Demeter Aktuell

Ausgabe November 2021

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Liebe Mitglieder, Freund:innen und Wegbegleiter:innen,

Anfang November fand die außerordentliche Delegiertenversammlung des Demeter e.V. statt. Es war eine wahrhaft historische. Auf ihr wurde erstmals ein gemeinsamer Haushalt für die fünf Landesverbände und den Bundesverband beschlossen. Ein äußerliches Zeichen, dass wir uns als einen Organismus verstehen, wir gegenseitig Verantwortung füreinander übernehmen und untereinander solidarisch sind. Und das, weil wir gemeinsam das Biodynamische voranbringen wollen. Ein historischer, großer Schritt!

Doch damit ist es nicht getan. Jetzt geht es erst richtig los: einander zuhören, die Bedürfnisse des Anderen wahrnehmen, eigene Standpunkte konstruktiv einbringen, Gesprächsformate finden, schlanke Prozesse definieren, zusammenarbeiten. Kurz: Begegnungsräume gestalten, in denen Neues geschaffen wird. Dem soll auch die für alle Mitglieder offene Zukunftswerkstatt im Januar in Berlin dienen.

Oder: eine sehr gute Balance finden zwischen dem Einzelnen, der Subsidiarität, Individualität einerseits und dem Gemeinsamen, der Gemeinschaft, der Verantwortung für’s Ganze andererseits. Und zeigt nicht auch die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie, dass genau das die größte Herausforderung ist. Die richtigen Antworten zu finden, ist schwierig und herausfordernd.
Bei Demeter stellen wir uns der Herausforderung, diese Balance zu finden, entschlossen, aktiv gestaltend und begeistert. Das macht Mut, zusammen was für diese Welt zu erreichen!

  Mit herzlichen Grüßen

   Alexander Gerber
   und Johannes Kamps-Bender

 

 

 DEMETER AKTUELL 

Gestalten wir gemeinsam die Demeter-Zukunft!

Der Organisations-Entwicklungsprozess nahm vor mehr als zehn Jahren mit der Fusion des damaligen Marktforums und des Demeter Bund e.V. seinen Anfang. Dieses Jahr mündete er in der Verabschiedung der neuen Satzung und der Neuordnung des Verbandes. Heute sind die Regionen und die Fachgruppen neu gefasst, und wir haben einen neuen Aufsichtsrat gewählt. Der Impuls, der aus dieser Neuaufstellung hervorgeht, braucht Raum, um sich zu entfalten und um neue Ideen und Energien freizusetzen.
Einen besonderen Raum für eine neue Positionsbestimmung aller Mitglieder bietet die „Demeter Zukunftswerkstatt“ mit einem großem Fachgruppentreffen. Gleichzeitig legt die Werkstatt einen Fokus auf drängende Fragen, die uns beschäftigen: Was sind unsere biodynamischen Werte? Wie kann unsere Markenführung ein faires Miteinander sicherstellen? Wie füllen wir unser Ideal einer ganzheitlichen und integrativ verstandenen Nachhaltigkeit mit Leben? Diesen und mehr Fragen wollen wir uns stellen, um hierzu gemeinsam eine durch den gesamten Verband getragene Haltung zu entwickeln.

Einladung zur Demeter Zukunfts-Werkstatt am 20.-21. Januar

Die erste „Demeter Zukunftswerkstatt“ mit großem Fachgruppentreffen findet im Rahmen der Grünen Woche am 20. und 21. Januar 2022 in Berlin statt. Es erwarten Euch zwei inspirierende Tage mit Workshops, Vorträgen und spannendem Rahmenprogramm sowie einer gemeinsamen Teilnahme an der „Wir haben es satt“-Demo am Samstag, den 22. Januar. Die Werkstatt wird, wenn möglich, als Präsenzveranstaltung stattfinden und online übertragen. Eine offizielle Einladung erfolgt schriftlich per Mail und Post.

Wir freuen uns über eine große Teilnahme aller Mitglieder und darauf, den Verband gemeinsam mit Euch nach Euren Bedürfnissen zu gestalten.

Mit herzlichen Grüßen für den Gesamtvorstand
Ute Rönnebeck, Alexander Gerber, Johannes Kamps-Bender


Außerordentliche Delegiertenversammlung

In der außerordentlichen Delegiertenversammlung, die am Mittwoch, den 3.11. im digitalen Format stattfand, konnten die zahlreich teilnehmenden Delegierten, neben den zu beschließenden Themen, eine ausführliche Einführung des Aufsichtsrats erhalten. Diese wurde präsentiert von der Vorsitzenden, Julia Unseld, die bisher 196 Tage im Amt ist. Der Gesamtvorstand stellte die Schwerpunkte seiner Arbeit seit der DV im April und die anstehenden Themen vor. Diese waren: Bericht aus dem Gesamtvorstand, Bericht aus dem Aufsichtsrat, Einblick und Abstimmung über den Brückenhaushalt 2022 und Diskussion und Verabschiedung des neuen Prozesses zur Mitgliederaufnahme.

Struktur des Gesamtvorstand

Die Bundesvorstände Johannes Kamps-Bender und Alexander Gerber, Ute Rönnebeck von Demeter im Westen, Nancy Schacht von Demeter im Osten, Ute Haimerl, seit September neue Geschäftsführerin von Demeter Bayern, Tim Kiesler von Demeter Baden-Württemberg und seit Juli diesen Jahres Stephanie Ott und Charlotte Klement für die Bäuerliche Gesellschaft (übergangsweise in doppelter Besetzung). Ab dem 15. November wird dann der neue Geschäftsführer Christoph Reiber die Nachfolge von Tim Kiesler für die Geschäftsführung Baden-Württemberg antreten.
Die inhaltlichen Themen des Gesamtvorstand sind unterteilt in die Abteilungen Politik und Öffentlichkeitsarbeit, Markt​, Verbandsmanagement​, Verwaltung​, Agrar-  und Ernährungskultur​ und Qualität. Im Gesamtvorstand werden Fragestellungen erarbeitet, die dann im Trio ausgearbeitet werden. Ein Trio besteht aus der Abteilungsleitenden, einem:r regionalen Geschäftsführer:in und einem der Bundesvorstände.

