MittwochsBlog

Der Gaul, von hinten aufgezäumt

10.05.2017

Sommerurlauber sehen es häufig an der Ostsee: Alles voller Algen. Schuld sind großteils Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft – Phosphat und Nitrat. Doch der Trend zu Massentierhaltung geht weiter. EU-Nitratrichtlinie und nationale Düngegesetze haben deshalb eine wichtig Rolle für den Boden-, Gewässer- und nicht zuletzt auch für den Klimaschutz. Zu viel Stickstoff auf dem Acker führt zur Freisetzung von Lachgas und Lachgas ist ein Klimakiller.

Die Gesetze werden hoffentlich immer effektiver, um die Gülleschwemme zu begrenzen.  Leider wird hier rückwärts angesetzt, statt ganzheitlich sinnvolle Formen der Landwirtschaft durchzusetzen. Die Biodynamiker*innen als Pioniere des Ökolandbaus dagegen haben von der Wurzel her gedacht und Systeme entwickelt, um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern  und möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe auf den Höfen zu etablieren. Wenn womöglich aber bald der Demeter-Gärtner, der im Rahmen einer Betriebskooperation Mist von einem anderen Biobetrieb bekommt, Stoffstrombilanzen führen muss, wird er zu Recht aufstöhnen: Bringt er doch weniger Stickstoff auf das Feld als sein konventioneller Nachbar. Und der konventionelle Gärtner – da er Kunstdünger verwendet statt „organischen Dünger“ wie Gülle oder Mist – fällt nicht unter das Gesetz. Warum gibt es keine Kunstdüngersteuer? Warum gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, dass durch „Flächenbindung“ nicht mehr Tiere auf einem Hof gehalten werden dürfen, als die umliegende Landschaft verträgt? Wer lobbyiert da gegen wen?

Sicher ist: Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken.

Fakt 1Respekt für jedes Lebewesen. Deshalb bleiben die Hörner dran.

Zu den Demeter-Fakten.

Den MittwochsBlog verfasst diesmal Antje Kölling, Leiterin der Abteilung Politik & Öffentlichkeitsarbeit.

Weiterführende Links:

10.05.2017
Der Gaul, von hinten aufgezäumt
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Sommerurlauber sehen es häufig an der Ostsee: Alles voller Algen. Schuld sind großteils Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft – Phosphat und Nitrat. Doch der Trend zu Massentierhaltung geht weiter. EU-Nitratrichtlinie und nationale Düngegesetze haben deshalb eine wichtig Rolle für den Boden-, Gewässer- und nicht zuletzt auch für den Klimaschutz. Zu viel Stickstoff auf dem Acker führt zur Freisetzung von Lachgas und Lachgas ist ein Klimakiller.

Die Gesetze werden hoffentlich immer effektiver, um die Gülleschwemme zu begrenzen.  Leider wird hier rückwärts angesetzt, statt ganzheitlich sinnvolle Formen der Landwirtschaft durchzusetzen. Die Biodynamiker*innen als Pioniere des Ökolandbaus dagegen haben von der Wurzel her gedacht und Systeme entwickelt, um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern  und möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe auf den Höfen zu etablieren. Wenn womöglich aber bald der Demeter-Gärtner, der im Rahmen einer Betriebskooperation Mist von einem anderen Biobetrieb bekommt, Stoffstrombilanzen führen muss, wird er zu Recht aufstöhnen: Bringt er doch weniger Stickstoff auf das Feld als sein konventioneller Nachbar. Und der konventionelle Gärtner – da er Kunstdünger verwendet statt „organischen Dünger“ wie Gülle oder Mist – fällt nicht unter das Gesetz. Warum gibt es keine Kunstdüngersteuer? Warum gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, dass durch „Flächenbindung“ nicht mehr Tiere auf einem Hof gehalten werden dürfen, als die umliegende Landschaft verträgt? Wer lobbyiert da gegen wen?

Sicher ist: Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken.

Fakt 1Respekt für jedes Lebewesen. Deshalb bleiben die Hörner dran.

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