Demeter-Blog

Wirtschaft als Alchemie?

18.04.2018

Anfang der achtziger Jahre fuhr ein Kleinbus voll Bonner Landwirtschaftsstudenten an eine der Spitzenadressen der ökonomischen Welt, die Schweizer Hochschule Sankt Gallen. Hans Christoph Binswanger, dort Professor und Autor des Buches „Wege aus der Wohlstandsfalle“ hatte uns mit möglichen Auswegen aus dem Zwang zum Wirtschaftswachstum zu einer Tagung gelockt. In der Landwirtschaft hieß es nämlich längst: „Wachse oder weiche!“, entsprechende Naturvernutzung inklusive. Das ist heute immer noch so und zwar verschärft, wie Demeter-Vorstand Dr. Alexander Gerber im letzten Herbst vor Bankenvertretern kritisierte. Im Interview mit Lebendige Erde sagte der Wirtschaftswissenschaftler Binswanger 2004: „Die Landwirtschaft kann in der kapitalmäßig organisierten Wirtschaft ... ohne Transferzahlungen und ohne … Prioritätenstellung in Erbrecht, Steuergesetzgebung, Raumplanung nicht überleben.“ Und wies auf die magischen Elemente des Wachstumsdenkens hin, angelehnt an Goethes Faust, zweiter Teil: Dort bannen Wirtschaft und Geldschöpfung als alchemistische Prozesse die Handelnden. H. C. Binswanger ist am 18. Januar gestorben. Seine Kritik der vorherrschenden ökonomischen Vorstellungen aber ist aktuell.

Der Demeter-Blog wird verfasst von Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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