Bodenconnection

Entdecke unseren Boden

Entdecke unseren BodenIllustrationen: Inga Israel | Design: YOOL | Konzeption: Bettina Ulrich-Gerber und Anne Kienappel-Golla

Mit unseren Anregungen könnt ihr den Boden erforschen und Spiele ausprobieren, die zeigen, wie wichtig der Boden für unser Leben ist. Ihr könnt die Kreisläufe des Bodens besser verstehen und lernen, was einen natürlich gesunden Boden ausmacht.

Im Boden können schon mit bloßem Auge viele Tierchen, Wurzeln und Pilz-Myzelien entdeckt werden – mit der Lupe werden mehr Details sichtbar und wer sogar ein Mikroskop hat, kann einigen Mikroorganismen auf die Spur kommen. Diese Lebewesen sind Grundlage für die Erhaltung des Bodens und damit für unser gesundes Essen und eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Hier haben wir ausführliche Spielanleitungen und weiterführende Ideen gesammelt, die eine erste Inspiration für die Entdeckungsreise sein können – es gibt noch viel mehr über die Wunderwelt des Bodens zu lernen und zu entdecken!

Viel Spaß beim Entdecken!

Platz da für den Boden

Erdkugeln formen

Erdmantel - Erdkleid - Erdschuhe

Bodenfarben

Boden-Hör-Memory

Bodenwesen

Boden: Filter & Speicher

Nahrhafter Boden

Schütteln & Schichten

Jagd der Raubmilbe

Mein neues Haustier

Bodendetektive auf Spurensuche

Spüren & erfahren – Platz da für den Boden!

Platz da für den Boden

Dauer:

30 Minuten + mehrere Wochen Beobachtung

So geht's:

Der Boden ist wie ein Fixpunkt aller Dinge – er trägt uns und gibt uns Standfestigkeit. So können wir mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen, barfuß über eine Wiese laufen, das Laub auf dem Waldboden rascheln lassen, in Regenpfützen springen. Auch unter dem Asphalt in den Straßen gibt es den Erdboden. Manchmal nehmen wir ihn aber kaum noch wahr. Such dir – im Garten oder Park, auf Wiesen, an einem Ackerrand oder im Wald – verschiedene Plätze, die dir gefallen, und leg dich einfach flach auf den Boden. Was spürst du? Taste vorsichtig mit den Händen – wie fühlt sich der Boden an, auf dem du liegst? Kannst du etwas hören? Ganz nah bei dir oder weiter weg? Wie riecht es hier? Mach die Augen zu und stell dir vor, was unter dir im Erdboden alles lebt und wächst – ob hier Regenwürmer ihre Gänge graben, die Wurzeln der Pflanzen sich ausstrecken? Vielleicht ist auch etwas in den Bodenschichten verborgen – Schneckenhäuser, Mineralien oder Schätze?

Merk dir deine Plätze gut – du kannst auch deinen Körperabdruck mit kleinen Ästen oder Steinen markieren, sodass du ihn wiederfindest. Oder ein ein:e Freund:in umzeichnet deinen Körperumriss mit Kreide. Du kannst dich immer wieder auf deinen Bodenplatz legen und beobachten, was sich in der Zwischenzeit vielleicht verändert hat.

Spüren & erfahren – Erdkugeln formen

Erdkugel

Dauer:

30 Minuten

Material:

  • Eimer oder große Schüssel
  • verschiedene Bodenarten: Erde, Lehm, Sand
  • Tapetenkleister
  • Wasser
  • Holzstäbchen oder Löffel
  • Zeitungspapier
  • Schnur

So geht's:

Nimm einen Eimer und mische jeweils 9 Teile Erde oder Lehm mit 1 Teil Kleister. Vermische beides in trockenem Zustand gut und gib vorsichtig Wasser dazu, bis eine relativ feste, knetbare Masse entsteht. Jetzt kannst du – am besten mit beiden Händen – mit der Erd- oder Sandmasse Erdkugeln formen.

