Pilotprojekt

Ausbildung in der biodynamischen Landwirtschaft weiterentwickeln

05.05.2021
Auszubildende auf dem Feld

Bild: Eva Wolf


Die biodynamische Ausbildung ist eine Alternative zur staatlichen Ausbildung, bei der angehende Landwirt*innen und Gärtner*innen speziell für die Arbeit auf Demeter- und Bio-Betrieben vorbereitet werden. Ein Pilotprojekt, das maßgeblich von der Software AG Stiftung gefördert wird, strebt nun die staatliche Anerkennung der biodynamischen Ausbildung in Niedersachsen als Ersatzschule an. Dies hätte zur Folge, dass Auszubildende nach einer erfolgreichen Ausbildung gleichzeitig auch einen staatlich anerkannten Abschluss in der Tasche haben.

Ein wichtiger Schritt, um die hohe Qualität der biodynamischen Ausbildung anzuerkennen, findet Demeter-Vorstand Alexander Gerber: „In den 1980er Jahren haben Demeter-Bäuerinnen und -Bauern die biodynamischen Ausbildungen gegründet, um den Nachwuchs optimal für die Arbeit auf Demeter-Höfen vorzubereiten und so eine Lücke in der staatlichen Ausbildung geschlossen. Die staatliche Anerkennung als Ersatzschule wäre eine wichtige Würdigung der wertvollen Arbeit, die auf vielen Betrieben und in der theoretischen Ausbildung seit Jahrzehnten auf hohem Niveau geleistet wird und die die Demeter-Bäuerinnen und Bio-Bauern von morgen hervorbringt.“

Und das Interesse des landwirtschaftlichen Nachwuchses ist groß, erklärt Jakob Ganten, Geschäftsführer des 2019 gegründeten Netzwerks Biodynamische Bildung: „Wir haben deutschlandweit in manchen Regionen doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber als es Ausbildungsstellen gibt.“ Da die Aus- und Weiterbildung bisher in Form von freien Berufsbildungsangeboten erfolgt, ist der Zusammenschluss der verschiedenen Träger besonders wichtig. Ihr Ziel ist eine enge Kooperation bei der inhaltlichen Ausgestaltung sowie der Finanzierung der Angebote.

Christian Wüst von der Software AG-Stiftung sieht in dem Pilotprojekt einen wichtigen Schritt für die biodynamische Bewegung. „Wir versprechen uns davon eine deutlich solidere und verlässlichere Finanzierung, sowie eine breitere öffentliche Akzeptanz der biodynamischen Ausbildung.“ Allerdings müsse die bestehende Ausbildung für eine solche Anerkennung an die vorgegebenen Rahmenbedingungen angepasst werden, erklärt er: „Das betrifft Curriculum, Ausbildungsunterlagen und Prüfungsordnungen ebenso wie interne Prozesse und die Qualifizierung des Lehrpersonals. Eine weitere zentrale Vorgabe ist die Qualitätssicherung durch eine externe Zertifizierung.“ Als mögliche Standorte stehen zwei Demeter-Betriebe in Hannover und Celle zur Diskussion. Sollte die staatliche Anerkennung erteilt werden, könnten in der gesamten Bundesrepublik weitere biodynamische Ausbildungsstätten auf den Erfahrungen des Pilotprojekts aufbauen und sich ebenfalls darum bemühen.