MittwochsBlog

Frühling ohne Schwalben?

12.04.2017
MittwochsBlog

Kaum zu glauben: Schwalben stehen auf der Vorwarnliste gefährdeter Tierarten. Nicht nur, weil der Klimawandel die Zug- und Brutzeiten durcheinander bringt, sondern vor allem, weil es immer weniger Platz für ihre Nester gibt. Am liebsten im warmen Kuhstall, so kennen wir das. Doch die Ställe werden moderner und kälter und da, wo die Schwalben noch nisten, droht schon Mal der Amtstierarzt. Trotz Kotbrettchen unterm Nest. So ist die Gefährdung der Schwalben auch Ausdruck für  den gesellschaftlichen Sicherheits- und Hygienewahn, der Borretsch in Frankfurter Grüner Soße als Risiko deklariert, Bio-Schweine im Hochsicherheitstrakt verschwinden lässt und mit Pestiziden dafür sorgt, dass es immer weniger Insekten gibt, also immer weniger Futter für Vögel wie Schwalben. Das es mit etwas Bewusstsein auch anders geht, zeigen u.a. Demeter-Höfe: beim Eichwaldhof nisteten schon Eulen und Turmfalken, aktuell ein Haufen Spatzen, eben weil die Scheune Öffnungen anbietet. Die Gärtnerei Sannmann hängt Fledermauskästen auf, Hof Westerwinkel reserviert Platz für Landschaftselemente und die Weidehaltung von Bio- Rindern oder Schafen sorgt in Form von Dungkäfern für das Futter seltener Fledermausarten. 

Den MittwochsBlog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde

Weiterführende Links:

12.04.2017
Frühling ohne Schwalben?
MittwochsBlog

Kaum zu glauben: Schwalben stehen auf der Vorwarnliste gefährdeter Tierarten. Nicht nur, weil der Klimawandel die Zug- und Brutzeiten durcheinander bringt, sondern vor allem, weil es immer weniger Platz für ihre Nester gibt. Am liebsten im warmen Kuhstall, so kennen wir das. Doch die Ställe werden moderner und kälter und da, wo die Schwalben noch nisten, droht schon Mal der Amtstierarzt. Trotz Kotbrettchen unterm Nest. So ist die Gefährdung der Schwalben auch Ausdruck für  den gesellschaftlichen Sicherheits- und Hygienewahn, der Borretsch in Frankfurter Grüner Soße als Risiko deklariert, Bio-Schweine im Hochsicherheitstrakt verschwinden lässt und mit Pestiziden dafür sorgt, dass es immer weniger Insekten gibt, also immer weniger Futter für Vögel wie Schwalben. Das es mit etwas Bewusstsein auch anders geht, zeigen u.a. Demeter-Höfe: beim Eichwaldhof nisteten schon Eulen und Turmfalken, aktuell ein Haufen Spatzen, eben weil die Scheune Öffnungen anbietet. Die Gärtnerei Sannmann hängt Fledermauskästen auf, Hof Westerwinkel reserviert Platz für Landschaftselemente und die Weidehaltung von Bio- Rindern oder Schafen sorgt in Form von Dungkäfern für das Futter seltener Fledermausarten. 

Den MittwochsBlog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde

Weiterführende Links: