Schweizer Kuhhorn-Initiative

Verbraucher*innen entscheiden, ob Kühe Hörner tragen

26.11.2018
Kuh mit Hörnern von hinten

Bild: Eva Müller, Demeter e.V.


90 Prozent aller Kühe sind heute „oben ohne“ – sie werden als Kälbchen enthornt oder werden auf Hornlosigkeit gezüchtet. Ob die Kuh „ganz“ sein und ihre Hörner trotz einem Mehraufwand an Zeit und Platz tragen darf, ist eine Frage des Tierwohls, aber auch eine gesellschaftliche: Die Milch welcher Kühe wollen wir uns leisten?

Für Demeter ist die Antwort klar: Unsere Kühe dürfen Hörner tragen. Als einziger Verband verbietet Demeter das schmerzhafte Enthornen und auch das Halten genetisch auf Hornlosigkeit gezüchteter Kühe. „Die schweizerische Kuhhorn-Initiative hat es geschafft, das Thema in die Medien und damit ins Bewusstsein vieler Verbraucherinnen und Verbraucher zu bringen“, kommentiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber das knappe Ergebnis der Volksabstimmung in der Schweiz. Am Sonntag hatten die Schweizer darüber abgestimmt, ob Bäuerinnen und Bauern, die Kühen ihre Hörner lassen, für ihren Mehraufwand finanziell honoriert werden; die Initiative wurde jedoch knapp abgelehnt. „Passen wir die Tiere unseren Ställen an oder bauen wir Tiere für unsere Kühe?“, stellt Gerber die entscheidende Frage und fährt fort: „Eine tiergerechte und die Integrität der Tiere bewahrende Haltung bedeutet mehr Aufwand und kostet mehr Geld.“

Demeter-Kühe haben Hörner!

In ausreichend großen und an die Bedürfnisse der Tiere angepassten Ställen können Landwirtinnen und Landwirte, die sich Zeit für die Beobachtung und den Umgang mit den Tieren nehmen, problemlos horntragende Rinder halten. Für die Mitglieder des Demeter-Verbands steht der Respekt vor dem Lebewesen an erster Stelle. „Unsere Bäuerinnen und Bauern passen ihre Tiere nicht einfach den ‚Produktionsbedingungen‘ an, sondern bauen Ställe, die groß genug sind für die Bedürfnisse ganzer Kühe, zu denen die Hörner einfach dazu gehören. Die Bauern nehmen sich Zeit für aufmerksames Beobachten und bauen eine vertrauensvolle Beziehung auf, um angemessen auf die Herde einwirken zu können“, so Gerber. Bei der Vermarktung ihrer Produkte sind Demeter-Betriebe darauf angewiesen, dass dieser Mehraufwand auch im Vergleich zu Biomilch, die oft auch von Betrieben mit hornlosen Tieren stammt, von Molkereien und Verbraucher*innen honoriert wird. Um diese Mehrkosten zu tragen, müssten Landwirte rund fünf Cent mehr pro Liter Milch erhalten. „Wer sicher gehen will, Milch von hörnertragenden Kühen zu erwerben, der kann sich im Kühlregal am Demeter-Logo orientieren – oder aber direkt beim Bauern mit horntragenden Kühen einkaufen“, empfiehlt Alexander Gerber. „Damit haben es Verbraucherinnen und Verbraucher selbst in der Hand, welche Tierhaltung sie mit ihrem Milchkauf unterstützen.“

Hintergrund / Darum sind Hörner für Kühe wichtig:

  • Körpersprache: Kühe kommunizieren mit ihren Artgenossen auch über die Hörner.
  • Hörner sind Organe, die ein Leben lang wachsen und individuelle Formen bilden.
  • Die große Hornoberfläche trägt zur Regulierung der Körpertemperatur der Kühe bei.
  • Stirnhöhlen reichen weit in das Horn hinein. So schmeckt die Kuh beim Wiederkäuen ihr Futter bis in die Hornspitze.
  • Hörner haben einen Einfluss auf die Verdauung der Kühe – und damit auf die Qualität von Milch, Fleisch und Mist.
  • Horntragende Kühe sind durch Hornlos-Zucht vom Aussterben bedroht – bei den gängigen Milchviehrassen kann dies schon in den nächsten 10-20 Jahren eintreten. Dies wäre ein unwiederbringlicher Verlust an genetischer Vielfalt.

Weiterführende Informationen:

  • Hornkuh.de
  • Das Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ der Projektpartner Universität Kassel, Bioland und Demeter zeigt, dass die Haltung horntragender Rinder in Laufställen auch in Ställen möglich ist, die weniger günstig sind – wenn bestimmte Aspekte der Herdenführung berücksichtigt werden.
26.11.2018
Verbraucher*innen entscheiden, ob Kühe Hörner tragen
Schweizer Kuhhorn-Initiative

90 Prozent aller Kühe sind heute „oben ohne“ – sie werden als Kälbchen enthornt oder werden auf Hornlosigkeit gezüchtet. Ob die Kuh „ganz“ sein und ihre Hörner trotz einem Mehraufwand an Zeit und Platz tragen darf, ist eine Frage des Tierwohls, aber auch eine gesellschaftliche: Die Milch welcher Kühe wollen wir uns leisten?

Für Demeter ist die Antwort klar: Unsere Kühe dürfen Hörner tragen. Als einziger Verband verbietet Demeter das schmerzhafte Enthornen und auch das Halten genetisch auf Hornlosigkeit gezüchteter Kühe. „Die schweizerische Kuhhorn-Initiative hat es geschafft, das Thema in die Medien und damit ins Bewusstsein vieler Verbraucherinnen und Verbraucher zu bringen“, kommentiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber das knappe Ergebnis der Volksabstimmung in der Schweiz. Am Sonntag hatten die Schweizer darüber abgestimmt, ob Bäuerinnen und Bauern, die Kühen ihre Hörner lassen, für ihren Mehraufwand finanziell honoriert werden; die Initiative wurde jedoch knapp abgelehnt. „Passen wir die Tiere unseren Ställen an oder bauen wir Tiere für unsere Kühe?“, stellt Gerber die entscheidende Frage und fährt fort: „Eine tiergerechte und die Integrität der Tiere bewahrende Haltung bedeutet mehr Aufwand und kostet mehr Geld.“

Demeter-Kühe haben Hörner!

In ausreichend großen und an die Bedürfnisse der Tiere angepassten Ställen können Landwirtinnen und Landwirte, die sich Zeit für die Beobachtung und den Umgang mit den Tieren nehmen, problemlos horntragende Rinder halten. Für die Mitglieder des Demeter-Verbands steht der Respekt vor dem Lebewesen an erster Stelle. „Unsere Bäuerinnen und Bauern passen ihre Tiere nicht einfach den ‚Produktionsbedingungen‘ an, sondern bauen Ställe, die groß genug sind für die Bedürfnisse ganzer Kühe, zu denen die Hörner einfach dazu gehören. Die Bauern nehmen sich Zeit für aufmerksames Beobachten und bauen eine vertrauensvolle Beziehung auf, um angemessen auf die Herde einwirken zu können“, so Gerber. Bei der Vermarktung ihrer Produkte sind Demeter-Betriebe darauf angewiesen, dass dieser Mehraufwand auch im Vergleich zu Biomilch, die oft auch von Betrieben mit hornlosen Tieren stammt, von Molkereien und Verbraucher*innen honoriert wird. Um diese Mehrkosten zu tragen, müssten Landwirte rund fünf Cent mehr pro Liter Milch erhalten. „Wer sicher gehen will, Milch von hörnertragenden Kühen zu erwerben, der kann sich im Kühlregal am Demeter-Logo orientieren – oder aber direkt beim Bauern mit horntragenden Kühen einkaufen“, empfiehlt Alexander Gerber. „Damit haben es Verbraucherinnen und Verbraucher selbst in der Hand, welche Tierhaltung sie mit ihrem Milchkauf unterstützen.“

Hintergrund / Darum sind Hörner für Kühe wichtig:

  • Körpersprache: Kühe kommunizieren mit ihren Artgenossen auch über die Hörner.
  • Hörner sind Organe, die ein Leben lang wachsen und individuelle Formen bilden.
  • Die große Hornoberfläche trägt zur Regulierung der Körpertemperatur der Kühe bei.
  • Stirnhöhlen reichen weit in das Horn hinein. So schmeckt die Kuh beim Wiederkäuen ihr Futter bis in die Hornspitze.
  • Hörner haben einen Einfluss auf die Verdauung der Kühe – und damit auf die Qualität von Milch, Fleisch und Mist.
  • Horntragende Kühe sind durch Hornlos-Zucht vom Aussterben bedroht – bei den gängigen Milchviehrassen kann dies schon in den nächsten 10-20 Jahren eintreten. Dies wäre ein unwiederbringlicher Verlust an genetischer Vielfalt.

Weiterführende Informationen:

  • Hornkuh.de
  • Das Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ der Projektpartner Universität Kassel, Bioland und Demeter zeigt, dass die Haltung horntragender Rinder in Laufställen auch in Ställen möglich ist, die weniger günstig sind – wenn bestimmte Aspekte der Herdenführung berücksichtigt werden.