Zweites Präsenzseminar des Kurses für Existenzgründung und Unternehmensentwicklung

Wie pflege und gestalte ich Recht?


Wie spannend es ist, eine Rechtsfrage für einen landwirtschaftlichen Betrieb zu stellen, konnten die Teilnehmer*innen des Kurses „Existenzgründung und Unternehmensentwicklung“ im Januar hautnah erfahren. Dabei ist diese Übung gar nicht so einfach, dann im Alltag aus dem heraus die Teilnehmer*innen ihre spezifischen Fragen stellten, überlagern sich Rechts-, Beziehung- und Betriebswirtschaftliche Fragen. Was ist also was und auf welcher Ebene lässt sich dies lösen? Berührt die Frage, den Bereich, in dem die Betroffenen selbst Recht pflegen können oder berührt die Frage die Bereiche, in denen wir als Person nur geringen Einfluss haben? Wenn sich in einem jungen Unternehmen die Frage stellt nach der passenden Rechtsform, wenn sich in einer jungen Hofgemeinschaft Eigentumsrechte mit Nutzungsrechten überlagern, oder wenn über die zukünftigen Pachtverhältnisse eine Rente finanziert werden soll, ist erst einmal zu entschlüsseln, um welche Rechtsfragen es geht und was über die Rechtsfrage geklärt werden kann. „Im Kurs haben wir dies ausgiebig geübt, denn alle Teilnehmer haben entlang des eigenen Vorhabens eine konkrete Frage an uns Kursbegleiter gestellt. Oft war diese Frage dann sehr vielschichtig, da im Alltag Rechtsfragen, Beziehungsfragen und betriebswirtschaftliche Fragen übereinander liegen,“ so die Kursleiterin Simone Helmle.

Mit dem Titel „Wie pflege und gestalte ich Recht?“ ergründeten die Teilnehmer des Existenzgründerkurses somit ihre Berührungspunkte im Erbrecht, im Baurecht, im Arbeitsrecht etc. insbesondere mit Thomas Rüter, Rechtsanwalt und Mediator. Uwe Greff gelang es, mit den Teilnehmer*innen zusammen das Agrarbüro und die Welt der Rechnungen, Anträge und Ablagen als einen spannenden und zu gestaltenden Ort zu entdecken. Inga Vellenga, Bäuerin auf dem Hof Michael in Endeholz zeigte über eine Hofführung, wie Rechtsbeziehungen und Rechtsverhältnisse letztlich den Hof strukturieren und als Hilfsinstrument Klarheit schaffen. Kursbegleiterin Simone Helmle verhalf den Teilnehmer*innen zu Perspektivwechseln und Anknüpfungspunkten zu den Visionen der einzelnen Unternehmen und den Geschäftsplänen.

Ein besonderer Dank gilt dem Seminarhaus und dem Hof Michael in Endeholz, die die Kursgruppe herzlich empfangen haben. Ein besonderer Dank gilt der Förderung durch die Stiftungen Berneburg und Evidenz, die Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Rentenbank, die GLS Treuhand, die Software AG Stiftung und die Mahle Stiftung. Das nächste Modul des Kurses findet im April auf dem Dottenfelderhof statt. Thema wird die Frage nach der Unternehmensführung sein. Wer Interesse an dem Kurs hat, teilnehmen möchte oder den Kurs mit einer Spendenpatenschaft fördern möchte, nehme Kontakt auf zu  Simone Helmle, akademie[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de