Demeter-Blog

Was ist falsch an Esoterik?

30.09.2020
Demeter-Blogger auf einem Lauchfeld

Leider werden Demeter und die biodynamische Landwirtschaft gerne als Edelmarke mit spinnert-esoterischem Hintergrund abgetan, kurzum als unwissenschaftlich. Das tun manche Fachwissenschaftler und gerne auch Publikumsmedien, vor allem, wenn sie einen Deppen brauchen. Was ist denn bitteschön verkehrt an Esoterik? Die alten Griechen unterschieden Exoterik – nach außen gewandtes Denken und Esoterik - Denken, das sich mit dem individuellen Seelenraum und seinen Wahrnehmungsmöglichkeiten befasst. Das gab es von Platon bis weit über die Zeit der mittelalterlichen Religiosität hinaus. Heute hat das Wort einen Bedeutungswandel erfahren, auch durch unseriöse Praktiken. Esoterisches Interesse hat jedenfalls Isaac Newton nicht daran gehindert, Wesentliches zur Physik beizutragen.

Auf die biodynamisch Aktiven gemünzt, ist der Vorwurf der Wissenschaftsfeindlichkeit ahistorisch und unwissenschaftlich: Jeder, der über Demeter recherchiert, kann wissen, dass dies absolut nicht zutrifft. Die erste Tat anthroposophischer Landwirte 1924 war die Gründung eines Versuchsrings! Der war eine der Keimzellen für den heutigen Ökolandbau. Die Mainstream-Wissenschaft hätte Ökolandbau heute noch nicht erfunden! Wesentliche Forschungsbemühungen, u.a. Langzeitversuche gehen auf biodynamische Impulse zurück. In den Feldern der Medizin, Pädagogik oder Gesellschaftswissenschaft war Rudolf Steiner ein Vorläufer früher Aktionsforschung: Ideen realisieren und dabei gemeinsam reflektieren. Das ist heute das Leitbild der fortschrittlichen Ökolandbauforschung: Im Verbund partizipative Praxisforschung (VÖP) entwickeln Forscher von Bioland, Demeter und Naturland mit Landwirten auf Augenhöhe den Ökolandbau weiter.

Den Demeter-Blog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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