Demeter-Blog

Homöopathie wirkt, aber wie?

31.10.2019
Demeter-Blogger sitzt auf einem Misthaufen

Es nervt! Kampagnenartig wird in den letzten Monaten über alle Medien hinweg über Homöopathie hergezogen, als gäbe s nichts Wichtigeres. Relevanz: mickrig, die Ausgaben für homöopathische Behandlungen inklusive Arzneimittel machen etwa 0,003 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen aus. Warum überlässt man das nicht einfach den Krankenkassen wie alle anderen Entscheidungen zu ersatzpflichtigen Leistungen auch? Ruft nach dem Gesetzgeber? Entmündigt die Ärzte? Geht es da etwa um Ideologie? Oder um politische Munition gegen Grün? Egal: Weder die Demeter-Kühe in Brodowin noch unsere Tochter als Baby wussten, was Homöopathie ist. Gewirkt hat sie trotzdem – also jenseits des Placeboeffektes. Bei diesen und anderen Kühen konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Behandlung den Antibiotikaeinsatz deutlich mindern kann. Eine andere der sehr raren Studie fand keinen Effekt. Es gibt aber flächendeckend positive Erfahrungen von Landwirten, auch konventionellen Kollegen. „Die Zeit“ schrieb gerade, wer der Wissenschaft vertraut, muss die Homöopathie ablehnen. Autsch. 54 Prozent der Bevölkerung hat Homöopathie schonmal geholfen. Wissenschaft fängt beim Beobachten an – nicht umsonst gibt es Citizen-Science – siehe Insektensterben, das „die Wissenschaft“ auch verschlafen hat. Und hätten wir Bios auf „die Wissenschaft“ gewartet, gäbe es heute keinen Ökolandbau! Apropos: Die Biodynamiker forschen dazu seit mehr als 90 Jahren. Der Mainstream aber tickt anders und die Fördergelder werden nach dessen Gesichtspunkten vergeben.

Den Demeter-Blog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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