Wenn du größere Kugeln machen möchtest, knülle zuerst Zeitungspapier zusammen und umwickle es mit einer Schnur zu einer festen Kugel. Um diese Innenkugel herum formst du dann mit der Erdmasse deine Erdkugel.

Du kannst die Oberfläche der Kugel verschieden gestalten: glatt klopfen mit der Handfläche oder mit einem Löffelrücken kleine Dellen eindrücken, mit einem Holzstäbchen Ornamente oder auch die Kontinente unserer Erdkugel eingravieren, die Kugel in Grassamen oder Kressesamen wälzen und begrünen, Abdrücke hineindrücken, sie aufhängen oder im Freien Sonne und Regen aussetzen und beobachten, wie sie sich verändert, und noch vieles mehr.

Spüren & erfahren – Erdmantel - Erdkleid - Erdschuhe

Erdmantel

Dauer:

2 Stunden

Material:

  • alte Kleidungsstücke oder Schuhe
  • Eimer oder große Schüssel
  • Tapetenkleister
  • Wasser
  • Erde
  • Pinsel
  • Sieb

So geht's:

Den Begriff „Erdmantel“ einmal wörtlich nehmen:

Rühre in einem Eimer flüssigen, dünnen Tapetenkleister an und tauche einen alten Mantel oder ein Kleid in das Kleisterwasser. Lass das Kleidungsstück danach in irgendeiner Position trocknen und aushärten. Anschließend kannst du es mit Kleister bestreichen und mit Erde oder Sand bestreuen und besieben, mit Erdfarben bemalen, mit Rindenstückchen, Blättern oder Gras tarnen oder neu beleben und vieles mehr. Auch alte Schuhe kannst du so bearbeiten oder dem Boden angleichen, über den sie sonst laufen.

Umwelttipp:

Bitte normalen Tapetenkleister verwenden, denn dessen Hauptbestandteile sind Zellulose und Stärke. Spezialkleister hingegen enthalten zahlreiche andere Inhaltsstoffe. Da auch Kunstwerke manchmal endlich sind: Die Erd-Schuhe und -Kleidungsstücke, zumal wenn sie synthetische Fasern oder Sohlen enthalten, können nicht kompostiert werden, sondern müssen im Hausmüll entsorgt werden.

Kreatives Gestalten – Boden-Hör-Memory

Boden-Hör-Memory

Dauer:

30 Minuten

Material:

  • kleine, undurchsichtige Dosen, Gläser oder Kästen
  • Mehl
  • verschiedene Bodenarten: Kies, Sand, Pflanzenerde, Humus
  • ggf. Feinwaage

Mindestens 2 Spieler:innen

So geht's:

Sammle mindestens vier verschiedene Bodenarten und nimm dir etwas Mehl. Das Mehl entspricht der Bodenart „Schluff“. Das ist Boden aus sehr, sehr feinen, kleinen Körnern. Stell die Gefäße vor dir auf. Sie sollten alle gleich aussehen und nicht durchsichtig sein. Gläser kannst du mit dunklem Papier abkleben. Verteile jeweils eine Bodenart auf zwei Gefäße. Achte darauf, dass alle Gefäße ungefähr gleich schwer sind. Sind alle Behälter gefüllt, kann das Memory-Spiel beginnen! Gespielt wird der Reihe nach. Wer dran ist, kann zwei Behälter nehmen und am Ohr schütteln. Wer ein gleiches Paar findet, kann dieses behalten. Wer am Schluss die meisten Gläser hat, gewinnt.

Spielvariationen:

Du kannst auch ein Tast-Memory aus den Bodenproben fertigen, indem du die Bodenarten auf flache Schalen verteilst und mit verbundenen Augen versuchst, die richtigen Bodenarten zu erfühlen. Bestimme dazu vorab eine Spielleitung, die dir die Schalen anreicht.

