MittwochsBlog

Wir grüßen vom Berg der Mythen

14.03.2018
Plüschkuh

Demeter hat auch ein kleines Büro in Berlin. Hier sitzen wir, wollsockentragende Öffentlichkeitsarbeiterinnen, und basteln an einer biodynamischen Weltverschwörung. Achtung: Satire! Der Tagesspiegel sagte uns schließlich heute, wir seien „quasi die Piusbruderschaft der Bio-Bewegung“. Na, da müssen wir wohl ein bisschen nachlegen.

Deshalb machen wir heute einen Betriebsausflug zum Prenzlauer Berg – denn das ist ein Viertel in Berlin, so der heutige Artikel im Tagesspiegel, in dem der Kapitalismus bereits abgeschafft sei. Und da wohnen laut CSU-Politiker Dobrindt die Menschen, die mit ihrer politischen Correctness versuchen, dem Rest der Republik das Leben zu versauern. Spannend - das wollen wir uns anschauen. Zuerst die Plastikkuh vor dem Bioladen. Mit Hörnern! Erste Erfolge der biodynamischen Weltverschwörung werden sichtbar: Ein paar Menschen haben offenbar kapiert, dass Kühe eigentlich Hörner haben. Also – rein in den Bioladen. Wir stellen jedoch fest: Im Laden wird noch mit Euro bezahlt – all unsere Versuche, stattdessen Tauschgeschäfte Apfel gegen Kuhfladen einzufädeln, werden rigoros abgelehnt. Dabei wäre das im Sinne der Kreislaufwirtschaft sehr sinnvoll. Schade, der real existierende Kapitalismus scheint hier im ehemaligen Ost-Berlin stark verwurzelt zu sein.

Hochinteressante Thesen finden wir im Artikel: Nur mit Kunstdünger und chemischen Pestiziden könnte man die Welt ernähren. Das meinen die ernst! Darauf halten wir fix eine kleine Bergpredigt: Wird uns auch in Zukunft immer genügend billige Energie zur Verfügung stehen, um die chemisch-technische Landwirtschaft in der heutigen Form weiter zu betreiben? Erwiesen ist, dass fruchtbare Böden für die Lebensmittelproduktion ganz wesentlich sind. Diese Böden sind durch unsachgemäße Landwirtschaft und Bebauung bedroht – Biobäuerinnen und -bauern erhalten die Bodenfruchtbarkeit durch Humusaufbau. Außerdem… Die lokale Bevölkerung stimmt uns womöglich inhaltlich zu, aber schimpft, wir sollen nicht so einen Lärm machen. Darauf drei Kreuze.

Genug gepredigt – mission accomplished. Wir kaufen uns ein Demeter-Eis und gehen zurück ins Büro. Komisch: Ist Bio, aber schmeckt super!

Den MittwochsBlog verfasst diesmal Antje Kölling, Leiterin der Abteilung Politik & Öffentlichkeitsarbeit.

Weiterführende Links:

14.03.2018
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Demeter hat auch ein kleines Büro in Berlin. Hier sitzen wir, wollsockentragende Öffentlichkeitsarbeiterinnen, und basteln an einer biodynamischen Weltverschwörung. Achtung: Satire! Der Tagesspiegel sagte uns schließlich heute, wir seien „quasi die Piusbruderschaft der Bio-Bewegung“. Na, da müssen wir wohl ein bisschen nachlegen.

Deshalb machen wir heute einen Betriebsausflug zum Prenzlauer Berg – denn das ist ein Viertel in Berlin, so der heutige Artikel im Tagesspiegel, in dem der Kapitalismus bereits abgeschafft sei. Und da wohnen laut CSU-Politiker Dobrindt die Menschen, die mit ihrer politischen Correctness versuchen, dem Rest der Republik das Leben zu versauern. Spannend - das wollen wir uns anschauen. Zuerst die Plastikkuh vor dem Bioladen. Mit Hörnern! Erste Erfolge der biodynamischen Weltverschwörung werden sichtbar: Ein paar Menschen haben offenbar kapiert, dass Kühe eigentlich Hörner haben. Also – rein in den Bioladen. Wir stellen jedoch fest: Im Laden wird noch mit Euro bezahlt – all unsere Versuche, stattdessen Tauschgeschäfte Apfel gegen Kuhfladen einzufädeln, werden rigoros abgelehnt. Dabei wäre das im Sinne der Kreislaufwirtschaft sehr sinnvoll. Schade, der real existierende Kapitalismus scheint hier im ehemaligen Ost-Berlin stark verwurzelt zu sein.

Hochinteressante Thesen finden wir im Artikel: Nur mit Kunstdünger und chemischen Pestiziden könnte man die Welt ernähren. Das meinen die ernst! Darauf halten wir fix eine kleine Bergpredigt: Wird uns auch in Zukunft immer genügend billige Energie zur Verfügung stehen, um die chemisch-technische Landwirtschaft in der heutigen Form weiter zu betreiben? Erwiesen ist, dass fruchtbare Böden für die Lebensmittelproduktion ganz wesentlich sind. Diese Böden sind durch unsachgemäße Landwirtschaft und Bebauung bedroht – Biobäuerinnen und -bauern erhalten die Bodenfruchtbarkeit durch Humusaufbau. Außerdem… Die lokale Bevölkerung stimmt uns womöglich inhaltlich zu, aber schimpft, wir sollen nicht so einen Lärm machen. Darauf drei Kreuze.

Genug gepredigt – mission accomplished. Wir kaufen uns ein Demeter-Eis und gehen zurück ins Büro. Komisch: Ist Bio, aber schmeckt super!

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