Unter Strom von Hof zu Hof

Demeter-Höfe werden zu Strom-„Tankstellen“

18.09.2019

Die Geschäftsstelle von Demeter NRW setzt ganz auf elektrische Mobilität. Dabei dienen die 130 Demeter-Höfe in Nordrhein-Westfalen als Ladestationen.

„Für uns war es aus Klimaschutzgründen nur folgerichtig, unser Dienstfahrzeug zu 100 Prozent auf E-Mobilität umzustellen“, erklärt Ute Rönnebeck, Geschäftsführerin von Demeter Nordrhein-Westfalen, „das passt zu unseren Höfen, die für gesunde Lebensmittel, Naturschutz und eine soziale Landwirtschaft stehen.“ Den rund 130 Demeter-Betrieben kommt dabei eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung für den abgasfreien neuen Dienstwagen zu, der ohne fossilen Kraftstoffverbrauch unterwegs ist: Jeder von ihnen ist eine potenzielle Ladestation, an der der Renault Zoe „aufgetankt“ werden kann. Nachdem der Leasingvertrag für den bisherigen Dienstwagen – ein Diesel-PKW – ausgelaufen war, diskutierten die Vorstandsmitglieder von Demeter NRWR über den Einsatz eines E-Autos für die Geschäftsstelle in Witten. „Was gegen ein Elektro-Auto sprach, war die noch viel zu lückenhafte Ladeinfrastruktur. Das Netz an Ladestationen war viel zu dünn für den E-Renault mit 300 Kilometern Reichweite“, erklärte Ute Rönnebeck. Doch als nach intensiven Recherchen geklärt war, dass die Idee, die Starkstromanschlüsse auf den Höfen als Ladepunkte zu nutzen, funktioniert, fiel die Entscheidung für die umweltfreundliche E-Mobilität ganz leicht. Möglich machen es mobile Ladeadapter, die im Auto mitgeführt werden. Auf den Höfen machen sie mit wenigen Handgriffen aus einem Starkstromanschluss einen Ladepunkt für den E-Renault.

„Ein erfolgreiches Konzept!“, bestätigt die Geschäftsführerin von Demeter NRW nach zwei Monaten Fahr- und Ladepraxis. „Auch Höfe, die weiter entfernt liegen, kann ich mit dem neuen Geschäftswagen gut besuchen. Die Ladezeit ist kein Problem, da ich zu Beratungs- oder Gruppentreffen ohnehin mindestens zwei Stunden auf den Höfen bleibe.“ Sie freut sich vor allem, dass das Netz der Demeter-Höfe ihr nun ermöglicht, zukünftig klimaschonend unterwegs zu sein. 

Über Demeter

Demeter e.V. ist der älteste Bio-Verband in Deutschland. Schon seit 1924 bewirtschaften Demeter-Landwirte ihre Felder biodynamisch. Aufgrund der lebendigen Kreislaufwirtschaft gilt die Demeter-Landwirtschaft als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung und geht weit über die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung hinaus. Die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise geht auf Impulse Rudolf Steiners zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise initiierte. In Deutschland wirtschaften rund 1.600 Landwirte mit rund 85.000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Zum Demeter e.V. gehören zudem etwa 330 Demeter-Hersteller und -Verarbeiter.