Der gemeinsame Haushalt und zukünftige Mitgliederaufnahmen

Für die weitere Arbeit im Gesamtverband, ab dem nächsten Jahr, sind die getroffenen Beschlüsse zum gemeinsamen Haushalt 2022 und der Prozess der Mitgliederaufnahme zentral und wurden von den Delegierten positiv bestätigt. Der Aufsichtsrat bekräftigte die Beschlüsse durch Stellungnahmen. Aus dem Finanzausschuss betonte Matthias Deppe das große Vertrauen in die handelnden Personen. Zudem befürwortete Rolf Holzapfel den Rahmenprozess zur Mitgliederaufnahme, auch wenn noch einige inhaltliche Punkte offen sind, die bis zur DV im April 2022 ausgearbeitet werden müssen.
Künftig wird bei Mitgliederaufnahme jeder Antrag in der Region durch den/die entsprechende:n Betreuer:in begleitet, sowie Vorgespräche geführt. Die erste Entscheidung zum Antrag auf Mitgliedschaft wird zukünftig in der Region getroffen. Erst in zweiter Instanz geht der Antrag zu einer zweiten Bewertung in den Gesamtvorstand. An alle bestehenden Mitglieder ging im Oktober per Post ein Schreiben zur Bestätigung der Doppelmitgliedschaft raus. Mit der Bestätigung sind alle parallel Mitglied im Landesverband und Bundesverband.
Das Übereinanderlegen der sechs verschiedenen Haushalte von Bund und Regionen war eine Herausforderung in der Umsetzung. Jetzt steht der erste Haushalt, aus dem eine Stärkung der Regionen hervorgeht, womit der Haushalt des Demeter e.V. leicht rückläufig ist. Dies liegt primär an einer Verschiebung der Stellenanteile der Regioreferent:innen in die Regionen.

Zur Veranstaltung

Vom Aufsichtsrat waren Julia Unseld und Rolf Holzapfel vor Ort. Ute Rönnebeck, Alexander Gerber und Johannes Kamps-Bender vertraten den Gesamtvorstand in Darmstadt. Die Versammlungsleitung übernahm wieder Heike Flemmer. Das 10. Mitglied des Aufsichtsrats, Thomas Müller, von der Fachgruppe Forschung und Entwicklung stellte sich und seine Motivation vor und wurde von den Delegierten fast einstimmig gewählt.
Thomas Müller ist seit Januar 2021 hauptberuflich tätig als geschäftsführender Vorstand der Freien Landbauschule Bodensee e.V. und nebenberuflich tätig in der Unterstützung und Beratung der Betriebsleitung des Hofguts Brachenreuthe. Er möchte sich in seiner Rolle als Mitglied des Aufsichtsrats besonders für eine wertschätzende Gesprächskultur einsetzen, die er als unbedingte Voraussetzung für das große Engagement der Verantwortlichen und die positive Entwicklung des Verbandes sieht.

Die Veranstaltung war technisch begleitet durch Annalena Adam, Tobias Armleder und Martin Müller-Lindenlauf, damit die Abstimmungen in OpenSlides und die Konferenz per Webex einwandfrei ablaufen konnten. Spannend und kurzweilig waren die digitalen Formate, die bei dieser DV eingesetzt wurden: Die Teilnehmenden konnten sich vor der Veranstaltung in digitalen Chaträumen, der sogenannten Cafeteria, austauschen. Es wurden Umfragen angeboten und der Austausch wurde durch Chatfragen und Feedbackmöglichkeiten ergänzt, was bei den Teilnehmenden sehr gut ankam.

Delegiertendiskussionprozess 2022

Die nächste reguläre Delegiertenversammlung wird am 5. und 6. April 2022 als Präsenzveranstaltung in Berlin stattfinden. Vorbereitende Videokonferenzen sind für Ende März geplant. Die Delegierten erhalten am 6.12.21 per E-mail die nächsten Unterlagen mit den ersten Anträgen, Antragsskizzen und Diskussionspapieren. Diese können an den Regionalkonferenzen und in den weiteren Gremien im Dezember bis Anfang Februar diskutiert werden.

Bitte merken Sie sich jetzt schon die Termine für die Regiokonferenzen vor:

  • Landesverband Ost: 9.2.22
  • Landesverband West: 10.2.22
  • Landesverband Baden-Württemberg: 25.1.22.
  • Landesverband Bayern:  25.1.22.

Nach dem 6.12. können keine neuen Anträge mehr zugelassen werden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre:n regionale:n Geschäftsführer:in, an die Fach-/-arbeitsgruppen-Koordinator:innen oder an Marion Rhein (marion [ / dot \ ] rhein[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de).


Dr. Ute Haimerl übernimmt Geschäftsführung von Demeter in Bayern

Mit langjähriger Führungs- und Managementerfahrung aus der internationalen Medien- und Telekommunikationsbranche übernimmt Dr. Ute Haimerl zum 1. Oktober 2021 die Geschäfte von Demeter Bayern. Zukünftig vertritt sie die Region Bayern auch im Gesamtvorstand des Demeter e.V.

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Dr. Christoph Reiber führt Demeter Baden-Württemberg

Dr. Christoph Reiber verantwortet seit November die Geschäfte des größten Demeter-Landesverbandes in Deutschland. Mit ihm stärkt die Demeter-Region Baden-Württemberg ihr Profil als Institution für Innovation und Praxisforschung. Der bisherige geschäftsführende Vorstand Tim Kiesler verlässt den Verband auf eigenen Wunsch und begleitet die Übergabe bis Ende des Jahres. 

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Neue Adresse des Berliner Büros

Das Berliner Büro des Bundesverbandes Demeter e.V. ist umgezogen! Seit kurzem können Sie uns unter folgender Adresse finden:

Demeter e.V. Büro Berlin
Neckarstraße 19
12053 Berlin

Bitte für alle Postsendungen nutzen!
Die Telefonnummern bleiben gleich.

Unsere Räume sind Teil des Projekt-Campus „Vollgut“ auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei. Eigentümerin der Gebäude ist die Terra Libra Immobilien GmbH, sie ist eine hundertprozentige Tochter der Stiftung Edith Maryon (Schweiz). Die Projektentwicklung ist noch nicht abgeschlossen, in den nächsten Jahren wird rund um unsere Büros weiter gebaut werden. Aber bereits jetzt haben wir eine spannende und vielfältige Nachbarschaft. So beispielsweise das „Berlin Global Village“ - dies ist das Berliner Eine-Welt-Zentrum, in dem 50 entwicklungspolitische und migrantisch-diasporische NGOs ihre Büroräume haben. In der Nachbarschaft liegt auch das Kindl Zentrum für zeitgenössische Kunst.


DEMETER AKTIV

Messen im Neustart: 3G – 3Gplus – 2G – 2Gplus – 1G?