Kreatives Gestalten – Bodenfarben

Bodenfarben

Dauer:

1 Stunde

Material:

  • mind. 5 Gläser
  • Pinsel
  • Tapetenkleister
  • Pappen
  • ggf. Mörser

Mindestens 2 Spieler:innen

So geht's:

Such so viele verschiedene Bodenfarben wie möglich! Boden kann beispielsweise rötlich, gelblich oder sogar bläulich sein, hell wie Zuckersand oder dunkel wie Humus. Ihr könnt die Suche auch als Wettbewerb in zwei Teams gegeneinander spielen. Setzt euch einen festen Zeitrahmen (z. B. zehn Minuten) und los geht die Suche! Umgekehrt könnt ihr euch ein festes Ziel setzen: Wer zuerst fünf verschiedene Bodenfarben gesammelt hat, gewinnt.

Im Anschluss können die Farben mit Wasser und Tapetenkleister verrührt und ein gemeinsames Erdbild gestaltet werden. Wenn ihr Mörser zur Hand habt, könnt ihr auch härtere Bestandteile zerkleinern und zu Farben mischen. Achtet darauf, eine ausreichend feste Unterlage zum Malen zu nehmen. Die Erde ist schwer!

Kreatives Gestalten – Das unbekannte Bodenwesen

Bodenwesen

Dauer:

15 Minuten

Material:

  • Papier
  • Stifte

Mindestens 2 Spieler:innen und eine Person zum Vorlesen

So geht's:

Der Boden ist eine ganz eigene Welt mit vielen winzigen, oft sehr skurril aussehenden Tierchen. Eines davon ist das Bärtierchen. Lausche der Beschreibung im nächsten Absatz und versuche, ein Bild vom Bärtierchen zu zeichnen. Wenn du fertig bist, vergleiche dein Bild mit Fotos aus dem Internet oder Büchern. Welches von den Bärtierchen, die ihr gezeichnet habt, kommt der Wirklichkeit am nächsten? Welches ist das schönste oder fantasievollste? Die winzigen Tierchen, die sich auf acht stummeligen Füßchen durch feuchtes Laub, Moose und nassen Boden bewegen, sehen von vorne ein bisschen wie kleine, dicke Bärchen aus. Die Bärtierchen wurden also auf den passenden Namen getauft. Die Füßchen tragen paarige Krallen. Das hintere Paar Krallen ist gedreht, damit die Tiere festen Halt auf dem feuchten Untergrund haben. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen sie Algen an und saugen sie aus. Es gibt auch räuberische Bärtierchen, die das Gleiche mit anderen Bodenbewohnern wie Fadenwürmern und Rädertierchen machen. Bärtierchen haben punktförmige, rote oder schwarze Augen. Ihr Körper ist länglich und rundlich geformt. Die Farbe ähnelt meist ihrer Umgebung. In Trockenzeiten können sie auf kleine Tönnchen zusammenschrumpfen bis es wieder Wasser gibt – so wie andere Tiere Winterschlaf halten. Das Bärtierchen kann bis zu 20 Jahre so überleben!

Spielvariationen:

Es gibt noch viel, viel mehr solcher Bodenlebewesen, die aussehen wie aus einer anderen Welt. Formuliert selbst Beschreibungen, lest sie euch gegenseitig vor und versucht, die Tiere zu zeichnen. Das können u .a. sein: Federflügler, Hornmilben, Springschwänze, Pantoffelund Wimperntierchen, Afterskorpione, Rädertiere …

Experimente – Boden: Filter & Speicher

Boden: Filter und Speicher

Dauer:

1 Stunde

Material:

  • Löffel
  • 5 Blumentöpfe mit Löchern im Topfboden
  • 6 Schüsseln
  • Wasserfarbe
  • verschiedene Bodenarten: Kies, Erde, Sand, Lehm, Humus

So geht's:

Fülle jeden der 5 Blumentöpfe bis zur Hälfte mit einer der Bodenarten. Setze nun je einen Topf in eine Schüssel. In der sechsten Schüssel stellst du eine Mischung aus Pflanzenresten (z. B. Blätter, Rinde), Erde und Wasserfarbe her. Die fertige Mischung verteilst du vorsichtig auf die mit Erde gefüllten Töpfe, bis diese ca. bis 1 cm unter den Topf-Rand gefüllt sind.

