hirschblase, fördert die Anpassungsfähigkeit an den Standort, wirkt belebend, fördert Kalium-Schwefelprozesse
  • Kamillenpräparat – Kamillenblüten im Rinderdarm, macht den Dünger stickstoffbeständiger
  • Brennesselpräparat – Brennessel in Erde, wirkt Struktur verbessernd auf den Boden
  • Eichenrindenpräparat – Eichenrinde in Schädel, bringt die Formgebenden Kräfte genau dahin, wo sich sonst Pflanzenkrankheiten entwickeln könnten, regt Calciumprozesse an
  • Löwenzahnpräparat – Blüten im Rindergekröse. Kieselsäure wird angezogen Baldrianpräparat - Saft oder Auszug aus den Blüten, vergoren, kommt ohne tierische Hülle aus, vermittelt dem Boden die Fähigkeit, sich dem Phosphor-Angebot gegenüber richtig zu verhalten, wirkt zudem in Blüten- und Fruchtbildung

Die Spritzpräparate

  • Hornmist - Hörner mit Kuhfladen gefüllt. Ein halbes Jahr haben sie in der Erde Zeit, kosmischen Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu sammeln. Die , wohlriechende, dunkel-erdige Masse aus den Hörnern wird dynamisiert. Sie fördert mikrobielle Aktivität, bessere Durchwurzelung und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
  • Hornkiesel – fein vermahlener Quarz im Kuhhorn, vermittelt Lichtenergie und fördert harmonische Wachstums- und Reifeprozesse,  Fotosynthese der Pflanzen, stärkt  Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge
16.11.2017
Forscher sind der Reife-Qualität auf der Spur
Hintergrund

Das Erlebnis überzeugt: eine rote Tomate pflücken und gleich in der Sonne essen, hmmm lecker. Die Frucht durfte ausreifen und ihr Aroma entwickeln, das schmeckt. Bei vielen anderen Lebensmitteln lässt sich Reifequalität nicht immer so eindeutig nachvollziehen. Für Demeter-Gärtner und -Bauern spielt sie jedoch eine wichtige Rolle. Forschungen bestätigen die Wirksamkeit der Biodynamischen Wirtschaftsweise.

Als ganzheitlich wirkendes System wird schon bei der Pflanzenzucht darauf geachtet, Sorten zu entwickeln, die unter ökologischen Bedingungen bestens gedeihen können. Sie bringen charakteristischen Geschmack sowie optimale Bekömmlichkeit mit. In einer Studie (Geier et al. 2016) konnte jetzt eine Übersicht über die Forschungsarbeiten zum Biologischen-Dynamischen Anbau der letzten Jahre zusammengeführt werden. „Wir finden da überzeugende Hinweise zur besonderen Qualität biodynamischer Lebensmittel“, betont Uwe Geier vom Forschungsring e.V. in Darmstadt.

Reich an Antioxidantien

Schon ein Salatkopf kann besonders wertvoll sein. Bei biodynamisch angebauten Batavia-Salat fanden Heimler und Kolleginnen (2011) das höchste antioxidative Potential im Demeter-Salat. Er zeigte zudem den höchsten Polyphenolgehalt im Vergleich zu seinen bio- und konventionell erzeugten Kollegen. Antioxidantien und Polyphenole schützen Zellen vor den sogenannten Freien Radikalen. Fast das gleiche Ergebnis erhielten Bavec et al (2010) beim Vergleich der Qualität von Rote Bete aus den unterschiedlichen Anbauweisen. Zudem war der Zuckergehalt bei der biodynamischen Rote Bete am höchsten. Selbst bei der Vitamin-Frage liegt biodynamisch vorn. An Weißkohl stellte nämlich die gleiche Forschergruppe den höchsten Vitamin C-Gehalt bei biodynamischer Herkunft fest. Lucarini und Kollegen (Lucarini, M., D'Evoli, L., Tufi, S., Gabrielli, P., Paoletti, S., Di Ferdinando, S., & Lombardi-Boccia, G. 2012). Influence of growing system on nitrate accumulation in two varieties of lettuce and red radicchio of Treviso. Journal of the Science of Food and Agriculture, 92(14), 2796–2799.) interessierte, wieviel Nitrat Salat bei unterschiedlichem Anbau aufnimmt. Hohe Nitratgehalte gelten als Unreifeanzeiger und als Vorstufen des potenziell gesundheitsschädlichen Nitrits. Bei biodynamischer Bewirtschaftung wies der Salat niedrigere Nitratgehalte auf als bei „nur“ Bio-Anbau.

