MittwochsBlog

Nachtweide: von Flur und Hofnamen

07.12.2016
Redakteur vor Feld

Ich wohne in Seeheim – doch wo ist der See? Der Ort liegt zu Füßen des Odenwaldes - auf Dünen! Offenbar versandete hier mal ein Bächlein nach starken Regenfällen – im Flurstück „In der alten See“.  Eine Autobahnraststätte mit dem Namen Nachtweide kenne ich, es gibt einen „Ameisengrund“, den Baumgarten – hessisch „Bangert“ – oder „unter dem Backhausteich“  und die „alte Kühruh“. Viele Flur- und Ortsnamen weisen auf alte Landnutzungen hin wie Schafheim, Roßdorf, Ziegenhain oder Ochsenfurt. Und der Begriff Alm kommt von Allmende, der gemeinschaftlich genutzten Flur. Die meisten Namen entstanden vor allem in Regionen mit Realteilungsrecht. Ob in künftigen Zeiten sich auch  die Demeter-Bewirtschaftung  (z.B. Hinter der Hörnerweide) oder die Biogasanlage (z.B. Am Gülle-Eck) darin wiederspiegeln, steht in den Sternen, sind die meisten Namen doch historisch gewachsen; vielleicht beim Namen für die neue Dorfstraße. Moderneren Datums sind viele Fantasienamen für Biobetriebe, vor allem wenn sie neu gegründet wurden oder als Gemüsegärtner begannen: Himmel und Erde, Stolze Kuh, Querbeet, Nordlicht, Hutzelberghof oder Apfeltraum.

Den Mittwochsblog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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07.12.2016
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Ich wohne in Seeheim – doch wo ist der See? Der Ort liegt zu Füßen des Odenwaldes - auf Dünen! Offenbar versandete hier mal ein Bächlein nach starken Regenfällen – im Flurstück „In der alten See“.  Eine Autobahnraststätte mit dem Namen Nachtweide kenne ich, es gibt einen „Ameisengrund“, den Baumgarten – hessisch „Bangert“ – oder „unter dem Backhausteich“  und die „alte Kühruh“. Viele Flur- und Ortsnamen weisen auf alte Landnutzungen hin wie Schafheim, Roßdorf, Ziegenhain oder Ochsenfurt. Und der Begriff Alm kommt von Allmende, der gemeinschaftlich genutzten Flur. Die meisten Namen entstanden vor allem in Regionen mit Realteilungsrecht. Ob in künftigen Zeiten sich auch  die Demeter-Bewirtschaftung  (z.B. Hinter der Hörnerweide) oder die Biogasanlage (z.B. Am Gülle-Eck) darin wiederspiegeln, steht in den Sternen, sind die meisten Namen doch historisch gewachsen; vielleicht beim Namen für die neue Dorfstraße. Moderneren Datums sind viele Fantasienamen für Biobetriebe, vor allem wenn sie neu gegründet wurden oder als Gemüsegärtner begannen: Himmel und Erde, Stolze Kuh, Querbeet, Nordlicht, Hutzelberghof oder Apfeltraum.

Den Mittwochsblog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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