Züchtung

Rinderzucht

Kuh mit Kalb

In der biologisch-dynamischen Rinderhaltung sind vitale, langlebige, leistungsfähige und umgängliche Tiere die Voraussetzung für einen lebendigen Betriebsorganismus.

Hörner für genetische Vielfalt – Verantwortung wahrnehmen

Unsere Demeter-Kühe tragen Hörner – wir bewahren die Integrität und Würde der Tiere. Respekt für jedes Lebewesen ist unser Grundsatz. Die Nutzung horntragender Tiere ist in unseren Verbandsrichtlinien vorgeschrieben.

Eine Kuh nutzt ihre Hörner zur Kommunikation im Herdenverband: die Kuhhörner geben den anderen Tieren Aufschluss über ihre Körperhaltung und Stimmung. Die Hörner sind gut durchblutete, eng mit der Stirnhöhle verbundene Organe. Neben dem äußerlichen Nutzen der Kommunikation (und dem Fellkratzen), wirken die Hörner auch nach innen in die Verdauung des Tieres und dienen der Wärmeregulierung.

Die rasch zunehmende  Zucht auf Hornlosigkeit vermeidet zwar das schmerzhafte Enthornen von Kälbern;  doch wie sich die Hornlosigkeit langfristig auf die Leistung und Merkmale der Tiere auswirkt, ist noch ungewiss. Darüber hinaus wird den Rindern die natürliche Interaktion mit Artgenossen erschwert.

Berechnungen zufolge, könnten bereits in 20-30 Jahren viele der heutigen Rinderrassen komplett hornlos sein – das würde den unwiederbringlichen Verlust genetischer Ressourcen bedeuten. Ist das hörnertragende Rind somit eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse?

Wege der Züchtung - Engagement der Bäuerinnen und Bauern

Viele engagierte Bäuerinnen und Bauern züchten bereits aktiv. Im Biodynamischen Verständnis züchtet die Umwelt mit, das heißt Kuh und Umgebung (Standort, Futter etc.) spielen sich aufeinander ein, was der Landwirt durch geschickte Zuchtauswahl steuern kann. Viele Demeter-Betriebe haben so erfolgreich langjährig stabile Herden mit langlebigen Tieren aufgebaut. Die Zucht auf Lebensleistung spielt hierbei eine große Rolle.

Dabei stehen Lebenskräfte, Fitness und Gesundheit der Tiere, unter Beachtung der Naturgesetze von Körperbau und Leistung, im Vordergrund. Die Zucht orientiert sich an den Gegebenheiten des natürlichen Standorts. So ergibt es sich, dass die Zuchttiere betriebsspezifisch nach jeweils unterschiedlichen Kriterien ausgewählt werden.

Bei der Kuhfamilienzucht wählt man auf dem eigenen Betrieb, oder in Kooperation mit Partnerbetrieben, gute Kuhlinien aus und zieht männliche  und weibliche Tiere nach. Diese systematische Verwandtenpaarung kann ab und zu mit „frischem Blut“ – Einkreuzung von nichtverwandten Tieren, die jedoch ähnliche Herkunftsmerkmale haben, ergänzt werden.

Deutschland- und Europaweit setzt sich EUNA – die „Europäische Vereinigung für Naturgemäße Rinderzucht“ für eine vielseitige und natürliche Rinderzüchtung ein.

Bio-Züchtung steht noch am Anfang 

Oft müssen Demeter-Landwirte auf konventionelle Zuchttiere zurückgreifen. Diese sind meist auf bestimmte Höchstleistungsmerkmale selektiert. Dabei stehen ihnen nur wenige Stiere verschiedener Rassen zur Auswahl zur Verfügung. Die jahrelange Züchtung auf wenige Merkmale mit nur wenigen Stieren hat den Genpool der Rinderrassen extrem eingeschränkt. Die biologische Rinderhaltung benötigt jedoch Vielfalt, um an die Variabilität der Höfe angepasste Tiere einsetzen zu können.

Die Höfe brauchen Tiere, die zu ihrem jeweiligen Standort und ihrer Futtergrundlage passen. Demeter-Kühe tragen dazu natürlich ihre Hörner. Um diesen Ansprüchen in Zukunft gerecht zu werden, brauchen Ökobauern eine eigene Züchtung mit eigenen Zielen. Gemäß Demeter-Richtlinien können als Zuchtziele die bestmögliche Anpassung an den Hof und seine Bedingungen, eine gute Gesundheit und eine hohe Lebensleistung genannt werden. Naturgemäß erfüllen Mehrnutzungsrassen diese Anforderungen besser als spezialisierte Hochleistungsrassen.

Gemäß Demeter-Richtlinien können als  Zuchtziele die bestmögliche Anpassung an den Hof und seine Bedingungen, eine gute Gesundheit und eine hohe Lebensleistung genannt werden. Für den Ökolandbau wichtig sind daneben Zweinutzungsrassen – die die Möglichkeit der Verwertung von Milch und Fleisch ergeben. Kälber spezialisierter Hochleistungsrassen sind für die Mast kaum tauglich und schlecht vermarktbar.

Gemeinsam stark

In dem Projekt „Hörner im Laufstall“ der Universität Kassel arbeiten der Demeter e.V. und der Bioland-Verband gemeinsam daran, Umstellungsbetriebe zu begleiten und den Rinderhaltern einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

23.11.2016
Rinderzucht
Züchtung

In der biologisch-dynamischen Rinderhaltung sind vitale, langlebige, leistungsfähige und umgängliche Tiere die Voraussetzung für einen lebendigen Betriebsorganismus.

