Geschlechtsbestimmung im Ei

Aufziehen statt Aussortieren!

16.11.2018
Hahn und Henne

Der Hahn gehört dazu! Die Zweinutzungstiere Cream der Ökologischen Tierzucht


Demeter setzt auf die Züchtung eines echten Öko-Zweinutzungshuhns als Alternative zum Kükentöten. Denn es ist der konsequentere Ansatz als die In-Ovo-Selektion, bei der angebrütete Eier mit männlichen Küken aussortiert und anschließend vernichtet werden.

Auf der Messe „Eurotier“ in Hannover, die heute endet, ist das Thema „Kükentöten stoppen“ in aller Munde. Das liegt vor allem daran, dass die Technologie für die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung nun als marktreif gilt: Ein marktbestimmender Lebensmitteleinzelhändler stellte gemeinsam mit einem Technologieunternehmen ein Verfahren vor, mit dem männliche Kükenembryos im angebrüteten Ei erkannt werden können. Diese werden sofort aussortiert.

„Die Geschlechtsbestimmung im Ei kann nicht die Lösung für das Beenden des Kükentötens sein“, kommentiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Auf diese Weise werden die männlichen Küken nur früher getötet und ‚entsorgt‘. Wir brauchen eine ganzheitliche Lösung, bei der auch die männlichen Küken leben dürfen und aufgezogen werden.“ Bei der letzten Delegiertenversammlung im April hat der Demeter-Verband entschieden, dass er die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung ausschließt und stattdessen auf die Zucht eines echten, auf Öko-Bedingungen angepasstes Zweinutzungshuhn setzt.

Für dieses Ziel hat Demeter zusammen mit Bioland 2015 die gemeinnützige Ökologische Tierzucht (ÖTZ) gegründet. „Mit der ÖTZ haben wir die Züchtung des Ökohuhns der Zukunft auf den Weg gebracht. Hier werden beide Tiere aufgezogen: Hahn und Henne!“ so Gerber, „Während die Geschlechtsbestimmung im Ei die Symptome einer Marktentwicklung ausmerzen möchte, die von der Gesellschaft nicht mehr toleriert werden, wie nun das Kükentöten, stellt die Ökotierzucht die Systemfrage. Wir wollen eine in sich stimmige Geflügelhaltung. Artgerecht, natürlich Bio und mit einer Zucht in Bauernhand.“ Die eigene Zucht eines Zweinutzungshuhns ist eine echte Alternative zu den hochspezialisierten Linien der vier weltweit dominierenden Zuchtkonzerne. Auch auf der „Eurotier“-Messe war diese Systemfrage zu hören. Etwa auf einer Podiumsveranstaltung des Demeter e.V. sprachen Inga Günther, Geschäftsführerin der ÖTZ, und Jan Löning, Demeter Berater, über „neue Wege für Geflügel – regionale Fütterung, ökologische Züchtung, Zweinutzung“.

Zum Hintergrund der ÖTZ

Die Ökologische Tierzucht gGmbH ist der im März 2015 gegründete gemeinnützige Träger für eine eigenständige ökologische Tierzucht. Als Gesellschafter gehen die beiden Bio-Verbände Bioland und Demeter eine Kooperation ein. Die ÖTZ hat zum Ziel, eigene, authentische Strukturen für eine ökologische Tierzucht zu schaffen. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst darauf, eigene Zuchtstrukturen für das Öko-Huhn von morgen aufzubauen. Dieses ist an Haltungs- und Fütterungsbedingungen der ökologischen Landwirtschaft besser angepasst als die hochleistenden Hennen von heute. Im besten Fall werden mit einem Tiertyp beide Produktionsrichtungen (Eier und Fleisch = Zweinutzung) erreicht und so das Kükentöten beendet.

16.11.2018
Aufziehen statt Aussortieren!
Geschlechtsbestimmung im Ei

Demeter setzt auf die Züchtung eines echten Öko-Zweinutzungshuhns als Alternative zum Kükentöten. Denn es ist der konsequentere Ansatz als die In-Ovo-Selektion, bei der angebrütete Eier mit männlichen Küken aussortiert und anschließend vernichtet werden.

Auf der Messe „Eurotier“ in Hannover, die heute endet, ist das Thema „Kükentöten stoppen“ in aller Munde. Das liegt vor allem daran, dass die Technologie für die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung nun als marktreif gilt: Ein marktbestimmender Lebensmitteleinzelhändler stellte gemeinsam mit einem Technologieunternehmen ein Verfahren vor, mit dem männliche Kükenembryos im angebrüteten Ei erkannt werden können. Diese werden sofort aussortiert.

„Die Geschlechtsbestimmung im Ei kann nicht die Lösung für das Beenden des Kükentötens sein“, kommentiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber. „Auf diese Weise werden die männlichen Küken nur früher getötet und ‚entsorgt‘. Wir brauchen eine ganzheitliche Lösung, bei der auch die männlichen Küken leben dürfen und aufgezogen werden.“ Bei der letzten Delegiertenversammlung im April hat der Demeter-Verband entschieden, dass er die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung ausschließt und stattdessen auf die Zucht eines echten, auf Öko-Bedingungen angepasstes Zweinutzungshuhn setzt.

Für dieses Ziel hat Demeter zusammen mit Bioland 2015 die gemeinnützige Ökologische Tierzucht (ÖTZ) gegründet. „Mit der ÖTZ haben wir die Züchtung des Ökohuhns der Zukunft auf den Weg gebracht. Hier werden beide Tiere aufgezogen: Hahn und Henne!“ so Gerber, „Während die Geschlechtsbestimmung im Ei die Symptome einer Marktentwicklung ausmerzen möchte, die von der Gesellschaft nicht mehr toleriert werden, wie nun das Kükentöten, stellt die Ökotierzucht die Systemfrage. Wir wollen eine in sich stimmige Geflügelhaltung. Artgerecht, natürlich Bio und mit einer Zucht in Bauernhand.“ Die eigene Zucht eines Zweinutzungshuhns ist eine echte Alternative zu den hochspezialisierten Linien der vier weltweit dominierenden Zuchtkonzerne. Auch auf der „Eurotier“-Messe war diese Systemfrage zu hören. Etwa auf einer Podiumsveranstaltung des Demeter e.V. sprachen Inga Günther, Geschäftsführerin der ÖTZ, und Jan Löning, Demeter Berater, über „neue Wege für Geflügel – regionale Fütterung, ökologische Züchtung, Zweinutzung“.

Zum Hintergrund der ÖTZ

Die Ökologische Tierzucht gGmbH ist der im März 2015 gegründete gemeinnützige Träger für eine eigenständige ökologische Tierzucht. Als Gesellschafter gehen die beiden Bio-Verbände Bioland und Demeter eine Kooperation ein. Die ÖTZ hat zum Ziel, eigene, authentische Strukturen für eine ökologische Tierzucht zu schaffen. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst darauf, eigene Zuchtstrukturen für das Öko-Huhn von morgen aufzubauen. Dieses ist an Haltungs- und Fütterungsbedingungen der ökologischen Landwirtschaft besser angepasst als die hochleistenden Hennen von heute. Im besten Fall werden mit einem Tiertyp beide Produktionsrichtungen (Eier und Fleisch = Zweinutzung) erreicht und so das Kükentöten beendet.