Im Neustart der Messen freuen wir uns auf die Wiederaufnahme unserer Tätigkeit. Der Organisation von Demeter-Gemeinschaftsständen auf Präsenzveranstaltungen für Messeauftritte gemeinsam mit Ihnen!
Voraussichtlich werden die Zugangsbedingungen zu Großveranstaltungen wie der BIOFACH nach G-Bestimmungen erfolgen. Aussteller, Mitarbeitende und Gäste der Branche aus aller Welt sollen geimpft/ genesen/ getestet Zutritt zu den Vor-Ort-Veranstaltungen erhalten. So können sich alle teilnehmenden Personen mit gutem Gefühl in den Messehallen aufhalten. Nach aktuellen Verordnungen in Bayern ist eine BIOFACH unter 3G-Bedingungen nur bei grüner Warnampel möglich. Der Messeveranstalter informiert ebenfalls über die geltenden Schutzmaßnahmen.

Durch die derzeit steigenden Inzidenz-Zahlen sind neue Einschränkungen bzw. verschärfte Zugangsregelungen für Veranstaltungen und im Freizeitbereich möglich. Ob und inwieweit weitere Regelungen von Behördenseite für den Messesektor bzw. für einzelne Standorte verordnet werden, informieren wir Sie zeitnah. Überdies sind wir natürlich mit den Messeveranstaltern laufend in Kontakt. Bei Fragen und Anliegen zu den Messeauftritten wenden Sie sich gerne an simone [ / dot \ ] heim[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de


BIOFACH 2022 – Beteiligungsmöglichkeiten am Demeter-Gemeinschaftsstand

Nachdem letztes Jahr Corona-bedingt nur eine virtuelle Veranstaltung möglich war, freuen wir uns, wieder mit Ihnen gemeinsam im Februar 2022 die Nürnberger Messehallen mit Leben zu füllen. Um für uns alle eine sichere Veranstaltung zu gewährleisten hat die Messe Nürnberg ein tragfähiges Hygiene-Konzept entwickelt.

Das erwartet Sie am Demeter-Stand (311/411) in Halle 7:

Unser Demeter-Restaurant bietet biodynamische Gerichte an, wieder in Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Partner Wilken Gourmet. Neu ist das Frühstücksangebot für einen entspannten und gesunden Start in den Tag.
Bitte beachten Sie: Das Restaurant ersetzt 2022 unser bisheriges Angebot der Besprechungstischbuchung! Die Corona-Bestimmungen erlauben nur eine deutlich reduzierte Tischanzahl auf unserer Fläche. Frei verfügbare Restaurant-Plätze können wir aufgrund der aktuellen Bestimmungen nicht vorsehen. Speisen und Getränke der Demeter-Gastronomie sind To-Go erhältlich. Im Demeter-Restaurant gilt zum Zeitpunkt der Veranstaltung die dann gültige Gastronomie-Verordnung.
Hier geht es zur verbindlichen Tischreservierung (ganztags/halbtags).

Präsentieren Sie Ihre Demeter- Produkt-Neuheiten dem interessierten Messepublikum im Demeter-Neuheitenregal auf der BIOFACH 2022 auf dem Demeter-Gemeinschaftsstand in Halle 7/311. Um dieses (kostenfreie) Angebot wahrzunehmen, müssen Sie nicht Aussteller der BIOFACH/VIVANESS sein!
Melden Sie hier bis zum 15.12.2021 Ihre Produkt-Neuheiten (Zeitraum Frühjahr 2021 bis zur BIOFACH 2022) an.
Zur Produktanmeldung

Für Direktaussteller in Halle 7, im Demeter-Bereich, gibt es wieder die Möglichkeit, über unseren Dienstleister, Teppichverlegung für den eigenen Stand zu buchen. Wie üblich werden wir orangefarbenen Teppich auf den Gängen verlegen lassen, um den Demeter-Bereich darzustellen. Für Ihren Standteppich sind neben orange auch weitere Farben möglich! Zur Buchung der Teppichverlegung.

Das Demeter-Messeteam freut sich auf Ihre Teilnahme und wünscht uns allen einen erfolgreichen Messeauftritt!
Bei Fragen wenden Sie sich an angelika [ / dot \ ] kaufmann[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de


Demeter politisch

Gentechnik: Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip gehören in den Koalitionsvertrag!

Die EU-Kommission plant, das Gentechnikrecht aufzuweichen. Damit besteht die Gefahr, dass Wahlfreiheit und das Vorsorgeprinzip ausgehebelt werden. Demeter fordert: Die neue Bundesregierung muss sich bereits im Koalitionsvertrag klar für Verbraucherschutz, Sicherheit für die Lebensmittelbranche und Umweltschutz als wichtigste Leitlinien auf EU-Ebene positionieren.

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Zähe Diskussionen um die Umsetzung der EU-Agrarpolitik

Über die Umsetzung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik in Deutschland – insbesondere im Hinblick auf die „Grüne Architektur“ mit den neuen, in der ersten Säule angelegten „Ecoschemes“ - ist weiterhin keine Entscheidung gefallen. Zunächst war geplant, am 3.11. im Bundeskabinett einen Text zu verabschieden, damit dieser zum Monatsende dem Bundesrat vorgelegt werden kann. Aufgrund von Differenzen zwischen Bundesumweltministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium wurde der Kabinettsbeschluss aber vertagt. Inwieweit überhaupt noch ein Beschluss durch die geschäftsführende „alte“ Regierung zustande kommen wird, ist unklar. Einerseits drängt die Zeit, damit die Verwaltungen in den Ländern die neue Agrarpolitik fristgerecht in die Umsetzung bringen können. Andererseits braucht es für einen Beschluss ein politisches Mandat, das die „alte“ Regierung nicht mehr hat.  
Solange diese Entscheidung aussteht, ist es von größter Dringlichkeit, sowohl auf Länderebene als auch auf Bundesebene immer wieder darauf hinzuweisen, dass den Ökobetrieben durch die Ecoschemes nicht etwa Geld verloren gehen darf. Es muss möglich sein, ergänzend zur Ökoprämie in der 2. Säule (Agrarumweltprogramme im Rahmen der Ländlichen Entwicklung) die Ecoschemes voll zu nutzen. Daher haben wir am 4.11. in einer Pressemeldung auf diesen Umstand hingewiesen:
Schluss mit der Stagnation! Wenn die neue EU-Agrarpolitik mit dem Green Deal eine positive Veränderung auf den Äckern und Tellern bringen soll, müssen jetzt die Segel gesetzt werden – für die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit. Dafür müssen die Eco-Schemes auch für Öko-Betriebe voll wirksam sein.

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Nachhaltige Landwirtschaft für erfolgreichen Klimaschutz

Die Beschlüsse der Weltklimakonferenz UNFCCC-COP26 liegen jetzt vor. Eine tiefergehende Bewertung der Ergebnisse steht noch aus. Das Ziel, die Erderwärmung bei 1,5°C zu stoppen, wurde bestätigt.  Positiv im Bereich Landnutzung ist, dass sich 100 Staaten (die für 85% der Waldflächen stehen) verpflichtet haben, die weltweite Abholzung der Wälder bis 2030 rückgängig zu machen. Die Regierungen haben zudem anerkannt, dass Boden- und Nährstoffmanagement wesentlich für eine klima-resiliente, nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln sind. Während verschiedene Tierhaltungssysteme durch den Klimawandel gefährdet seien, sei es möglich, durch nachhaltigere Produktion und Investitionen in die Tiergesundheit die Treibhausgasemissionen zu senken und die Kohlenstoffbindung im Grünland zu verbessern. Wie konsequent diese nicht ganz neuen Erkenntnisse und Beschlüsse nun umgesetzt werden, wird Gegenstand weiterer politischer Debatten sein.
Unser Dachverband Biodynamic Federation - Demeter-International e.V., hatte im Vorfeld die Staatsoberhäupter aufgefordert, Landwirtschaft wieder in den Fokus zu rücken und nachhaltige Anbaumethoden zu unterstützen. Die biodynamische Landwirtschaft muss hier als wegweisend beim Aufbau einer Landwirtschaft für die Zukunft anerkannt werden.

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Mitgliederversammlung und neues Führungsteam beim BÖLW

Am 11. November tagte die Mitgliederversammlung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Neben der Abstimmung zum Budget und Arbeitsprogrammen 2022 gab es eine Übergabe des Staffelstabs: Ab sofort leitet ein fünfköpfiges Spitzenteam, angeführt vom Führungsduo Tina Andres (Vorstandsvorsitzende) und Peter Röhrig (geschäftsführender Vorstand), den Verband. Wichtigster Arbeitsschwerpunkt bleibt weiterhin die Umsetzung der neuen EU-Ökoverordnung, die am 1.1.2022 in Kraft tritt. An Bedeutung gewinnen wird die Arbeit zum Thema Gentechnik, da erwartet wird, dass die EU Kommission einen Vorschlag für Gesetzesänderungen vorlegen wird. Gemeinsame Agrarpolitik, die Auswirkungen von Änderungen am Pflanzenschutzmittelrechts auf biologische Pflanzenstärkungsmittel, der weitere Ausbau der Finanzierung der Ökopflanzenzüchtung aus der Wertschöpfungskette, Forschungspolitik, Wirtschaftspolitik für Verarbeitungsbetriebe und Handel sowie weitere den Ökolandbau beeinflussende Themen werden das Team im Büro in der Marienstraße sowie die Mitgliedsverbände weiterhin beschäftigen.

Resolution für den Umbau von Landwirtschaft und Ernährungssystem

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen hat die BÖLW-Mitgliederversammlung eine Resolution für eine Politik verabschiedet, die den Umbau des Agrar- und Ernährungssystems in Richtung Nachhaltigkeit konsequent vorantreibt.


10 Jahre Bioverita – Biosorten bekannt machen

Am 12. November fand in Rheinau (Schweiz) die Jubiläumsfeier von Bioverita statt. Das Bioverita-Label kann genutzt werden, um Saatgut oder Produkte aus biologisch/biodynamisch gezüchteten Sorten auch für Verbraucher:innen zu kennzeichnen. Als Saatgutlabel ist “Bioverita“ bereits bekannt. Während in der Schweiz Projekte mit den Supermarktketten COOP und Migros laufen, die das Label beispielsweise auf Brot verwenden, wird es in Deutschland am Markt für Lebensmittel bisher kaum genutzt. Wie kann bessere Kommunikation am Markt, Vernetzung und die Nutzung des Bioverita-Labels dazu beitragen, die Biozüchtung aus der Wertschöpfungskette zu finanzieren? Dazu wurde in einem Workshop mit Antje Kölling diskutiert. Ergebnis war, dass es das Engagement aller braucht. Die Verbände sollten sich strategisch aufstellen in Sachen Biosorten und auch in der Branche insgesamt ist noch viel Überzeugungsarbeit notwendig.


Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hält weiterhin vor allem die Schweinehalter:innen im Osten der Republik in Atem. Nachdem in den letzten Wochen eher vereinzelte Fälle von verendeten Wildschweinen gemeldet wurden, trat sie nun sehr massiv in einem Betrieb mit 4000 Schweinen zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern auf.
Obwohl bisherige Fälle eher auf andere Übertragungswege deuten, steht die Offenstall- und Freilandschweinehaltung immer wieder unter Verdacht, eine Gefahrenquelle zu sein. Deshalb setzt sich der BÖLW für eine konsequente Erforschung der Übertragungswege und Beibehaltung von tiergerechten Haltungssystemen ein. Eine Ad-Hoc-Arbeitsgruppe des BÖLW zur ASP telefoniert zweiwöchentlich (bei Interesse teilzunehmen oder bei weiteren Fragen, bitte an antje [ / dot \ ] koelling[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de wenden). Um die von Auflagen betroffenen Betriebe zu unterstützen, gibt es einen Spendenaufruf:

Eine regelmäßig aktualisierte Liste aller ASP-Fälle bei Wild- und Hausschweinen finden Sie beim Friedrich Loeffler Institut.  


Demeter Service

Forschung, Bildung und Beratung

 

Einführungskurse

Mit dem Landwirtschaftlichen Kurs von Rudolf Steiner hat die Biodynamische Bewegung im Jahr 1924 einen klaren Anfangspunkt. An dem damaligen Kurs in Koberwitz nahmen ca. 130 Personen teil. Viele von ihnen waren praktische Landwirte. Sie hatten Fragen über die Arbeit mit dem Boden und der Lebensmittelqualität. Fragen zu stellen und zu ergründen, einander zuzuhören, ausprobieren, sich in der Wahrnehmung schulen, die über das Sinnliche hinausgeht und schließlich in der Praxis initiativ zu werden, gehört seit Beginn an zum Biodynamischen.
Heute nennen wir die Kurse, die am Beginn der Demeter-Mitgliedschaft stehen, Einführungskurse. Die Kurse sind nicht nur Wissensweitergabe, sondern Teil des gemeinsamen Lernens, in dem jede Perspektive und jeder Anfangspunkt willkommen ist. Für umstellende Betriebe ist ein solcher Kurs ebenso verpflichtend, wie für neue Mitglieder in Verarbeitungs- und Handelsunternehmen. Die Einführungskurse geben Ihnen Einblicke in die Lebendigkeit des Biodynamischen und ermöglichen Ihnen, Demeter bewusst im eigenen Tätigkeitsfeld zu ergreifen.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Kurse.
 
Die nächsten Termine sind:

Einführungskurse für Umstellungsbetriebe

Demeter Akademie

Kontakt: simone [ / dot \ ] helmle[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de

Demeter im Westen

Modularer Kurs der Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen

  1. Freitag, der 12.11.2021 - Teil I - Der Boden als Grundlage des Wirtschaftens
    Ort: Gut Körtlinghausen, 59602 Rüthen und Gut Eggeringhausen, Schulstr. 38, 59609 Anröchte
  2. Donnerstag, 25.11.2021 - Teil II - Tierhaltung und Betriebsindividualität
    Ort: Gärtnerhof Röllingsen, Am Eichkamp 3, 59494 Soest
  3. Donnerstag, 16.12.2021 - Teil III – Biologisch-Dynamische Präparate und Kompost
    Ort: Werkhof Projekt gGmbH, Werzenkamp 30, 44329 Dortmund
  4. Dienstag, 15.02.2022 - Teil IV – Grundlagen der Biologisch-Dynamischen Landwirtschaft
    Ort: Gärtnerhof Röllingsen, Am Eichkamp 3, 59494 Soest

Kontakt: info[ / at \ ]demeter-nrw [ / dot \ ] de
Information und Anmeldung

Demeter in Bayern

  • 25. - 27. November 2021
    Lindenhof in Hemmersheim
  • 27. - 29. Januar 2022
    Seminarhaus Sulzbrunn in Sulzberg bei Kempten
  • 10. - 12. Februar 2022
    Seminarhotel Jonathan in Hart bei Chieming

Kontakt: mirjam [ / dot \ ] dempewolf[ / at \ ]demeter-bayern [ / dot \ ] de 
 

Einführungskurse für Führungskräfte in Verarbeitung und Handel

Demeter Akademie

Kontakt: simone [ / dot \ ] helmle[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de


„Was für ein Jahr“ – Eindrücke aus dem Train-the-Trainer im Netzwerk Handelsschulungen

Vom 10. – 13. November fand zum fünften Mal das dreitägige „Train-the-Trainer“-Treffen, die Weiterbildung des Netzwerkes Handelsschulungen der Demeter Akademie statt. Aus ganz Deutschland kommend, begegnen sich in dem Netzwerk die Trainer:innen, die die Schulungen mit der Frage „Was ist Demeter?“, entsprechend der Vertriebsgrundsätze, umsetzen. Die Mitarbeiter:innen der Handelshäuser sollen sich ein Bild von Demeter machen können, damit sie dieses begeisternd an  Kund:innen am Point of Sale weitergeben können. Die Seminare werden von einzelnen Trainer:innen geleitet, online oder in Zusammenarbeit mit einem Hof. Bei den alljährlichen „Train-the-Trainer“-Tagen treffen sich diese Menschen, um die gemachten Erfahrungen und eingesetzten Methoden der Seminare auszutauschen. Selbstverständlich wird dabei auch an der Substanz von Demeter gearbeitet und das Biodynamische vertiefend erkundet.

Bei dem aktuellen Treffen berichteten Dr. Jürgen Fritz von der Uni Bonn und Witzenhausen, Thomas Pfisterer vom Auhof am Bodensee und Nicole Saturna, Imkerin, aus ihrer Arbeit. So konnte das eigene Wissen um aktuelle Themen und Ansätze erweitert werden. Einen ganzen Vormittag wurde sich mit dem 7. Vortrag des landwirtschaftlichen Kurses beschäftigt. Dieser schenkte wertvolle Gedanken für das Bewusstsein in der Betrachtung der Natur, die Zwischenräume, die Vielfalt der Kleinstlebewesen, die Begegnung von Pflanze und Tier, aber auch die Begegnung bzw. Überwindung von Zeit und Raum.
Dies zu erkunden, sich dem kollegialen Feedback zu stellen, an der eigenen Substanz reflektierend zu arbeiten, setzt eine vertrauensvolle Atmosphäre und den Willen zum Miteinander voraus.

An dieser Stelle lässt sich sagen „Was für ein Jahr!“. Ein Jahr, in dem in Präsenz nur etwas möglich war und viel Können, Ehrgeiz und Kreativität gefragt war, um Demeter im Netz lebendig erfahrbar zu machen. Ein Netzwerk, das Mut macht für die Umsetzung des Vertriebsgrundsatzes; ein Netzwerk, das an Tragfähigkeit gewonnen hat, Tiefe und Freude für die Frage „Wie vermitteln wir Demeter?“ ausstrahlt.
Die Handelsschulungen in den Handelshäusern sind selbst ein zentraler Teil der Vertriebsgrundsätze und werden als Tagesschulung bzw. zukünftig auch als E-Learning für Verkäufer:innen, Einkäufer:innen und die Bio- oder Demeter-Verantwortlichen in Verarbeitung und Handel angeboten. Auf dem ersten Treffen im Herbst 2017 wurde herausgearbeitet, dass solche Schulungen möglichst auf einem Hof oder in einem Verarbeitungsunternehmen stattfinden sollen und der einfachste Kurs mindestens einen Tag dauern soll. Für die leitenden Mitarbeiter:innen gibt es Formate über zwei oder drei Tage. Für die Mitarbeiter:innen in den Filialen einen Tag. Das war damals der Anfang, aus dem über die Jahre das Netzwerk mit derzeit 10 Partnern, die die Schulungen organisieren und 25 Schulungsleiter:innen, die die Schulungen durchführen, hervorgegangen sind. In diesem Jahr waren es bislang 125 Schulungstage, mit insgesamt 1.600 geschulten Teilnehmenden.

Bild: Mentimeter zu der Frage „Zu was hat mich die Arbeit mit dem 7. Vortrag des landwirtschaftlichen Kurses inspiriert?