Beobachte:

  1. Wie sauber ist das Wasser, das sich in den Schüsseln gesammelt hat? Vergleiche!
  2. Wie lange dauert es, bis das gesamte Wasser durchgelaufen ist? Sortiere die Töpfe nach Dauer!
  3. In welcher Schüssel ist das meiste Wasser gesammelt? Sortiere die Töpfe nach Wassermenge!

Und bei Demeter ...

Ein gesunder, gut durchmischter und durchlüfteter Boden kann verunreinigtes Wasser filtern und sogar für längere Zeit speichern. Das ist vor allem in Zeiten der Klimaerhitzung extrem wichtig! Entscheidend für eine gute Durchmischung sind die vielen kleinen Helfer im Boden. Deshalb sind Gifte, die Pilze und Kleinstlebewesen im Boden bekämpfen, bei Demeter verboten. Untersuche bei deinem nächsten Ausflug, wie der Boden auf Äckern aussieht: feucht und lehmig, trocken und rissig oder …?

Experimente – Nahrhafter Boden

Nahrhafter Boden

Dauer:

30 Min. + 2 Wochen Beobachtung

Material:

  • 3 Schalen
  • Sand
  • Pflanzenerde
  • Bodenprobe (Garten/ Wald)
  • Kresse-/Bohnensamen

So geht's:

Stell drei Schalen bereit. Fülle die erste mit Sand, eine zweite mit Pflanzenerde (torffrei) und die dritte mit einem gleichmäßigen Gemisch aus Sand, Pflanzenerde und Wald-/Gartenerde. Beschrifte die Schalen entsprechend. Jetzt säe pro Schale jeweils eine Bohne oder einen Kressesamen aus. Beachte die Hinweise zur Aussaat auf der Packung. Nun wässer die Schalen gut und stell sie auf die Fensterbank. Schau mindestens alle zwei Tage, wie sich die Samen entwickeln, und notiere die Ergebnisse (als Text, Bild oder Foto). Regelmäßig gießen nicht vergessen! Kannst du Unterschiede bei der Samen-Entwicklung in den verschiedenen Schalen feststellen? Stelle Vermutungen an, warum dies so ist.

Und bei Demeter ...

Pflanzen brauchen gesunde Nahrung zum Wachsen wie wir Menschen auch. Daher ist für Demeter-Äcker eine gute Bodendurchmischung und die Bodenverbesserung (Düngung und Humusaufbau) mit kompostiertem Dung von Nutztieren oder durch Vielfalt im Anbau (z. B. Kleegras) Pflicht. In deinem Modell sorgt grober Sand für Durchlüftung des Bodens, Pflanzenerde für erste Nährstoffe und lebendiger Boden aus dem Garten oder dem Wald für die Nachlieferung von Nährstoffen durch Humus. Eine Bodenart alleine würde langfristig für Pflanzen nicht ausreichend Halt und Nahrung bieten.

Experimente – Schütteln & Schichten

Schütteln & Schichten

Dauer:

1 Stunde

Material:

  • Handschaufel
  • großes Einwegglas
  • Löffel
  • Bodenprobe aus dem Garten

So geht's:

Nimm eine kleine Schaufel und grabe eine Bodenprobe aus, sodass du Erde vom Oberboden bis mindestens 30 cm Tiefe hast – je tiefer, desto besser! Dann verrühre die Erde zu einer gleichmäßigen Mischung. Fülle nun das Glas bis 2 cm unter den Rand mit Wasser und gib so viel von der Mischung hinzu, bis das Glas bis unter den Rand voll ist. Jetzt schraub das Glas zu und schüttel es gut! Schätze, wie viele Erdschichten und damit erkennbare Bodenarten* sichtbar werden, wenn sich die Bodenprobe gesetzt hat. Kontrolliere deine Vermutung nach einer halben Stunde.

