Zur BioFach 2017

Demeter: Quantitatives Wachstum und neue qualitative Maßstäbe

08.02.2017
Bild: Dottenfelderhof, ein Demeter-Betrieb in Hessen

Die Demeter-Markengemeinschaft entwickelt sich dynamisch weiter. 42 Betriebe stellten 2016 auf die Biodynamische Wirtschaftsweise um. Mit 4.500 Hektar, das entspricht sechs Prozent Zuwachs, wächst Demeter in der Fläche so stark wie seit Jahren nicht.

Neben den erfreulichen Zahlen erläutert Vorstandssprecher Alexander Gerber zur BioFach 2017 die neu ausgerichteten Vertriebsgrundsätze. Damit geht Demeter im Handelsbereich innovative Wege, denn qualitative Maßstäbe werden entscheidend für die Handelswege für biodynamische Waren. So muss der passende Demeter-Händler einen Mindestanteil im Bio- und Demeter-Angebot erreichen, verbindliche Betriebsentwicklungsgespräche führen und Konzepte für sein Nachhaltigkeitsmanagement umsetzen. Gemeinsam stärkt die Markengemeinschaft damit auf allen Ebenen die Demeter-Kompetenz und sorgt für faire Beziehungen auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette. „Der Beschluss trägt zur weiteren Profilierung der Top-Marke Demeter bei“, kommentiert Gerber. „Erstmals wird durch diese Weichenstellung die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Handelspartnern integraler Bestandteil des Markenversprechens.“

Die Markengemeinschaft hat im letzten Jahr 2.380 neue Produkte mit dem markanten Demeter-Zeichen entwickelt. Dieser Zuwachs von über 21 Prozent hat dafür gesorgt, dass inzwischen mehr als 11.000 Demeter-Lebensmittel und -Kosmetika auf dem Markt sind. Dabei sind interessante Trends auszumachen. Einerseits werden die Produkte "landwirtschaftsnaher", also auf Höfen unmittelbar meist nur gering verarbeitet. Diese ursprünglichen Produkte zeichnen sich dann ganz besonders durch authentischen Geschmack aus. Andererseits bleiben Convenience und Superfoods bedeutend, wie das erste Demeter-Chia aus einem Projekt in Uganda unterstreicht. Aber auch Keimlingsgebäck gilt als Superfood. Es punktet mit der Keimkraft des heimischen Getreides. Fermentierte Lebensmittel und Getränke sind ebenfalls hochaktuell. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, enthalten keine Zusatzstoffe, sind lange haltbar – da ist das gute alte Demeter-Sauerkraut natürlich begehrt. Vor allem, wenn es innovativ verpackt wird und im Glas reift.

Erfolgreich haben Landwirte, Molkereien und Verband gemeinsam ein Projekt für regional angebauten Demeter-Rübenzucker initiiert. In Bayern und Baden-Württemberg werden in diesem Jahr auf fast 100 Hektar Zuckerrüben angebaut. Der erste Demeter-Rübenzucker wird in der Schweiz verarbeitet und kann schon Ende des Jahres von den Herstellern etwa im Fruchtjoghurt eingesetzt werden.

Auf der Handelsebene zeigt sich, dass Hofläden mit die größten Umsatzzuwächse haben. „Der Landwirt mit seinem Hofladen genießt großes Vertrauen beim Verbraucher. Unmittelbare Begegnung und Regionalität eröffnen hier besondere Chancen“, unterstreicht Gerber. Er verweist zudem auf gesellschaftliche Leistungen der Verbands-Mitglieder, die etwa bei sozialer und solidarischer Landwirtschaft oder im Umgang mit Boden Maßstäbe setzen. „Gerade auch in Kooperation mit Initiativen wie Kulturland, Bio-Bodengenossenschaft oder der Regionalwert AG - alle aus dem biodynamischen Umfeld entstanden - gelingt es, den besorgniserregenden Entwicklungen bei der Bodenspekulation entgegen zu wirken“, führt Gerber positive Beispiele ins Feld.

Apropos Feld: Auf den Demeter-Höfen entsteht Kulturlandschaft und gedeiht Vielfalt. Dazu tragen natürlich die biodynamisch gezüchteten Gemüse- und Getreidesorten bei. Demeter zertifiziert als erster Verband diese Alternativen zum Saatgut aus dem Labor der Konzerne. Fast 30 Gemüsesorten werden bereits genutzt. Viele, wie der Paprika Panthos oder die Pastinake Aromata, haben längst die Konsumenten überzeugt. „Wir sind schon gespannt, ob das im Sommer dann auch den ersten wirklich süßen Zuckermais-Sorten aus biodynamischer Züchtung gelingen wird“, wirft Gerber einen Blick voraus. Bei Getreide kann er die Erfolge bereits verifizieren: Für ihre Auswahl bei Öko-Getreide greifen die Bio-Bauern in Baden-Württemberg beispielsweise schon mehrheitlich zu den biodynamischen Sorten.

In Deutschland wirtschaften rund 1.500 Landwirte mit mehr als 77.800 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Zum Demeter e.V. gehören zudem etwa 330 Demeter-Hersteller und -Verarbeiter sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel. Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 60 Ländern von etwa 5.000 Bauern mit rund 170.000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet.

