Der KuhBlog

Tierschutz fängt bei Euch Menschen an

04.10.2017
Sophia frisst Heu

Hallo, heute melde ich mich zum Welttierschutztag.

In den Medien wird ja viel über Tierschutz – häufig in der Landwirtschaft – berichtet, nicht nur heute. Aber in der „modernen Landwirtschaft“ wird Tierschutz leider nicht überall groß geschrieben. Auch Haustiere werden teilweise nicht gut gehalten oder entstammen Züchtungen, die nach Menschensicht „schön“ sein sollen, den Tieren aber Schaden zufügen. Wenn es um‘s Geschäft geht, scheinen viele Menschen zu vergessen, dass wir Tiere empfindsame Lebewesen sind, die ebenso Schmerzen haben können. Das ist uns gegenüber nicht fair. Wie Menschen uns behandeln, sagt meiner Meinung nach zudem viel darüber aus, welche Werte sie teilen und wie sie ihren Mitmenschen begegnen. Haben sie Achtung und Respekt vor lebendigen Geschöpfen oder zeigen sie eher Gewalt und Ignoranz?

Gewalt gegen Tiere – für ein Schönheitsideal?

Dass uns Kühen die Hörner weggenommen und Schweinen ihre Schwänze abgekniffen werden, um möglichst billig Fleisch oder Milch erzeugen zu können, ist schlimm genug. Ich habe ja schon öfter in meinen Beiträgen erklärt, dass dort, wo man „ganze“, gesunde Tiere sieht, sehr wahrscheinlich auch Grundregeln des Tierwohls beachtet werden.

Wenn Tiere verstümmelt werden, weil Menschen es „schön“ finden, halte ich das für sehr fragwürdig. Zum Beispiel wenn Hunden die Ohren oder Pferden die Schweife kupiert werden. Oder eine Zuchtauslese betrieben wird, die chronische Krankheiten und Schäden des Tieres billigt, um es auf eine bestimmte Art und Weise nach menschlichen Ideen zu formen. Qualzucht nennt sich das:

„Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind.“ wikipedia

Eigentlich sind Verstümmelung (zumindest bei Haustieren) und Qualzucht laut Tierschutzgesetz §11b verboten, doch die Mühlen der Behörden mahlen langsam und Schlupflöcher sowie Schwarzmärkte gibt es immer wieder. So sind Kurzbeinigkeit, zu kleine Schnäbel, chronische Schmerzen, Atemprobleme, fehlgebildete Kiefer, Haarlosigkeit, extreme Hautfalten, tränende Augen, Gelenkschäden oder Adipositas nur ein paar der krankhaften Folgen, durch die manche Menschen die scheinbar geliebten Tiere leiden lassen. Auch die Haltung und Dressur von Wildtieren in Zirkussen, Tierversuche und Pelzfarmen zählen zu leidvollen und würdelosen Handlungen, die Menschen uns Tieren antun.

Es ist höchste Zeit, in diesen Bereichen alte Denkmuster zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen. Daher wünsche ich mir bessere Haltungsbedingungen für alle Tiere und mehr Respekt im Umgang mit Lebewesen. Jetzt nach der Bundestagswahl habt ihr die Gelegenheit, die Parteien noch mal darauf hinzuweisen: Die Tierschutzstandards müssen endlich verbessert werden! Unter anderem muss eine Haltungsverordnung für Milchkühe und eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsverfahren – ähnlich wie die Kennzeichnung bei Eiern – für alle Produkte von Tieren eingeführt werden.

Was Ihr jetzt schon tun könnt?

Höfe unterstützen, die Tierwohl ernst nehmen! Hier habe ich ein paar Tipps dazu zusammengestellt – sonst gibt es noch verschiedene Artikel und Bücher dazu, die euch helfen, im Alltag auf mehr Tierwohl zu achten. Und ganz wichtig ist natürlich, dass ihr darauf verzichtet, ein Haustier aus einer Qualzucht zu kaufen!

Tipp:

Der Demeter-Bauer Bernhard Steinert wurde für seine vorbildliche und Tierwohl-gerechte Kuhhaltung vor kurzem sogar mit dem Tierschutzpreis geehrt.