Suchen, entdecken und bewegen – Jagd der Raubmilbe

Jagd der Raubmilbe

Dauer:

15 Minuten

Material:

  • Augenbinde

Mindestens 6 Spieler:innen

So geht's:

Grenze ein Spielfeld (je nach Anzahl der Spieler:innen) von mindestens vier mal vier Metern ab. Dieses Feld wird zum Jagdgebiet der Raubmilbe. Raubmilben sind winzig kleine Spinnen, die Springschwänze, Fadenwürmer und andere Milben jagen. Dazu nutzt die Raubmilbe ihre Tasthaare an den Vorderbeinen und zwei große Kieferzangen, mit denen sie ihre Beute blitzschnell packt. Ein Kind wird zur Raubmilbe, ein anderes zum Springschwanz. Während der Raubmilbe die Augen verbunden werden, stecken die verbleibenden Kinder das Spielfeld ab. Mittels Schulter- Tippen helfen sie der Raubmilbe, nicht aus dem Feld zu treten, sobald sie dem Rand zu nahe kommt. Das Spiel beginnt! Die Raubmilbe muss durch ihren Tastsinn an den Zangen (Arme und Hände des Kindes) versuchen, den Springschwanz zu erbeuten. Das Springschwanz-Kind kann sich durch Hüpfen wegbewegen. Ist es gefangen, dürfen zwei neue Kinder Räuber und Beute spielen.

Spielvariationen:

Bei größeren Gruppen kann es mehrere Springschwänze oder Fänger:innen geben. Ändert die Zahl an Beutetieren und Räubern und beobachtet, was passiert, wenn es mehr Räuber als Beutetiere gibt oder umgekehrt. Wie verändert sich die Räuber-Beute-Beziehung? Was heißt das für die Tiere in der Natur?

Suchen, entdecken und bewegen – Mein neues Haustier

Mein neues Haustier

Dauer:

zwei Stunden bis mehrere Tage

Material:

  • großes Einwegglas/ verschließbare Pappkiste
  • feines Netz oder grober Stoff
  • Naturmaterialien
  • Pinsel 

So geht's:

Nimm dir eine alte Pappkiste oder ein großes Einwegglas und baue darin ein Terrarium für kleine Bodentiere wie Asseln, Saftkugler oder Tausendfüßler. Schichte Kies, Sand und Mutterboden/ Oberboden zu mindestens 5 cm Höhe in der genannten Reihenfolge auf. Sammle Pflanzenreste wie Rinde, Blätter, Zweige und baue daraus eine kleine Landschaft. Verteile etwas Obst- und Gemüseabfall als zusätzliche Nahrung. Jetzt fehlen nur noch die Bewohner! Sammle ein paar Bodentiere in einem Glas oder Becher, indem du sie vorsichtig mit einem Pinsel in den Behälter beförderst. Merke dir die Stelle und setze dein neues Haustier spätestens nach einer Woche genau hier wieder aus!

Jetzt beginnt deine Forschung. Sind die Tierchen in ihrem neuen Zuhause, decke die Oberfläche mit einem feinen Netz oder groben Stoff ab (nicht luftdicht verschließen!). Nimm dir Zeit und beobachte das Verhalten deines neuen Haustiers. Was frisst das Tier am liebsten? Baut es ein Nest oder eine Höhle? Wie reagiert es auf die Mitbewohner? Kannst du Ausscheidungen entdecken? Wie sehen diese aus? Male, fotografiere oder schreibe deine Entdeckungen auf! Gib den Tieren Namen zur Unterscheidung.

Suchen, entdecken und bewegen – Bodendetektive auf Spurensuche

odendetektive auf Spurensuche

Dauer:

1 Stunde

Material:

  • weiße leere Papierblätter DIN A4 oder 3
  • Wachskreiden in verschiedenen Farben oder ein weicher Bleistift (2 B)
  • Schere
  • Klebestift
  • Karton oder Malpappe

So geht's:

Wie ein Detektiv auf Spurensuche gehen:

Packt einige Blätter Papier und die Wachskreiden ein und unternehmt zusammen eine kleine Spurensuche in der Umgebung. Achtet beim Gehen besonders auf den Boden. Welche Bodenbeläge, Oberflächen und Funde könnt ihr entdecken? Eine Holzbrücke, einen Kiesweg, einen Pfad im Gras, Pflastersteine, heruntergefallene Blätter, Baumwurzeln …

