MittwochsBlog

Kein „Freispruch“ für Gentechnik!

17.01.2018
Tür mit Schild "Demeter - Wir arbeiten ohne Gentechnik!"

Morgen soll es nun soweit sein: Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) hat sich ein Bild verschafft und wird seine Stellungnahme dazu veröffentlichen, ob neue Methoden zur Veränderung der Gene wie die Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (OgM) unter das EU-Gentechnikrecht fallen. Im Laufe des Jahres wird voraussichtlich der Gerichtshof sein Urteil fällen. Zurück geht der Prozess auf eine Klage von französischen Bauern im Jahre 2015.

Eine ganze Reihe neuer gen-verändernder Methoden (Crispr-Cas, TALEN, …) werden zurzeit erprobt, nicht alle werden in dem Gerichtsurteil abgedeckt. Trotzdem wird die Entscheidung wichtig für die weitere politische Diskussion sein.

Worum geht es? Es geht nicht einmal um die Frage, ob bestimmte Forschung oder Techniken verboten oder erlaubt werden – sondern darum, ob sie dem Gentechnikrecht unterliegen. Das Gentechnikrecht schreibt vor, dass Organismen, die aus der Anwendung dieser Techniken entstanden, vor Freisetzung in die Umwelt eine Risikoprüfung und Zulassung durchlaufen. Zudem sind Rückverfolgbarkeit und Rückholbarkeit aus der Umwelt sowie Transparenz in der Lebensmittelkette zu gewährleisten. Also: Bäuer*innen und Verbraucher*innen sollen wissen, ob in Saatgut, Lebens- oder Futtermittel Gentechnik im Spiel war oder nicht.

Wahlfreiheit ist ein Bürgerrecht. Das operieren am Genom bleibt Gentechnik. Die nicht-beabsichtigten Folgen eines gentechnischen Eingriffs auf z.B. eine Pflanze sind kaum abschätzbar.

Deshalb appellieren wir an den EUGH, die Wahlfreiheit und den vorsorgenden Umgang mit Risiken als zu Grunde liegende Prinzipien des Gentechnikrechts ernst zu nehmen. Und an die Politik, Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit klar umzusetzen!

Den MittwochsBlog verfasst diesmal Antje Kölling, Leiterin der Abteilung Politik & Öffentlichkeitsarbeit.

Weiterführende Links:

17.01.2018
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Morgen soll es nun soweit sein: Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) hat sich ein Bild verschafft und wird seine Stellungnahme dazu veröffentlichen, ob neue Methoden zur Veränderung der Gene wie die Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (OgM) unter das EU-Gentechnikrecht fallen. Im Laufe des Jahres wird voraussichtlich der Gerichtshof sein Urteil fällen. Zurück geht der Prozess auf eine Klage von französischen Bauern im Jahre 2015.

Eine ganze Reihe neuer gen-verändernder Methoden (Crispr-Cas, TALEN, …) werden zurzeit erprobt, nicht alle werden in dem Gerichtsurteil abgedeckt. Trotzdem wird die Entscheidung wichtig für die weitere politische Diskussion sein.

Worum geht es? Es geht nicht einmal um die Frage, ob bestimmte Forschung oder Techniken verboten oder erlaubt werden – sondern darum, ob sie dem Gentechnikrecht unterliegen. Das Gentechnikrecht schreibt vor, dass Organismen, die aus der Anwendung dieser Techniken entstanden, vor Freisetzung in die Umwelt eine Risikoprüfung und Zulassung durchlaufen. Zudem sind Rückverfolgbarkeit und Rückholbarkeit aus der Umwelt sowie Transparenz in der Lebensmittelkette zu gewährleisten. Also: Bäuer*innen und Verbraucher*innen sollen wissen, ob in Saatgut, Lebens- oder Futtermittel Gentechnik im Spiel war oder nicht.

Wahlfreiheit ist ein Bürgerrecht. Das operieren am Genom bleibt Gentechnik. Die nicht-beabsichtigten Folgen eines gentechnischen Eingriffs auf z.B. eine Pflanze sind kaum abschätzbar.

Deshalb appellieren wir an den EUGH, die Wahlfreiheit und den vorsorgenden Umgang mit Risiken als zu Grunde liegende Prinzipien des Gentechnikrechts ernst zu nehmen. Und an die Politik, Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit klar umzusetzen!

Den MittwochsBlog verfasst diesmal Antje Kölling, Leiterin der Abteilung Politik & Öffentlichkeitsarbeit.

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