Zeit zu zweit – für Kuh und Kalb

Neues Siegel für kuhgebundene Kälberaufzucht

08.10.2019
Kalb trinkt am Euter

Bild: Katrin Bader für Demeter e.V.


Siegel Kuh und KalbAm 1. Oktober 2019 geht ein neues Siegel in den Handel: Es steht für die kuhgebundene Kälberaufzucht. Das Gemeinschaftsprojekt der Demeter HeuMilch Bauern und des Nutztierschutzverein PROVIEH ist bisher einzigartig in Deutschland und kann die Zukunft der Kälberaufzucht nachhaltig zum Positiven verändern.

Bei der kuhgebundenen Kälberaufzucht nach den Mutter-Amme-Kalb (MAK)-Kriterien, verbleiben Mutter und Kalb nach der Geburt über die übliche Zeit hinaus zusammen. Die Kälber wachsen für mindestens vier Wochen bei der Mutter und/oder Amme auf. Die Kriterien müssen auf alle dem Betrieb angehörigen Tiere, weibliche wie männliche, angewendet werden. Die männlichen Kälber verbleiben auf den Höfen und werden später vermarktet. Langstreckentransporte lebender Tiere können somit verhindert werden. Die Demeter HeuMilch Bauern erhalten durch den Verkauf der Milch einen angemessenen Preis und garantieren dadurch die Einhaltung der Richtlinien und die hochwertige Aufzucht der Kälber. PROVIEH e.V. hat alle Höfe der Erzeugergemeinschaft besucht und bestätigt die Einhaltung der Kriterien.

„Wir sehen die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht als besonders wesensgemäße Art der Haltung an, denn sie kommt den Bedürfnissen der Kälber und ihren Müttern besonders entgegen. Der Sozialkontakt, das Belecken, die Körperpflege durch ihre Mütter und Ammen und das Saugen am Euter tun den Kälbern gut“, erklärt Rolf Holzapfel, Demeter Bauer und geschäftsführender Vorstand der Demeter HeuMilch Bauern.

Demeter HeuMilch BauernDemeter HeuMilch Bauern

Der Demeter MilchBauern Süd w.V. hat sich im Juli 2013 gegründet und zählt mittlerweile 31 Mitglieder aus den Regionen Allgäu, Bodenseekreis, Linzgau und Oberschwaben. Alle Betriebe sind sowohl Demeter- als auch Heumilch(gtS)-zertifiziert. Unter der Marke „Demeter HeuMilch Bauern“ erfassen sie die eigene Demeter-Heumilch und vertreiben sie an viele kleine und größere Molkereien in Süddeutschland. Sie arbeiten mit Käsereien und dem Handel auf Augenhöhe zusammen und entwickeln gemeinsam neue Produkte. Seit drei Jahren füllt die Erzeugergemeinschaft eigene Trinkmilch und Jogurt ab.