Demeter-Entwicklung

An Idealen wachsen

12.02.2020

Demeter ist 2019 gewachsen – als Gemeinschaft und im Umsatz. Doch als Pionier der Bio-Bewegung versteht Demeter unter Wachstum mehr als reines Größerwerden: Die Ideale und Ansprüche, die den Verband leiten, hat er im vergangenen Jahr in schärfere Richtlinien umgesetzt.

2019 sind insgesamt 96 Erzeugerbetriebe neu in den Verband aufgenommen worden, sodass es deutschlandweit derzeit knapp 1700 Demeter-Betriebe gibt (+6%). Sie bewirtschaften 8.000 Hektar mehr als im Vorjahr, und zwar eine Fläche von rund 93.000 Hektar (+9%). 

Im vergangenen Jahr wurden fast 800 Demeter-Neuprodukte beim Verband angemeldet. Die Anzahl der Verarbeiter-Betriebe ist um 16 Betriebe auf insgesamt 323 gewachsen. Im Bereich Verarbeitung ist der Demeter-Umsatz um 27%* gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Und auch im Handel wuchs der Umsatz: im Naturkostgroßhandel um über 15%*.

Schärfere Richtlinien für eine starke Marke

„Ich freue mich, dass Demeter als Bewegung, als Gemeinschaft und auch in der Fläche gewachsen ist“, so Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Das zeigt, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher Demeter-Produkte mit ihrer besonderen biodynamischen Qualität nachfragen und wertschätzen. Wer jedoch in die Breite wächst, braucht ein klares Profil. So haben die Delegierten auf der Delegiertenkonferenz im April 2019 dafür gesorgt, dass die Ideale, die uns leiten, noch klarer in den Richtlinien umgesetzt werden.“

… in der Landwirtschaft

Neben dem Beschluss, spätestens ab 2022 alles frische Obst und Gemüse nicht mehr oder nur noch plastikfrei zu verpacken, wurden für Erzeugung und Vertrieb unter anderem weitere Richtlinien beschlossen. So wurde unter anderem die große Rolle, die Demeter der Bodenfruchtbarkeit zumisst, nochmals bestärkt: Nun müssen neben den landwirtschaftlichen Betrieben in Zukunft auch Gärtnereien ab einer Größe von zunächst ab 40 Hektar und in zehn Jahren ab zehn Hektar Raufutterfresser im Betrieb halten.

… und im Handel

Um sicherzustellen, dass Demeter-Produkte nur in solchen Geschäften vertrieben werden dürfen, die sich im Biobereich ausreichend engagieren, wurde die Mindestschwelle für das Biosortiment angehoben. Ein Händler muss nun mindestens 1200 Bioprodukte vorhalten, um Demeter-Produkte listen zu dürfen. Die Mindest-Sortimentsgröße gilt nun auch dann, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb an einen Filialisten oder Großhändler liefert.

Ideale sichtbar machen

„Das, was Demeter-Lebensmittel ausmacht, sind die besonderen Werte, die unsere Gemeinschaft leiten“, erklärt Alexander Gerber. „Jetzt, wo viele Menschen Demeter auf alten und neuen Vertriebswegen kennenlernen, rücken wir diese inneren Werte auch in unserer Kommunikation nach außen in den Fokus“. Die Gesichter, die diese Demeter-Werte wie etwa Mut, Konsequenz oder Liebe in der neuen Kommunikationslinie verkörpern, sind Demeter-Landwirt*innen und -Hersteller*innen, die die biodynamische Bewegung tragen. Sein Vorstandskollege Johannes Kamps-Bender ergänzt: „Der Bio-Markt ist im Umbruch und öffnet sich gerade. Wir erreichen neue Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich zuvor nicht in dem Maße mit Bio- oder Demeter-Lebensmitteln auseinandergesetzt haben. Das ist Herausforderung und Chance zugleich. Dabei ist neben der Kommunikation darüber, wer wir sind, und was uns Kompass ist, auch eine wichtige Aufgabe, unsere Mitglieder als Verband auch bei der Markterschließung zu unterstützen. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, unsere Vertriebsgrundsätze nachzuhalten und von neuen Partnern ein klares Bekenntnis zu unseren Werten und unserem Leitbild einzufordern. Zudem gehen wir in diesem Jahr mit Leuchtturmprojekten in allen Regionen neue Wege und stärken die strategische Zusammenarbeit zwischen Demeter und dem Fachhandel, mit dem wir viele unserer Werte teilen.“

*Stand 30.01.2020.