UN-Weltbienentag

Bienen retten heißt: mehr Ökolandbau!

20.05.2022
Biene sitzt auf einer Blume

Bild: Antonios Mitsopoulos


Ob nun Obst, Kaffee oder auch Rapsöl: Ohne den Fleiß der Bienen gäbe es viele Lebensmittel nicht. Doch die Bienen sind heute stark bedroht – durch Pestizide und den gravierenden Rückgang der Artenvielfalt in der Natur. Deshalb fordert Demeter zum Weltbienentag einen ambitionierten Ausbau des Ökolandbaus statt einem Rollback in der Agrarpolitik!

Die Biene ist bedroht, dabei hat sie als Bestäuberin eine bedeutende Rolle in unserer Landschaft. Natur und Mensch sind direkt abhängig von den pelzigen Fluginsekten: bestäuben sie nicht, bilden sich keine Früchte. Bienen stehen stellvertretend für zahlreiche Insektenarten – Prognosen zufolge könnten wir weltweit innerhalb der nächsten Jahrzehnte 40 Prozent aller Insekten verlieren. Führende Wissenschaftler:innen haben daher gestern in ihrer Berliner Erklärung eindringlich vor dem rasant zunehmenden Artensterben gewarnt und gefordert, Ökosysteme zu erhalten und die Biodiversität zu schützen.

Die Landwirtschaft ist Teil des Problems – kann aber auch Teil der Lösung werden! Durch den weit verbreiteten Einsatz von Pestiziden und den Verlust an immer mehr Blühpflanzen ist die Honigbiene, wie auch andere bestäubende Insekten, heute stark gefährdet –  und mit ihr die Artenvielfalt. Mit Ökolandbau und gezielten umweltpolitischen Maßnahmen muss hier gegengesteuert werden. Deshalb widerspricht Demeter entschieden den heute wieder laut werdenden Stimmen, die angesichts der Ernährungskrise fordern, Umweltmaßnahmen auszusetzen.

„Jetzt hinter das Ziel der Bundesregierung für 30 Prozent Ökolandbau zurückzufallen und den Green-Deal der EU aufzuschieben, wäre ein Fehler, der sich nicht wieder gutmachen lässt. Denn das Artensterben ist irreversibel,“ warnt Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Ein Rollback hin zu einem hohen Einsatz an Kunstdüngern und chemisch-synthetischen Pestiziden bedeutet nicht nur, dass weitere Insektenarten verschwinden – es setzt langfristig auch unsere Ernährungssicherheit aufs Spiel. Denn wir sind davon abhängig, dass Bienen unsere Nutzpflanzen bestäuben und Käfer für Bodenfruchtbarkeit sorgen.“

„Deshalb muss der Ausbau des Ökolandbaus jetzt konsequent angegangen werden“, fordert Antje Kölling, politische Sprecherin von Demeter. „30 Prozent Bio heißt auch 30 Prozent der Mittel in Agrarpolitik, Bildung und Agrarforschung der Entwicklung des Ökolandbaus zu widmen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Transformation unserer Ernährungssysteme hin zu mehr Nachhaltigkeit. Dringend notwendig ist auch, über das Einbeziehen von Umweltkosten in die Preisgestaltung und gezielte Unterstützung dafür zu sorgen, dass sich in Zukunft auch Menschen mit geringem Einkommen eine gute Ernährung leisten können.”  

Mehr Infos zu Demeter und Biodiversität

Auf Demeter-Betrieben sind mindestens zehn Prozent der Flächen ‚Biodiversitätsflächen‘. Durch unterschiedliche Maßnahmen werden Biotope geschaffen und dadurch die Artenvielfalt erhöht – und das kommt auch der Biene zugute.