08.02.2017
Demeter: Quantitatives Wachstum und neue qualitative Maßstäbe
Zur BioFach 2017

Die Demeter-Markengemeinschaft entwickelt sich dynamisch weiter. 42 Betriebe stellten 2016 auf die Biodynamische Wirtschaftsweise um. Mit 4.500 Hektar, das entspricht sechs Prozent Zuwachs, wächst Demeter in der Fläche so stark wie seit Jahren nicht.

Neben den erfreulichen Zahlen erläutert Vorstandssprecher Alexander Gerber zur BioFach 2017 die neu ausgerichteten Vertriebsgrundsätze. Damit geht Demeter im Handelsbereich innovative Wege, denn qualitative Maßstäbe werden entscheidend für die Handelswege für biodynamische Waren. So muss der passende Demeter-Händler einen Mindestanteil im Bio- und Demeter-Angebot erreichen, verbindliche Betriebsentwicklungsgespräche führen und Konzepte für sein Nachhaltigkeitsmanagement umsetzen. Gemeinsam stärkt die Markengemeinschaft damit auf allen Ebenen die Demeter-Kompetenz und sorgt für faire Beziehungen auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette. „Der Beschluss trägt zur weiteren Profilierung der Top-Marke Demeter bei“, kommentiert Gerber. „Erstmals wird durch diese Weichenstellung die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Handelspartnern integraler Bestandteil des Markenversprechens.“

Die Markengemeinschaft hat im letzten Jahr 2.380 neue Produkte mit dem markanten Demeter-Zeichen entwickelt. Dieser Zuwachs von über 21 Prozent hat dafür gesorgt, dass inzwischen mehr als 11.000 Demeter-Lebensmittel und -Kosmetika auf dem Markt sind. Dabei sind interessante Trends auszumachen. Einerseits werden die Produkte "landwirtschaftsnaher", also auf Höfen unmittelbar meist nur gering verarbeitet. Diese ursprünglichen Produkte zeichnen sich dann ganz besonders durch authentischen Geschmack aus. Andererseits bleiben Convenience und Superfoods bedeutend, wie das erste Demeter-Chia aus einem Projekt in Uganda unterstreicht. Aber auch Keimlingsgebäck gilt als Superfood. Es punktet mit der Keimkraft des heimischen Getreides. Fermentierte Lebensmittel und Getränke sind ebenfalls hochaktuell. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, enthalten keine Zusatzstoffe, sind lange haltbar – da ist das gute alte Demeter-Sauerkraut natürlich begehrt. Vor allem, wenn es innovativ verpackt wird und im Glas reift.

Erfolgreich haben Landwirte, Molkereien und Verband gemeinsam ein Projekt für regional angebauten Demeter-Rübenzucker initiiert. In Bayern und Baden-Württemberg werden in diesem Jahr auf fast 100 Hektar Zuckerrüben angebaut. Der erste Demeter-Rübenzucker wird in der Schweiz verarbeitet und kann schon Ende des Jahres von den Herstellern etwa im Fruchtjoghurt eingesetzt werden.

Auf der Handelsebene zeigt sich, dass Hofläden mit die größten Umsatzzuwächse haben. „Der Landwirt mit seinem Hofladen genießt großes Vertrauen beim Verbraucher. Unmittelbare Begegnung und Regionalität eröffnen hier besondere Chancen“, unterstreicht Gerber. Er verweist zudem auf gesellschaftliche Leistungen der Verbands-Mitglieder, die etwa bei sozialer und solidarischer Landwirtschaft oder im Umgang mit Boden Maßstäbe setzen. „Gerade auch in Kooperation mit Initiativen wie Kulturland, Bio-Bodengenossenschaft oder der Regionalwert AG - alle aus dem biodynamischen Umfeld entstanden - gelingt es, den besorgniserregenden Entwicklungen bei der Bodenspekulation entgegen zu wirken“, führt Gerber positive Beispiele ins Feld.

Apropos Feld: Auf den Demeter-Höfen entsteht Kulturlandschaft und gedeiht Vielfalt. Dazu tragen natürlich die biodynamisch gezüchteten Gemüse- und Getreidesorten bei. Demeter zertifiziert als erster Verband diese Alternativen zum Saatgut aus dem Labor der Konzerne. Fast 30 Gemüsesorten werden bereits genutzt. Viele, wie der Paprika Panthos oder die Pastinake Aromata, haben längst die Konsumenten überzeugt. „Wir sind schon gespannt, ob das im Sommer dann auch den ersten wirklich süßen Zuckermais-Sorten aus biodynamischer Züchtung gelingen wird“, wirft Gerber einen Blick voraus. Bei Getreide kann er die Erfolge bereits verifizieren: Für ihre Auswahl bei Öko-Getreide greifen die Bio-Bauern in Baden-Württemberg beispielsweise schon mehrheitlich zu den biodynamischen Sorten.

In Deutschland wirtschaften rund 1.500 Landwirte mit mehr als 77.800 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Zum Demeter e.V. gehören zudem etwa 330 Demeter-Hersteller und -Verarbeiter sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel. Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 60 Ländern von etwa 5.000 Bauern mit rund 170.000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet.