Grundlage für volle Pflanzenreife

Den Boden lebendig machen

Warum ist Boden so wichtig?

Boden ist die Grundlage für unsere Lebensmittel. Deshalb pflegen Demeter-Bäuerinnen und -Bauern ihn – mit Kuhmist, nicht mit Chemie. Humusaufbau ist wesentlich für das gesunde Wachstum von Pflanzen und auch für die Bindung von CO2. Bei Demeter unterstützen zudem biodynamische Präparate die Stoffwechselprozesse im Boden - Grundlage für starke und gesunde Pflanzen.

Demeter-Boden setzt weniger Lachgas frei

Austritt Lachgas konventionell

100%
(konventionell)

Austritt Lachgas Bio

75%
(biologisch-organisch)

Austritt Lachgas Demeter

57%
(biologisch-dynamisch)

Austritt N2O gemessen über die Fruchtfolge, Vergleich mit konventionellen und ökologisch-bewirtschafteten Böden beim DOK-Versuch

Biodynamisch für guten Boden

Bei Demeter steht der Boden von Anfang an im Mittelpunkt des landwirtschaftlichen Geschehens. Als erste negative Folgen der mineralischen Stickstoffdüngung sichtbar wurden, begannen auch einige Landwirt*innen, sich um nachhaltige Bodenfruchtbarkeit zu sorgen. Eine Gruppe von ihnen bat Rudolf Steiner im Jahr 1924, einen landwirtschaftlichen Kurs in Koberwitz abzuhalten. Dies war die Geburtsstunde der biodynamischen Landwirtschaft. Rudolf Steiner bezeichnete den Boden als das Verdauungsorgan der Pflanze, deshalb müsse die Landwirtschaft den Boden selbst und nicht die Pflanze ernähren. Nur in vitalem Boden können Nahrungsmittel harmonisch wachsen.

Weltweit bewirtschaften heute 6.240 Bäuerinnen und Bauern 202.370 Hektar Land zertifiziert biodynamisch. In Deutschland werden 99.000 Hektar Land nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. Und genau wie damals steht auch heute für Demeter-Bäuerinnen und -Bauern ein lebendiger Boden im Mittelpunkt ihres Bemühens. Durch die Ausbringung von Kompost, die Nutzung biodynamischer Präparate, weite Fruchtfolgen, den Anbau von Zwischenfrüchten und Leguminosen fördern sie das Bodenleben und bauen Humus auf. Durch den Verzicht auf energieintensiv hergestellte Stickstoffdünger leisten sie außerdem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – unter anderem setzen biodynamisch bewirtschaftete Äcker deutlich weniger klimaschädliches Lachgas frei als konventionelle.

Gutes wächst auf gutem Grund

Packman frisst CO2

CO2-Fresser und Wasserfilter

Ein Boden, der viel organisches Material in Form von Humus gebunden hat, ist ein guter CO2-Speicher. Böden sind der größte terrestrische Speicher für Kohlenstoff, aber gleichzeitig eine der wichtigsten natürlichen Quellen für CO2 in der Atmosphäre. Dadurch ist organische Bodensubstanz nicht nur für die Bodenfruchtbarkeit, sondern auch als Umschlagort von Treibhausgasen für den Klimawandel von Bedeutung. Der gezielte Aufbau von organischem Humus trägt zudem zur Stabilität des Bodens bei, sodass bei starken Regenfällen weniger Ackerkrume abgeschwemmt wird und für Trockenzeiten mehr Wasser gespeichert werden kann.

Der Boden filtert das Regenwasser, der Humus im Boden bindet Nährstoffe und verhindert deren Auswaschung ins Grundwasser. Wasserwerke mögen Ökolandbau, weil das Grundwasser unter Ökoflächen deutlich weniger mit Nitrat und Pestiziden belastet ist als unter konventionell bewirtschafteten Feldern.

Warnsymbol

Gefahr durch Erosion und Bebauung

Gefährliche Zeiten für gute Böden: Immer mehr Bodenfläche wird bebaut oder ist von Erosion bedroht. Vor 50 Jahren stand rechnerisch jeder Person weltweit ein halber Hektar zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung, heute ist es ein Viertelhektar und 2050 werden es nur noch 1.000 Quadratmeter sein. Wo einst Getreide und Kartoffeln wuchsen, stehen heute Doppelhaushälften und Supermärkte. Allein in Deutschland wird jeden Tag eine Fläche in der Größe von 90 Fußballfeldern versiegelt.

Auf der verbleibenden Fläche wird mit Pflanzenschutzmitteln, Mineraldünger und Monokulturen immer mehr angebaut. Das geht auf Kosten des Bodens. Seine natürlichen Funktionen sind so stark gestört, dass sie Starkregen und Stürmen nicht standhalten. Etwa 970 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden gehen in der EU jedes Jahr durch Erosion verloren – genug Erde, um die gesamte Stadt Berlin einen Meter anzuheben.

Boden Haftung

Politik muss Böden schützen!

Guter Umgang mit dem Boden entsteht nicht von selbst, es braucht gesetzliche Rahmenbedingungen, die sicherstellen: Wer fruchtbare Böden zerstört, muss dafür Haftung übernehmen. Hier ist die Politik gefragt! Sie muss die Weichen stellen, indem sie Bodenfruchtbarkeit fördert.

Wir fordern:

  • Die EU-Agrarpolitik (GAP) muss endlich den Systemwandel einleiten: 70 Prozent der Agrarsubventionen müssen gesellschaftlich wichtigen Umwelt- und Klimamaßnahmen gewidmet werden.
  • Die Subventionen müssen Landwirt*innen zugutekommen, die in Bodenfruchtbarkeit investieren, vor allem durch Ökolandbau. Denn der trägt gleichzeitig zum Erreichen weiterer Nachhaltigkeitsziele bei.

Weiterhin müssen Landwirt*innen dabei unterstützt werden, gezielt Landschaftselemente wie Hecken und Lebensräume für Artenvielfalt anzulegen. Wir begrüßen, dass die EU-Kommission in ihrer „Farm to Fork“-Strategie Ziele gesetzt hat, um die Lebensmittelkette vom Acker bis zum Teller fairer, gesünder und umweltfreundlicher zu gestalten. Die Bundesregierung muss sich nun dafür einsetzen, dass diese Ziele auch erreicht werden. Neben der Reform der EU-Agrarpolitik ist für die Erhaltung fruchtbarer Böden vor allem wichtig:

  • Boden als wichtige natürliche Ressource braucht besonderen Schutz, daher sollte die Arbeit an einer EU-Bodenschutzrichtlinie wieder aufgegriffen werden!
  • Bodenversiegelung zerstört Böden fast unwiederbringlich und muss daher durch gesetzliche Regelungen zu Flächenrecycling und umsichtiger Siedlungsplanung auf ein Mindestmaß begrenzt werden.
  • Das Ziel, 25 Prozent Ökolandbau bis 2030 zu erreichen, muss mit einem umfassenden Aktionsplan angegangen werden, der beispielsweise die Erhöhung des Anteils von Lebensmitteln aus Ökolandbau in öffentlichen Kantinen sowie Bildungsansätze fördert.

Erde gut, alles gut

Durchwurzelung ist bei Demeter-Böden am stärksten
Grafiken zu wissenschaftlichen Versuchen aus der "Lebendige Erde"

Verschiedene Langzeitstudien zeigen, dass Demeter-Landwirtschaft (biodynamisch) in besonderem Maße Boden und Pflanze verbindet.