Reif mit mehr Vitamin C und weniger Nitrat

Forscher stimmen darin überein, dass hohe Werte an Vitamin C, Zucker, Polyphenolen und antioxidativem Potenzial sowie niedrigere Nitratgehalte als Reifemerkmale zu bewerten sind. „Die genannten aktuellen Studien bestätigen ältere Arbeiten, die ebenfalls schon Hinweise auf die Reifeförderung durch biodynamische Maßnahmen gegeben haben“, stellt Uwe Geier heraus. Als besonders wirksam schätzt der Wissenschaftler die Biodynamischen Präparate ein. Sie sorgen als Kompostpräparate für die Verwandlung des tierischen Mists in besten Dünger und fördern den Humusaufbau auf den Demeter-Flächen. Als Spritzpräparate steigern sie etwa die Lichtwirkung und das charakteristische Wachstum bis zur Reife.

Qualität dank Biodynamischer Präparate

Die Biodynamischen Präparate sind charakteristisch für Demeter-Agrarkultur. Rudolf Steiner, der im Landwirtschaftlichen Kurs 1924 auf das „Geheimnis der Düngung“ eingegangen ist, hat mit seinen Impulsen für diese selbst hergestellten Heilmittel aus der Natur eine neue Dimension in die Erzeugung von Lebensmitteln eingeführt. Ihre Anwendung ist für jeden Demeter-Betrieb verpflichtend. Der Mensch nimmt für ihre Herstellung Substanzen aus der Natur, setzt sie natürlichen Kräften aus, um sie dann in veränderter Form der Natur wieder zuzuführen. Die Kompostpräparate werden aus den Heilpflanzen Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian hergestellt. Dazu werden sie in tierischen Organhüllen wie Schädel, Darm oder Blase mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Dann werden sie dem Mist zugegeben, damit ein besonders wertvoller Kompost entsteht.

Die Spritzpräparate werden in Kuhhörner gefüllt und vergraben: Hornkiesel als fein zermahlener Quarz, für Hormist Kuhdung. Beide werden dann in Wasser rhythmisch verrührt und auf Felder und Wiesen fein versprüht. Hornmist ordnet und regt die Bodenprozesse an und wird bevorzugt zur Keimung der Pflanzen gespritzt. Hornkiesel fördert das dem Sonnenlicht entgegen gerichtete Wachstum der Pflanzen und wird mehr zum Ende des Wachstums und zur Pflanzenreife hin gespritzt.

Wer sein Auge schult, kann bereits durch exakte Pflanzenbetrachtung Unterschiede in der Morphologie von Nahrungspflanzen erkennen. Vergleiche an Gartenbohnen sind im Forschungslaboratorium am Goetheanum in Dornach (Schweiz) dokumentiert: Während die chemische Stickstoff-Düngung ungeordnetes, wucherndes Blattwachstum hervorruft, streben die biodynamisch geförderten Bohnen die Schwerkraft quasi überwindend geordnet der Sonne entgegen. Diese Harmonie in Vertikal- und Horizontalausbreitung vermittelt beim Betrachten Vitalität und fast so etwas wie Lebensfreude.

Die Kompostpräparate

Sie werden in kleinen Mengen Mist, Pflanzenkompost oder Gülle beigegeben und dann damit aufs Land verteilt. Sie strukturieren den Kompostierprozess, fördern die harmonische Verrottung, dienen damit dem lebendigen Aufbau des Bodens. Nachweislich bewirken sie eine Verbesserung des Humusaufbaus und der Bodenstruktur.

  • Schafgarbenpräparat – Blüten in Hirschblase, fördert die Anpassungsfähigkeit an den Standort, wirkt belebend, fördert Kalium-Schwefelprozesse
  • Kamillenpräparat – Kamillenblüten im Rinderdarm, macht den Dünger stickstoffbeständiger
  • Brennesselpräparat – Brennessel in Erde, wirkt Struktur verbessernd auf den Boden
  • Eichenrindenpräparat – Eichenrinde in Schädel, bringt die Formgebenden Kräfte genau dahin, wo sich sonst Pflanzenkrankheiten entwickeln könnten, regt Calciumprozesse an
  • Löwenzahnpräparat – Blüten im Rindergekröse. Kieselsäure wird angezogen Baldrianpräparat - Saft oder Auszug aus den Blüten, vergoren, kommt ohne tierische Hülle aus, vermittelt dem Boden die Fähigkeit, sich dem Phosphor-Angebot gegenüber richtig zu verhalten, wirkt zudem in Blüten- und Fruchtbildung

Die Spritzpräparate

  • Hornmist - Hörner mit Kuhfladen gefüllt. Ein halbes Jahr haben sie in der Erde Zeit, kosmischen Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu sammeln. Die , wohlriechende, dunkel-erdige Masse aus den Hörnern wird dynamisiert. Sie fördert mikrobielle Aktivität, bessere Durchwurzelung und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
  • Hornkiesel – fein vermahlener Quarz im Kuhhorn, vermittelt Lichtenergie und fördert harmonische Wachstums- und Reifeprozesse,  Fotosynthese der Pflanzen, stärkt  Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge