Treffen der IFOAM EU Group farmer in München

EU-Bio-Bauern fordern: legt diese EU-Öko-Novelle zu den Akten!

Quelle: IFOAM

Auf ihrer heute endenden Versammlung in München verfassten die bäuerlichen Vertreter der in der IFOAM EU zusammengeschlossenen Bioverbände (für Deutschland Bioland, Naturland und Demeter), die für über 50.000 Bio-Bauern in Europa stehen, eine gemeinsame Erklärung zur geplanten Novellierung der EU-Öko-Verordnung. Sie fordern ein Ende der Verhandlungen, da der vorliegende Entwurf das Ziel verfehlt, auch in Zukunft den Ausbau des Ökolandbaus voranzutreiben.

Ihr Schreiben richteten sie an alle Ständigen Vertretungen der Mitgliedsstaaten in Brüssel, die Mitglieder des Ausschusses für ökologische Erzeugung im Rat "Landwirtschaft und Fischerei" (AGRI-Rat), die Mitglieder des Agrarausschusses im Europäischen Parlament, die Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie wichtige EU-Beamte der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (GD AGRI).

Die gemeinsame Erklärung bezieht sich auf die laufenden Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen, bei denen der derzeitige Text nicht den Interessen der Bauern und Bürger entspricht - also nicht die Weiterentwicklung des Bio-Sektors fördert, sondern die umwelt- und klimafreundliche biologische Landwirtschaft behindert.

Während in der konventionellen Landwirtschaft eine Krise die nächste jagt (Marktkrisen, Höfesterben), die Böden sowie Luft- und Wasserqualität immer schlechter werden und immer mehr an Biodiversität verloren geht, bietet der Ökolandbau Lösungen, die Bauern eine Existenz sichern, Treibhausgase reduzieren und unsere natürlichen Ressourcen schützen helfen. Die europäischen Bauern und Bürger zeigen immer mehr, dass sie auf den Mehrwert der ökologischen Erzeugung vertrauen. Allein 2016 haben in Deutschland 2000 Betriebe auf Ökolandbau umgestellt. Der Marktanteil für Öko-Lebensmittel wächst EU-weit jährlich um 6-7%, während der restliche Lebensmittel- und Getränkebereich stagniert.

Statt aber diese positive Entwicklung zu fördern, ruft die EU mit ihrem seit fast 4 Jahren diskutierten Vorschlag nur Unsicherheit bezüglich der zukünftigen rechtlichen und wirtschaftlichen Situation hervor. Der Entwurf sieht an keiner Stelle Verbesserungen vor, stattdessen droht eine Beeinträchtigung der bäuerlichen Lebensgrundlagen. Besonders kritisch sind z.B. die Überlegungen, nach denen Bio-Produzenten für die Kontamination von Bio-Produkten mit Pestiziden ihrer konventionellen Nachbarn büßen sollen sowie die Abkehr vom bewährten System der jährlichen Öko-Kontrollen durch unabhängige Kontrollstellen.

Die Zeit und das Geld, die bisher in den unbrauchbaren Novellierungsentwurf geflossen sind, wären in einer Verbesserung der bestehenden Regelungen deutlich besser angelegt gewesen. Die Vertreter fordern daher alle EU-Institutionen auf, den aktuellen Vorschlag schnellstmöglich zurückzuziehen.

02.12.2016
EU-Bio-Bauern fordern: legt diese EU-Öko-Novelle zu den Akten!
Treffen der IFOAM EU Group farmer in München

Auf ihrer heute endenden Versammlung in München verfassten die bäuerlichen Vertreter der in der IFOAM EU zusammengeschlossenen Bioverbände (für Deutschland Bioland, Naturland und Demeter), die für über 50.000 Bio-Bauern in Europa stehen, eine gemeinsame Erklärung zur geplanten Novellierung der EU-Öko-Verordnung. Sie fordern ein Ende der Verhandlungen, da der vorliegende Entwurf das Ziel verfehlt, auch in Zukunft den Ausbau des Ökolandbaus voranzutreiben.

Ihr Schreiben richteten sie an alle Ständigen Vertretungen der Mitgliedsstaaten in Brüssel, die Mitglieder des Ausschusses für ökologische Erzeugung im Rat "Landwirtschaft und Fischerei" (AGRI-Rat), die Mitglieder des Agrarausschusses im Europäischen Parlament, die Vizepräsidenten der EU-Kommission sowie wichtige EU-Beamte der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (GD AGRI).

Die gemeinsame Erklärung bezieht sich auf die laufenden Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen, bei denen der derzeitige Text nicht den Interessen der Bauern und Bürger entspricht - also nicht die Weiterentwicklung des Bio-Sektors fördert, sondern die umwelt- und klimafreundliche biologische Landwirtschaft behindert.

Während in der konventionellen Landwirtschaft eine Krise die nächste jagt (Marktkrisen, Höfesterben), die Böden sowie Luft- und Wasserqualität immer schlechter werden und immer mehr an Biodiversität verloren geht, bietet der Ökolandbau Lösungen, die Bauern eine Existenz sichern, Treibhausgase reduzieren und unsere natürlichen Ressourcen schützen helfen. Die europäischen Bauern und Bürger zeigen immer mehr, dass sie auf den Mehrwert der ökologischen Erzeugung vertrauen. Allein 2016 haben in Deutschland 2000 Betriebe auf Ökolandbau umgestellt. Der Marktanteil für Öko-Lebensmittel wächst EU-weit jährlich um 6-7%, während der restliche Lebensmittel- und Getränkebereich stagniert.

Statt aber diese positive Entwicklung zu fördern, ruft die EU mit ihrem seit fast 4 Jahren diskutierten Vorschlag nur Unsicherheit bezüglich der zukünftigen rechtlichen und wirtschaftlichen Situation hervor. Der Entwurf sieht an keiner Stelle Verbesserungen vor, stattdessen droht eine Beeinträchtigung der bäuerlichen Lebensgrundlagen. Besonders kritisch sind z.B. die Überlegungen, nach denen Bio-Produzenten für die Kontamination von Bio-Produkten mit Pestiziden ihrer konventionellen Nachbarn büßen sollen sowie die Abkehr vom bewährten System der jährlichen Öko-Kontrollen durch unabhängige Kontrollstellen.

Die Zeit und das Geld, die bisher in den unbrauchbaren Novellierungsentwurf geflossen sind, wären in einer Verbesserung der bestehenden Regelungen deutlich besser angelegt gewesen. Die Vertreter fordern daher alle EU-Institutionen auf, den aktuellen Vorschlag schnellstmöglich zurückzuziehen.