Hörner für genetische Vielfalt – Verantwortung wahrnehmen

Unsere Demeter-Kühe tragen Hörner – wir bewahren die Integrität und Würde der Tiere. Respekt für jedes Lebewesen ist unser Grundsatz. Die Nutzung horntragender Tiere ist in unseren Verbandsrichtlinien vorgeschrieben.

Eine Kuh nutzt ihre Hörner zur Kommunikation im Herdenverband: die Kuhhörner geben den anderen Tieren Aufschluss über ihre Körperhaltung und Stimmung. Die Hörner sind gut durchblutete, eng mit der Stirnhöhle verbundene Organe. Neben dem äußerlichen Nutzen der Kommunikation (und dem Fellkratzen), wirken die Hörner auch nach innen in die Verdauung des Tieres und dienen der Wärmeregulierung.

Die rasch zunehmende  Zucht auf Hornlosigkeit vermeidet zwar das schmerzhafte Enthornen von Kälbern;  doch wie sich die Hornlosigkeit langfristig auf die Leistung und Merkmale der Tiere auswirkt, ist noch ungewiss. Darüber hinaus wird den Rindern die natürliche Interaktion mit Artgenossen erschwert.

Berechnungen zufolge, könnten bereits in 20-30 Jahren viele der heutigen Rinderrassen komplett hornlos sein – das würde den unwiederbringlichen Verlust genetischer Ressourcen bedeuten. Ist das hörnertragende Rind somit eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse?

Wege der Züchtung - Engagement der Bäuerinnen und Bauern

Viele engagierte Bäuerinnen und Bauern züchten bereits aktiv. Im Biodynamischen Verständnis züchtet die Umwelt mit, das heißt Kuh und Umgebung (Standort, Futter etc.) spielen sich aufeinander ein, was der Landwirt durch geschickte Zuchtauswahl steuern kann. Viele Demeter-Betriebe haben so erfolgreich langjährig stabile Herden mit langlebigen Tieren aufgebaut. Die Zucht auf Lebensleistung spielt hierbei eine große Rolle.

Dabei stehen Lebenskräfte, Fitness und Gesundheit der Tiere, unter Beachtung der Naturgesetze von Körperbau und Leistung, im Vordergrund. Die Zucht orientiert sich an den Gegebenheiten des natürlichen Standorts. So ergibt es sich, dass die Zuchttiere betriebsspezifisch nach jeweils unterschiedlichen Kriterien ausgewählt werden.

Bei der Kuhfamilienzucht wählt man auf dem eigenen Betrieb, oder in Kooperation mit Partnerbetrieben, gute Kuhlinien aus und zieht männliche  und weibliche Tiere nach. Diese systematische Verwandtenpaarung kann ab und zu mit „frischem Blut“ – Einkreuzung von nichtverwandten Tieren, die jedoch ähnliche Herkunftsmerkmale haben, ergänzt werden.

Deutschland- und Europaweit setzt sich EUNA – die „Europäische Vereinigung für Naturgemäße Rinderzucht“ für eine vielseitige und natürliche Rinderzüchtung ein.

Bio-Züchtung steht noch am Anfang 

Oft müssen Demeter-Landwirte auf konventionelle Zuchttiere zurückgreifen. Diese sind meist auf bestimmte Höchstleistungsmerkmale selektiert. Dabei stehen ihnen nur wenige Stiere verschiedener Rassen zur Auswahl zur Verfügung. Die jahrelange Züchtung auf wenige Merkmale mit nur wenigen Stieren hat den Genpool der Rinderrassen extrem eingeschränkt. Die biologische Rinderhaltung benötigt jedoch Vielfalt, um an die Variabilität der Höfe angepasste Tiere einsetzen zu können.

Die Höfe brauchen Tiere, die zu ihrem jeweiligen Standort und ihrer Futtergrundlage passen. Demeter-Kühe tragen dazu natürlich ihre Hörner. Um diesen Ansprüchen in Zukunft gerecht zu werden, brauchen Ökobauern eine eigene Züchtung mit eigenen Zielen. Gemäß Demeter-Richtlinien können als Zuchtziele die bestmögliche Anpassung an den Hof und seine Bedingungen, eine gute Gesundheit und eine hohe Lebensleistung genannt werden. Naturgemäß erfüllen Mehrnutzungsrassen diese Anforderungen besser als spezialisierte Hochleistungsrassen.

Gemäß Demeter-Richtlinien können als  Zuchtziele die bestmögliche Anpassung an den Hof und seine Bedingungen, eine gute Gesundheit und eine hohe Lebensleistung genannt werden. Für den Ökolandbau wichtig sind daneben Zweinutzungsrassen – die die Möglichkeit der Verwertung von Milch und Fleisch ergeben. Kälber spezialisierter Hochleistungsrassen sind für die Mast kaum tauglich und schlecht vermarktbar.

Gemeinsam stark

In dem Projekt „Hörner im Laufstall“ der Universität Kassel arbeiten der Demeter e.V. und der Bioland-Verband gemeinsam daran, Umstellungsbetriebe zu begleiten und den Rinderhaltern einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.