MittwochsBlog

Spritzende Nachbarn – ein Problem für Biobauern

29.11.2017
Mittwochsblogger lehnt an einen Zaun

Am Oberlandesgericht Hamm versucht zurzeit ein Öko-Landwirt aus Lichtenau Schadensersatz dafür zu bekommen, dass sein Sellerie mit konventionellen Pestiziden belastet war und so nicht als Bioware verkauft werden konnte.

Der Fall zeigt, wie problematisch es sein kann, wenn, wie im Entwurf der EU Öko-Verordnung geplant, der Biobauer für die Rückstandsfreiheit seiner Erzeugnisse haften soll. Denn den Nachbarn ist es nicht direkt nachzuweisen, theoretisch könnte der Wirkstoff auch durch Verfrachtung - also Verdunstung und Transport über die Luft dorthin gelangt sein. So ist es einem Demeter-Betrieb vor einigen Jahren passiert. Beim Lichtenauer Landwirt aber ist offenbar kein Verursacher festzumachen. Bleibt er nun auf seinem Schaden sitzen? Wenn die noch in vielen Details auszuarbeitende EU-Öko-Verordnung – gerade in Grundzügen beschlossen – das nicht sauber und praktikabel regelt, sind Rechtstreite in vielen Dörfern vorprogrammiert.

Grenzwerte sind zwar erstmal vom Tisch, doch unbedachte Detailregelungen können Biobauern hier rasch existenzielle Probleme bereiten. Ein Biowinzer von der Ahr bekam gerade Recht, als er gegen den Entzug der Biozertfizierung klagte. Er muss seine Flächen auch nicht neu umstellen. Die liegen da, wo konventionellen Kollegen mit dem Hubschrauber spritzen dürfen – Abdrift garantiert. Bio-Verbände wie Demeter haben für ihre Landwirte kurze Ratgeber zum Thema entwickelt.

Den MittwochsBlog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

Weiterführende Links:

29.11.2017
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Am Oberlandesgericht Hamm versucht zurzeit ein Öko-Landwirt aus Lichtenau Schadensersatz dafür zu bekommen, dass sein Sellerie mit konventionellen Pestiziden belastet war und so nicht als Bioware verkauft werden konnte.

Der Fall zeigt, wie problematisch es sein kann, wenn, wie im Entwurf der EU Öko-Verordnung geplant, der Biobauer für die Rückstandsfreiheit seiner Erzeugnisse haften soll. Denn den Nachbarn ist es nicht direkt nachzuweisen, theoretisch könnte der Wirkstoff auch durch Verfrachtung - also Verdunstung und Transport über die Luft dorthin gelangt sein. So ist es einem Demeter-Betrieb vor einigen Jahren passiert. Beim Lichtenauer Landwirt aber ist offenbar kein Verursacher festzumachen. Bleibt er nun auf seinem Schaden sitzen? Wenn die noch in vielen Details auszuarbeitende EU-Öko-Verordnung – gerade in Grundzügen beschlossen – das nicht sauber und praktikabel regelt, sind Rechtstreite in vielen Dörfern vorprogrammiert.

Grenzwerte sind zwar erstmal vom Tisch, doch unbedachte Detailregelungen können Biobauern hier rasch existenzielle Probleme bereiten. Ein Biowinzer von der Ahr bekam gerade Recht, als er gegen den Entzug der Biozertfizierung klagte. Er muss seine Flächen auch nicht neu umstellen. Die liegen da, wo konventionellen Kollegen mit dem Hubschrauber spritzen dürfen – Abdrift garantiert. Bio-Verbände wie Demeter haben für ihre Landwirte kurze Ratgeber zum Thema entwickelt.

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