Besonders geeignet sind Oberflächen, die strukturiert sind. Stellt von euren Entdeckungen „Frottagen“ her, indem ihr ein Papier auf die Stelle am Boden oder den Gegenstand legt und mit der Breitseite der Wachskreiden oder des Bleistifts in verschiedenen Richtungen darüberreibt. Zu Hause könnt ihr eure Papiere betrachten und erraten, welcher Bodenbelag welches Muster erzeugt hat. Aus all euren „Frottagen“ könnt ihr ein gemeinsames Bild wie eine Collage oder eine Landkarte eurer Umgebung zusammenkleben.

Begriffserklärungen

Humus

Humus besteht aus abgestorbenen Pflanzen, Tieren und deren Überresten wie alten Blättern oder Ausscheidungen. Diese werden von Bodenlebewesen zerkleinert und verdaut, sodass neue, fruchtbare Erde entsteht, meist sehr dunkel, feucht und krümelig. In den sogenannten Huminstoffen ist jede Menge Kohlenstoff gespeichert. Dieser schützt gleichzeitig das Klima, wenn er lange im Boden gebunden wird.

Bodenfarben und CO2

Anhand der Farbe könnt ihr erforschen, wie viel Kohlenstoff in der Erde gespeichert ist. Vereinfacht lässt sich sagen: Je dunkler die Erde ist, desto mehr Huminstoffe (Humus) befinden sich in der Erde. Und Hauptbestandteil von Huminstoffen ist Kohlenstoff, wie er auch in Kohle und Kohlendioxid, also CO2, vorkommt. Auch rote und blaue Farbtöne im Boden geben dir Hinweise auf Bestandteile des Bodens – finde heraus, welche!

Bodenarten

Bodenteile setzen sich entsprechend ihrer Korngröße und ihrem Gewicht ab. Ganz oben befindet sich die humose Streuschicht. Je nach Korngröße setzen sich zuerst grobe, dann feine Bestandteile ab, die sich in Bodenarten einteilen lassen. Zur Bestimmung haben Forscher:innen ein „Bodenarten-Dreieck“ entwickelt. Recherchiere und finde heraus, um welche Bodenarten es sich bei deinen Schichten handelt.

Räuber-Beute-Beziehung

Oftmals gibt es in einem Lebensraum, ob afrikanische Savanne oder Garten vor der Haustür, mehr Beutetiere als Raubtiere. Denn Tierarten, die viele Fressfeinde haben, vermehren sich besonders stark, um als Art überleben zu können. Dazu gehören die Blattläuse im Garten oder Fadenwürmer im Boden. Käfer, Spinnen, Ameisen und Hundertfüßer brauchen so nicht zu verhungern, wenn es genug Beute gibt. Andernfalls sterben die Räuber, was wiederum zu einer massenhaften Vermehrung der Beutetiere führen kann. Daher ist es wichtig, im Garten und auf dem Acker ein ausgewogenes Verhältnis möglichst vieler Tierarten zu fördern.

Quellen

  • Cornell, Joseph (2006): „Mit Cornell die Natur erleben. Sammelband“, Verlag an der Ruhr
  • Dittmann, J./Köster, H. (1999): „Die Becherlupen-Kartei: Tiere in Kompost, Boden und morschen Bäume“, Verlag an der Ruhr
  • Döhler, Susanne et al. (2020): „Expedition Erdreich. Lehr- und Arbeitsmaterial“, BMBF, Berlin
  • Döhler, Susanne et al. (2020): „Expedition Erdreich. Aktionsheft“, BMBF, Berlin
  • Hellberg-Rode, G. (2004): „Projekt Hypersoil“, Uni Münster
  • NAJU (2020): „Aktionsordner – Kinder entdecken die Natur“, NABU-Shop
  • Wedekind, Hartmut (2012): „Boden schätzen“, Kinderforscherzentrum HELLEUM, Berlin
  • Zumkowski-Xylander, H. et al. (2017): „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“, Senckenberg Museum Görlitz