 

Demeter Beratung Logo

Demeter Beratung e.V.: Neue Struktur und Vorstandswahl

Die außerordentliche Mitarbeiterversammlung des Demeter Beratung e.V. Ende September hat nun auch für den Demeter Beratung e.V. die Weichen im Sinne der Verbandsreorganisation gestellt: Die neue Satzung ändert die Mitgliedschaft: statt der Landesarbeitsgemeinschaften (LAGen) sind künftig die fünf Landesverbände neben dem Demeter e.V. Mitglied. Dies folgt dem Ziel, dass Beratung stärker regional verantwortet werden soll und sich in dieser Aufgabe Mitgliederbetreuung, biodynamische Grundberatung und Fachberatung mischen, je nach Region unterschiedlich. Auch das Mitdenken der Beratung im Gesamtverband wird so selbstverständlicher. Hinsichtlich Geschäftsführung und Jahresabschluss 2020 wurden die beiden Vorstände Tim Kiesler und Michael Olbrich-Majer entlastet. Sie wurden als Vorstände wieder gewählt: Tim Kiesler scheidet dann zum Jahresende aus, dann soll eine Person aus dem Gesamtvorstand nachgewählt werden. Dritter gewählter Vorstand ist Beratungskoordinator Erhard Gapp.


Rückblick: Tagesseminar „Die Kuhbeobachtungsmethode Obsalim und Aufbau ökologische Rinderzucht“

Am 14.10.2021 trafen sich knapp 30 Teilnehmer:innen auf dem Demeter Hofgut Fleckenbühl in Cölbe bei Marburg zu einer Tagesveranstaltung, organisiert von der Demeter Beratung. Carsten Scheper, Bereichsleiter Rinderzucht und einer der beiden Geschäftsführer:innen der Ökologischen Tierzucht gGbmH berichtete über seine Arbeit. Es braucht eine eigene gemeinschaftliche ökologische Milchviehzucht, denn Zuchtziele und Leitbild unterscheiden sich in manchen Bereichen doch von der konventionellen Rinderzucht. Eine hohe Grundfutterleistung, Robustheit und hohe Persistenz (Durchhaltevermögen bei Milchleistungsmerkmalen über den Laktationsverlauf) sind hier z.B. wichtige Merkmale für den Ökolandbau. Und für Demeter-Betriebe natürlich die Eigenschaft hörnertragend.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um Obsalim, eine Methode zur exakten Wirkungserfassung der Fütterung von Rind, Schaf und Ziege, vorgestellt und angeleitet durch Dr. Anet Spengler vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Schweiz. Durch die genaue Beobachtung am Tier können mittels dieser Methode differenzierte Rückschlüsse auf den aktuellen Stoffwechsel gezogen und daraus Anpassungen der Fütterung abgeleitet werden. Äußerlich sichtbare Merkmale wie struppiges Haarkleid, lange Fasern im Kot oder Tränenfluss werden in der Herde beobachtet. Mithilfe eines Kartensets, das jedes Symptom beschreibt und mit Punkten beurteilt, errechnet man ein Gesamtergebnis. Die Methode gibt Aufschluss über die jeweilige Versorgung mit Rohfaser oder Protein oder den Zustand der Pansentätigkeit. Obsalim gibt dem/der Landwirt:in ein Werkzeug an die Hand, das tagesaktuell ist. Gerade dieser praktische Übungsteil am Kuhstall war „lebendig und einprägsam. Rundherum ein wunderbarer Tag …“, so eine Rückmeldung.

Mehr zu Obsalim: www.obsalim.com.
Video zur Methode

Foto: Hans-Josef Kremer


Rückblick: Praktikertag „Einblicke in den praktischen Zweinutzungshuhn-Zuchtalltag“

Am 1.10.2021 fand mit über 30 Teilnehmer:innen eine gut besuchte Veranstaltung auf dem Zuchtstandort der Ökologischen Tierzucht gGmbH (ÖTZ) auf den Bioland Geflügelhof Bodden in Goch (bei Kleve) statt. Die Zucht von Zweinutzungshühnern (also ohne Kükentöten) in dieser Art und diesem Umfang ist weltweit ziemlich einzigartig: Hier werden aktuell ca. 3.500 Zuchttiere in Kleingruppen von 400 bis 440 Tieren mit Hähnen zusammengehalten und einzeln auf Ihre Leistung geprüft. Sie gehen auf die Rassen „Bresse Gauloise“, „White Rock“ und „New Hampshire“ zurück. Die Anpaarung geschieht ohne künstliche Befruchtung und unter zu Hilfenahme einer transpondergestützten Handfallnestkontrolle. Die Tiere haben Auslauf und 100 % Bio-Futter und können damit optimal an die Praxisbedingungen auf Bio-Betrieben angepasst werden. Gezüchtet wird auf gute Eier- und Fleischleistung, nicht auf Hochleistung. Somit werden hochleistungsbedingte Krankheiten von vornherein ausgeschlossen.

Das Ergebnis sind die beiden Zweinutzungstiere „Coffee“ und „Cream“, mit 230 bis 240 Eiern jährlich, 2,1 kg (20 Wochen, Einstallungsgewicht der Hennen) bis 2,8 kg (72 Wochen, Ausstallungsgewicht) bei 135 bis 145 g pro Henne/Tag Futterverbrauch.
Es gab eine ganze Menge zu sehen und zu erfahren an diesem Tag: die Kükenaufzucht auf dem Geflügelhof Bodden, die Zuchttiere in den Ausläufen, die Zuchtarbeit mit Handfallnestkontrolle und Datenaufnahme. Und auch die Verkostung von Fleisch und Wurst der Zweinutzungshähne. Entsprechend gut war auch die Rückmeldung der Teilnehmer:innen: „Die Veranstaltung war sehr interessant und mit wichtigen Informationen gefüllt. Gerne mal wieder …“

Mehr über die Arbeit der ÖTZ: www.oekotierzucht.de

Kontakt: Inga Günther (ÖTZ gGmbH), Hans-Josef Kremer (Demeter-Beratung e.V.)

Foto: Hans-Josef Kremer


Jetzt anmelden: Demeter-Imkerkurs

Die Imkerkurse von Bodo Peter geben interessierten Menschen Gelegenheit, sich mit den Bienen vertraut zu machen. Im Zentrum der wesensgemäßen Bienenhaltung befindet sich der Gesamtorganismus „Bien“. Neben theoretischem Wissen steht die praktische Arbeit mit den Bienen sowie die Beobachtung des Bienenvolkes im Jahreslauf, im Mittelpunkt des Kurses. Daneben bieten Vorträge zu grundlegenden Fragen, Anregungen, sich mit den Zusammenhängen von Biene, Mensch, Natur auseinanderzusetzen. Ansatz ist es, die Bienen ein Jahr zu begleiten, damit alle interessanten und wichtigen Phasen im Zyklus eines Bienenjahres erlebt werden können. Dabei geht es um eine ganzheitliche Betrachtung der Natur und ökologische Fragestellungen sowie um die Entwicklung der eigenen Beziehung zu den Bienen. Wir geben eine Basis, um Bienen zu pflegen. Daraus kann jede:r Teilnehmer:in eine eigene Methode, in Zukunft Bienen zu halten, entwickeln.
Der Kurs findet immer samstags, einmal im Monat, am Siebenstern auf der Heilbronner Waldheide statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Kosten liegen bei 580 € für das ganze Jahr.

