MittwochsBlog

Labor statt Natur führt in die Irre

16.08.2017
Mittwochsblogger sitzt auf einem Strohballen

Botaniker stehen heute auf der roten Liste, Insektenkundler auch. Wer will schon in der Wildnis Deutschlands Käfer zählen oder Kronblätter mit der Lupe vergleichen. Uncool, langweilig und langwierig, auch hinsichtlich Publikationsmöglichkeiten. Die generiert man meist rascher im Labor. Und man bleibt trocken. Auch, wenn man dann nicht weiß, wie eine Tomate als Pflanze aussieht. Nur so konnte es wohl kommen, dass jahrelang niemand den allgemeinen Insektenschwund wahrgenommen hat. Bis ein paar Hobbyforscher ihre Arbeiten publizierten. Was macht die Wissenschaft eigentlich den ganzen Tag, wenn wir nicht wissen, was wir tun? Klar, eine Frage von Forschungspolitik und Standortförderung. Am besten springen patentierbare „Lösungen“ heraus, die dann Industrie-Arbeitsplätze schaffen. Wissen allein interessiert keinen. Das ist auch das Problem des Ökolandbaus: gäbe es ihn in Säcken zum Verkauf, wäre er längst flächendeckend. So aber ist er vor allem ein Bildungsthema, für Landwirte weltweit, die ihre Böden und Erträge sichern wollen. In der Wissenschaft spielt er nur eine Statistenrolle. Gut, dass es sowas wie Praxisforschung gibt, bei Demeter seit mehr als 90 Jahren.

Den MittwochsBlog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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16.08.2017
Labor statt Natur führt in die Irre
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Botaniker stehen heute auf der roten Liste, Insektenkundler auch. Wer will schon in der Wildnis Deutschlands Käfer zählen oder Kronblätter mit der Lupe vergleichen. Uncool, langweilig und langwierig, auch hinsichtlich Publikationsmöglichkeiten. Die generiert man meist rascher im Labor. Und man bleibt trocken. Auch, wenn man dann nicht weiß, wie eine Tomate als Pflanze aussieht. Nur so konnte es wohl kommen, dass jahrelang niemand den allgemeinen Insektenschwund wahrgenommen hat. Bis ein paar Hobbyforscher ihre Arbeiten publizierten. Was macht die Wissenschaft eigentlich den ganzen Tag, wenn wir nicht wissen, was wir tun? Klar, eine Frage von Forschungspolitik und Standortförderung. Am besten springen patentierbare „Lösungen“ heraus, die dann Industrie-Arbeitsplätze schaffen. Wissen allein interessiert keinen. Das ist auch das Problem des Ökolandbaus: gäbe es ihn in Säcken zum Verkauf, wäre er längst flächendeckend. So aber ist er vor allem ein Bildungsthema, für Landwirte weltweit, die ihre Böden und Erträge sichern wollen. In der Wissenschaft spielt er nur eine Statistenrolle. Gut, dass es sowas wie Praxisforschung gibt, bei Demeter seit mehr als 90 Jahren.

Den MittwochsBlog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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