Bodenmarkt und neue Eigentumsformen im Ökologischen Landbau

Studie: Land[frei]kauf


Im Kontext einer krisenhaften Zuspitzung der Situation an den landwirtschaftlichen Bodenmärkten wurde 2012 im Auftrag der International Biodynamic Association (IBDA) eine Studie erarbeitet. In der Studie vorgestellte und analysierte Initiativen zum »erneuten Bodenfreikauf« im ökologischen und biologisch-dynamischen Landbau zielen darauf ab, Alternativen zur familiengebundenen Vererblichkeit zu aufzuzeigen und den Boden von Spekulationsinteressen zu befreien. Durch eine Bestandsaufnahme der Situation am Bodenmarkt in Deutschland wird klar, dass die Betriebe im Durchschnitt 60 % Pachtland mit steigender Tendenz bewirtschaften. Dabei weisen die landwirtschaftlichen Bodenpreise in Deutschland regional große Unterschiede auf und sind seit 2007 stark angestiegen. Ursachen hierfür sind die anhaltende Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen, der Biogas- Boom, im Osten die Privatisierungspolitik der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, aber im hohen Maße auch die Bodennachfrage von außerlandwirtschaftlichen Käufern zur Geldanlage angesichts der anhaltenden Weltfinanzkrise. Dadurch haben sich die Verkehrswerte von den landwirtschaftlichen Ertragswerten immer weiter abgelöst, und weder ökologische noch die meisten konventionellen Betriebe (ausgenommen Biogas) können einen Flächenkauf aus landwirtschaftlichen Erträgen finanzieren. Die Ergebnisse einer im Rahmen der Studie durchgeführten Befragung bei 78 Demeter und Biolandbetrieben in ganz Deutschland zum Bodenmarkt in ihrem betrieblichen Umfeld und dessen Entwicklung (Kauf und Pacht) zeigen eine hohe Betroffenheit durch stark steigende Preise verbunden mit der Notwendigkeit, in den kommenden 5 bis 10 Jahren Pachtflächen erwerben zu müssen,die auf den Markt kommen, um den Betrieb langfristig zu sichern. Verpächter und auch Verkäufer ist in großer Mehrheit die 1. oder 2. Erbengeneration ehemaliger Landwirte vor Ort.

22.11.2012
Studie: Land[frei]kauf
Bodenmarkt und neue Eigentumsformen im Ökologischen Landbau

Im Kontext einer krisenhaften Zuspitzung der Situation an den landwirtschaftlichen Bodenmärkten wurde 2012 im Auftrag der International Biodynamic Association (IBDA) eine Studie erarbeitet. In der Studie vorgestellte und analysierte Initiativen zum »erneuten Bodenfreikauf« im ökologischen und biologisch-dynamischen Landbau zielen darauf ab, Alternativen zur familiengebundenen Vererblichkeit zu aufzuzeigen und den Boden von Spekulationsinteressen zu befreien. Durch eine Bestandsaufnahme der Situation am Bodenmarkt in Deutschland wird klar, dass die Betriebe im Durchschnitt 60 % Pachtland mit steigender Tendenz bewirtschaften. Dabei weisen die landwirtschaftlichen Bodenpreise in Deutschland regional große Unterschiede auf und sind seit 2007 stark angestiegen. Ursachen hierfür sind die anhaltende Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen, der Biogas- Boom, im Osten die Privatisierungspolitik der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, aber im hohen Maße auch die Bodennachfrage von außerlandwirtschaftlichen Käufern zur Geldanlage angesichts der anhaltenden Weltfinanzkrise. Dadurch haben sich die Verkehrswerte von den landwirtschaftlichen Ertragswerten immer weiter abgelöst, und weder ökologische noch die meisten konventionellen Betriebe (ausgenommen Biogas) können einen Flächenkauf aus landwirtschaftlichen Erträgen finanzieren. Die Ergebnisse einer im Rahmen der Studie durchgeführten Befragung bei 78 Demeter und Biolandbetrieben in ganz Deutschland zum Bodenmarkt in ihrem betrieblichen Umfeld und dessen Entwicklung (Kauf und Pacht) zeigen eine hohe Betroffenheit durch stark steigende Preise verbunden mit der Notwendigkeit, in den kommenden 5 bis 10 Jahren Pachtflächen erwerben zu müssen,die auf den Markt kommen, um den Betrieb langfristig zu sichern. Verpächter und auch Verkäufer ist in großer Mehrheit die 1. oder 2. Erbengeneration ehemaliger Landwirte vor Ort.