Zum Programm

Weitere Informationen auf www.schwarmdynamik.de und auf www.demeter.de/bodopeter


Erhebung zur Biodiversitätsarbeit auf Demeter-Betrieben

Im Demeter e.V. müssen 10% der landwirtschaftlichen Nutzfläche eines Betriebes als „Biodiversitätsflächen“ vorgehalten werden. Da im biodynamischen Landbau einer individuellen Entwicklung der Betriebe große Bedeutung zugemessen wird, lässt die Richtlinie erheblichen Spielraum für die Umsetzung.
Tatsächlich ist die Berücksichtigung der Biodiversität als wichtiger Teil des Betriebsorganismus bereits in den Grundlagen der biodynamischen Wirtschaftsweise angelegt: Im 7. Vortrag des ‚Landwirtschaftlichen Kurses‘ wies Rudolf Steiner auf die große Bedeutung u.a. der Insekten und Vogelwelt für die Erzeugung von Lebensmitteln hin - in einer Zeit, in der noch niemand von Biodiversitätsverlust sprach. Dies ist einer der Gründe, dass das Thema Naturschutz und Landschaftspflege häufig in Eigeninitiative schon in vielen Demeter-Betrieben in die Bewirtschaftung integriert ist.

Eine bundesweite Befragung von Demeter-Betrieben soll daher Aufschluss darüber geben, welche Erfahrungen mit der Umsetzung der Biodiversitäts-Richtlinie vorliegen. Gleichzeitig soll ermittelt werden, welche individuellen Naturschutzaktivitäten die Betriebe durchführen bzw. welche Hemmnisse und Verbesserungsvorschläge für die Integration von Naturschutzmaßnahmen in den betrieblichen Ablauf bestehen. Die Masterarbeit soll auch dazu beitragen, Zukunftsperspektiven für mehr Naturschutz in biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieben aufzuzeigen und gleichzeitig einen Beitrag zur Weiterentwicklung der agrarpolitischen Diskussionen leisten.
Das Projekt wird vom Forschungsring in enger Zusammenarbeit mit dem ZALF e.V. und der Universität Kassel durchgeführt. Die fachliche Leitung hat Dr. Karin Stein-Bachinger (ZALF), ausführender Bearbeiter ist Milan Matouschek (Masterstudent an der Universität Kassel/Witzenhausen).

Für die Erhebung wurde ein Online-Fragebogen entwickelt, der mit möglichst geringem Aufwand für die Teilnehmer:innen aussagekräftige Ergebnisse bringen soll. Momentan läuft ein Pre-Test mit ausgewählten Betrieben. Im November soll dann die eigentliche Befragung starten, zu der alle Verbandsbetriebe eingeladen werden. Wir hoffen, dass möglichst viele mitmachen!

Kontakt: Dr. Christopher Brock (Forschungsring e.V.) | brock[ / at \ ]forschungring [ / dot \ ] de | 06155-8421-23


Projekt „Biodynamisch in der NS-Zeit“

Immer wieder schreibt irgendeine Zeitung, dass Demeter irgendwas mit Nazis zu tun hätte, meistens mit dem Verweis auf Steiner als angeblichem Rassisten, man lese nur den Wikipedia-Eintrag (inzwischen abgemildert). Daher haben der Demeter e.V., die Sektion Landwirtschaft am Goetheanum (Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft) und die Biodynamic Federation-Demeter International Anfang 2020 beschlossen, mit einer wissenschaftlichen Studie hier Klarheit zu schaffen. Denn eine solche gibt es bisher nicht. Diese Aufgabe liegt nun in den Händen eines versierten Forscherteams, Projektträger ist der Forschungsring, Ansprechpartner im Verband Michael Olbrich-Majer. Das Projekt beleuchtet historisch-wissenschaftlich biodynamische Akteure, Verbindungen und Haltungen, sucht und durchforstet dafür öffentliche bzw. private Archive. Es soll in ein Buch, eine wissenschaftliche Publikation und ein wissenschaftliches Symposium münden und ist bis 2023 angelegt. Begleitet wird die Forschung von einem wissenschaftlichen Beirat.


Ausbildung der ersten Wirksensorik Trainer*innen erfolgreich abgeschlossen



Essen fühlen – zwölf Absolventinnen und Absolventen haben am 25. Oktober 2021 die erstmals von der Wirksensorik GmbH in Darmstadt durch Dr. Uwe Geier angebotene Ausbildung zum/r Wirksensorik-Trainer*in erfolgreich beendet. Damit sind sie die bundesweit ersten wirksensorisch geschulten Trainer*innen überhaupt. Wirksensorik ist eine wissenschaftliche Methode der achtsamen Lebensmittelverkostung. Sie fragt nach den Wirkungen von Lebensmitteln auf das körperliche und emotionale Befinden und unterscheidet sich dadurch von der Beschreibung der nur kurz wahrnehmbaren Geschmackseindrücke.

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Neue Mitglieder

Insgesamt 10 neue Mitglieder aus Erzeugung und Verarbeitung sind dem Demeter-Verband beigetreten.

