MittwochsBlog

Wo sind all die Blumen hin?

25.10.2017

Grabschmuck äsende Rehe auf dem Friedhof, Wildschweine in der Sparkasse, Fuchs an der Mülltonne, Mardertrupps im Gewerbegebiet – deutsche Städte sind ungewollt wildtierfreundlich. Ganz im Gegensatz zur Landwirtschaft. Zwei Drittel der Tierarten und Lebensräume sind in ihrem Bestand gefährdet – in Deutschland gibt es rund 48.000 Tier- und 24.000 Pflanzen- bzw. Pilzarten. 876 verschiedene Biotoptypen wurden in Deutschland festgestellt, 13 sind verschwunden, 409 gefährdet.

So wirkt zum einen der der bauliche Flächenverbrauch (70 Hektar täglich), aber vor allem der landwirtschaftliche Strukturwandel auf die Artenvielfalt: Zwischen 1990 und 2013 sank der Kiebitzbestand um 80 Prozent, der des Braunkehlchens um 63 Prozent, und selbst die Bestände der Feldlerche um ein Drittel. Hinter dem Strukturwandel aber wirkt die Intensivierung: mehr, schneller, früher, effizienter, da bleibt kein Halm mehr stehen für die Eiablage von Schmetterlingen. Das gibt es auch im Öko-Landbau. Und dann kommt die moderne Pestizidwirtschaft dazu – Glyphosat wird z.B. auf 40 % der Fläche ausgebracht. Neonicotinoide wirken tiefgreifend auf die Insektenwelt, auch durch Akkumulation. 20 Prozent der Äcker werden für Energiepflanzen genutzt, Rückstandsfragen stellen sich da keine. Traurige Wahrheit ist, dass der Artenschwund seit 40 Jahren vorhersehbar ist, sich aber in Summe aller Schutz-Aktivitäten kein Effekt einstellt. Effizienter wären viele Milliarden – allein 1,5 jährlich für das sogenannte Greening – zur Förderung des Ökolandbaus ausgegeben und zum Abstellen der Wettbewerbsvorteile der konventionellen Landwirtschaft.

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25.10.2017
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Grabschmuck äsende Rehe auf dem Friedhof, Wildschweine in der Sparkasse, Fuchs an der Mülltonne, Mardertrupps im Gewerbegebiet – deutsche Städte sind ungewollt wildtierfreundlich. Ganz im Gegensatz zur Landwirtschaft. Zwei Drittel der Tierarten und Lebensräume sind in ihrem Bestand gefährdet – in Deutschland gibt es rund 48.000 Tier- und 24.000 Pflanzen- bzw. Pilzarten. 876 verschiedene Biotoptypen wurden in Deutschland festgestellt, 13 sind verschwunden, 409 gefährdet.

So wirkt zum einen der der bauliche Flächenverbrauch (70 Hektar täglich), aber vor allem der landwirtschaftliche Strukturwandel auf die Artenvielfalt: Zwischen 1990 und 2013 sank der Kiebitzbestand um 80 Prozent, der des Braunkehlchens um 63 Prozent, und selbst die Bestände der Feldlerche um ein Drittel. Hinter dem Strukturwandel aber wirkt die Intensivierung: mehr, schneller, früher, effizienter, da bleibt kein Halm mehr stehen für die Eiablage von Schmetterlingen. Das gibt es auch im Öko-Landbau. Und dann kommt die moderne Pestizidwirtschaft dazu – Glyphosat wird z.B. auf 40 % der Fläche ausgebracht. Neonicotinoide wirken tiefgreifend auf die Insektenwelt, auch durch Akkumulation. 20 Prozent der Äcker werden für Energiepflanzen genutzt, Rückstandsfragen stellen sich da keine. Traurige Wahrheit ist, dass der Artenschwund seit 40 Jahren vorhersehbar ist, sich aber in Summe aller Schutz-Aktivitäten kein Effekt einstellt. Effizienter wären viele Milliarden – allein 1,5 jährlich für das sogenannte Greening – zur Förderung des Ökolandbaus ausgegeben und zum Abstellen der Wettbewerbsvorteile der konventionellen Landwirtschaft.

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