Erzeugung

  • Agrargenossenschaft eG Oderberg, 16248 Oderberg
  • Becker GbR, 39638 Gardelegen OT Wiepke
  • Linda Becker, 39638 Gardelegen OT Wiepke
  • Jens Vismann, 49479 Ibbenbüren
  • Imkerei Haas Hans-Jürgen Haas, 66916 Breitenbach
  • Klaus und Christiane Dietz GbR, 97494 Bundorf

Hofverarbeitung

  • Moni's Bauernlädel Martin Dümler, 76744 Wörth
  • Hofmann Gemüsebau und -vertriebs GmbH & Co. KG, 90425 Nürnberg

Handel

  • Bio Markt Nord GmbH, 31789 Hameln
  • Greenfood Organic GmbH & Co. KG, 50321 Brühl

Demeter Termine

IV. Öko-Marketingtage: Klimafreundliche Ernährungswirtschaft - Wege in die Zukunft

8.12. – 9.12.2021, Schloss Kirchberg

Klimafreundliche Ernährungswirtschaft - Wege in die Zukunft

Die weltweite Zunahme von extremen Wetterereignissen aufgrund der Klimakatastrophe – auch direkt vor unserer Haustür – zeigt die Dringlichkeit: Wir müssen jetzt handeln und den Klimawandel bekämpfen! Klimaneutralität bis Mitte des 21. Jahrhunderts ist notwendig, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen – und damit auf einen Schwellenwert, der vom Weltklimarat als sicher eingestuft wird.  Dabei sind Begriffe wie klimaneutral, klimafreundlich und klimapositiv heute in aller Munde und Unternehmen wie Produkte werden zunehmend als solche ausgezeichnet. In allen Bereichen werden Produkte und Produktionsprozesse in Hinblick auf ihre CO2-Emissionen und weitere Umweltauswirkungen geprüft.

In Deutschland hat die Landwirtschaft einen substantiellen Anteil an den Treibhausgas-Emissionen. Klar ist: Bio bietet bereits bei Anbau und Erzeugung gute Lösungen zur Verringerung von Treibhausgasen und zur Verbesserung des Klimas. Die CO2-Emissionen fallen in der ökologischen Landwirtschaft deutlich geringer aus, denn nachhaltige Anbausysteme haben das Potential, CO2 zu binden und damit maßgeblich zur Reduktion der Emissionen beizutragen. Sie fördern die Biodiversität und Humusbildung, wodurch sie besonders klimafreundlich sind. Wie kann also entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Ernährungswirtschaft ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden? Welche Vorteile bieten ökologische Erzeugung und Verarbeitung bereits für eine klimafreundliche Ernährung und wie kann die Bio-Lebensmittelbranche bestehende Mehrwerte in der Klimabilanz der Unternehmen verwerten? Wie können klimafreundliche Werte kommuniziert und glaubwürdig damit geworben werden? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Öko-Marketingtage 2021.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung


Internationale Biodynamische Landwirtschaftliche Tagung

2.-5. Februar 2022, Dornach
Qualität biodynamisch! Wahrnehmen, erleben, gestalten – das wird das Thema der Landwirtschaftlichen Tagung des Goetheanums sein, vom 2.-5. Februar 2022 in Dornach und Digital. „Qualität“ ist ein wesentliches Anliegen der biodynamischen Bewegung, auch die Wirkung der Lebensmittel auf Körper, Seele, Geist. Aber was ist eigentlich biodynamische Qualität? Im Anbau? In der Verarbeitung? Gibt es Qualität im Handel? Diesem Spannungsfeld ist die Tagung gewidmet.

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Demeter Blog

Herbstgruß vom Kosmos



Klingt merkwürdig? Die aufbauende, lebensspendende Kraft der Sonne weicht im Herbst in unseren Breiten zurück zugunsten abbauender Kräfte. Wie ein später Sommergruß leuchtet dann z.B. wie jetzt goldgelb der Ahorn in der blasser werdenden Natur. Die Färbung ist natürlich indirekt eine Wirkung des Sonnenlichtes. Sie beginnt in den mehr dem Licht ausgesetzten Partien der Baumkrone und breitet sich langsam aus bis zum Absterben und Blattfall. Dahinter steht ein intensiver Vorgang in der Pflanze: Chlorophyll und weitere komplexe Substanzen werden abgebaut, Carotin und Farbsubtanzen wie Anthozyane aber bleiben erhalten bzw. werden aufgebaut: Die Lichtverwertung weicht einer nachleuchtenden Pracht. Welchen Nutzen hat die Pflanze von diesem Sonnengruß, der uns hinein in die dunkel werdende Jahreszeit begleitet?  In diesem Erleben kann man nachspüren, was Rudolf Steiner in seinen Wochensprüchen als Seelensommer bzw. Seelensonnenlicht benennt. Und auch die biodynamischen Präparate tiefer verstehen: so sprühen z.B. die Demeter-Winzer Hornkiesel im Herbst, um die Holzausreife und den Austrieb im Folgejahr zu unterstützen.

Der Demeter-Blog wird verfasst von Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

Weiterführende Links


Interessantes

100 Mitglieder für die Fair-Bio eG

Seit der Genossenschafts-Eintragung Anfang Februar hat es knapp acht Monate gedauert, bis die Göttinger Fair-Bio eG das erste Etappenziel auf ihrem Weg zu einer starken Bio-Bewegung erreicht hat: das einhundertste Mitglied. Fair-Bio Nummer 100 bekommt der Bio-Fachhändler Dieter Vogt-Miska aus Bremen mit seinem Mitgliederladen „Oecotop 2“. Regionale und dezentrale Strukturen erhalten und fördern – das ist das erklärte Ziel der jungen Genossenschaft. Gemeinsam machen sich die Genossinnen und Genossen stark dafür, dass Bio-Läden und Bio-Landwirte jenseits des Massenmarktes eine Zukunftsperspektive haben.

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Geschenketipp für die Festtage

Unser Weinhändler „Hungerbichler“ hat ein tolles Demeter-Weinpaket kuratiert, mit sechs tollen und spannenden Demeter Weinen. Der Clou: Zu jedem Weingut gibt es ein Videoporträt, so dass man beim Weine verkosten auch die Erzeuger:innen „kennenlernen“ kann.

Zur Bestellung


GLS Projekt "Agrarwende"

Eine achtsame und ökologische Landwirtschaft erzeugt gesunde Nahrung, schafft biologische Vielfalt und vermittelt Naturerlebnis. Sie gibt Lebensmitteln nicht nur einen Preis, sondern einen unschätzbaren Wert.
Angebot der GLS-Bank:

  • Kreditangebot zu 0,5% bis zum 31. März 2022
  • für Ökoanbau und Umstellung auf Ökolandbau
  • für Betriebserweiterungen und Modernisierungen (Gebäude und Nutzflächen, Waren und Tiere, Fahrzeuge, Maschinen, technische Anlagen)
  • Zinsbindung maximal 10 Jahre

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Auszeichnungen

Auszeichnung für Dr. Hartmut Spieß vom Dottenfelderhof 



Staatsministerin Priska Hinz zeichnete in einer Feierstunde am 25.10.21 in Wiesbaden Dr. Hartmut Spieß vom Dottenfelderhof in Bad Vilbel mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus. In ihrer Ansprache würdigte sie seine jahrzehntelange Pionierarbeit:

Foto: Ralf Riehl

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