Unterschied von Bio zu Demeter

Demeter als Qualitätsführer

Unterschied von Bio zu Demeter

29.09.2011

Verbraucher wollen es ganz genau wissen. Sie fragen: Wie unterscheiden sich Bio-Waren im Discounter und Produkte mit dem staatlichen Bio-Siegel von Demeter-Nahrungsmitteln? Als Öko-Pionier seit über 80 Jahren nimmt der Verband Demeter die Qualitätsführerschaft im Bio-Bereich für sich in Anspruch. Das staatliche Bio-Siegel setzt nur das Mindestmaß fürs Öko-Essen. Demeter-Bauern und -Hersteller leisten mit der Biodynamischen Wirtschaftsweise erheblich mehr als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt. Das kommt der Qualität der Lebensmittel ebenso zu Gute wie der Umwelt.

Wesentliche Pluspunkte sind:

  • Gesamtbetriebsumstellung.
  • Obligatorische Tierhaltung.
  • 100 Prozent Bio-Futter: Mindestens 80 Prozent der Futterration für die Wiederkäuer und mindestens 50 Prozent des gesamten Tierfutters Demeter-Qualität. Mindestens 50 Prozent des Futters vom eigenen Hof.
  • Verzicht auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe.
  • Einsatz Biologisch-Dynamischer Präparate aus Kräutern, Mineralien und  Kuhmist.
  • Bio-Dynamische Saatgutzüchtung. Bei Getreide sind nur samenfeste Sorten zugelassen, weder Hybriden noch Sorten aus Zellfusionstechnik sind erlaubt.
  • Nur 13 absolut notwendige Zusatzstoffe sind in der Verarbeitung erlaubt. Jodierung, Nitritpökelsalz und so genannte natürliche Aromen sind verboten. Ausschließlich Aromaextrakte sind zugelassen. Die EU-Bio-Verordnung erlaubt noch 47 umstrittene Zusatzstoffe, die bei Demeter tabu sind.

Unterschiede zwischen neuer EU-Öko-Verordnung und Demeter-Richtlinien

Stand: 08.04.2014

 

 

EU Öko Verordnung

Demeter

Umstellung

  • Teilumstellung möglich.
  • Ökologische und konventionelle Bewirtschaftung auf einem Betrieb möglich.
  • Gesamtbetriebsumstellung.
  • Ausschließlich biologisch dynamische Bewirtschaftung für den gesamten Betrieb.
  • Für landwirtschaftliche Betriebe ist Tierhaltung obligatorisch.

Umstellungs-zeitraum

  • Jährige Kulturen
    • Ernte: 12 Monate nach Umstellung = „in Umstellung“.
    • Aussaat: 24 Monate nach Umstellung = „Öko“.
  • Dauerkulturen (außer Grünland).
  • Nach mind. 3-jährigerer zertifizierter Öko-Bewirtschaftung kann im 4. Jahr bei erfolgter biologisch-dynamischer Bewirtschaftung mit Präparate- Einsatz die Demeter- Anerkennung erteilt werden.

Zertifizierung

  • Jährliche EG- Bio-Kontrolle auf jedem Betrieb.
  • Jährliche EG Bio- Kontrolle und Verbands-Kontrolle auf jedem Betrieb.
  • Zusätzlich: Jährliche Betriebs- Entwicklungsgespräche sind obligatorisch. 

Hier finden Sie die Richtlinien für Demeter-Erzeuger.
Hier finden Sie die Richtlinien für Demeter-Verarbeiter.

 

EU Öko Verordnung

Demeter

Tierhaltung

  • Tierhaltung nicht vorgeschrieben.
  • Tierbesatz ist an Flächen gebunden.
  • Landwirtschaftlicher Organismus: Tierischer Dünger wird in diesen Fällen über Betriebskooperationen bezogen.
    • Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe ist vorgeschrieben.
    • Mindestens 0,2 RGV/ha (Raufutterfressende Großvieheinheiten = Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde) oder Kooperation mit Demeter-Betrieb mit Tierhaltung.
    • Tierbesatz ist an Flächen gebunden.
    • Gartenbau und Obstanbau (Sonderkulturen) ohne Viehhaltung ist bei intensiver Kompostwirtschaft zulässig.

Tierschutz

  • Die Enthornung ist grundsätzlich zulässig.
  • Enthornte Tiere dürfen nicht gehalten werden.
  • Enthornung ist nicht zulässig.
  • Hörnertragende Rassen sind für Milchvieh vorgeschrieben.
  • Genetisch hornloses Milchvieh ist nicht erlaubt.
  • In Zusammenarbeit mit Bioland und Naturland wird zustätzlich auf Tierwohl kontrolliert

Tiertransporte

  • Tiertransporte sollten mit wenig Stress einhergehen.
  • Tiere dürfen weder mit Stromstößen getrieben werden noch mit allopathischen Beruhigungsmitteln behandelt werden.
  • Kurze Transportwege sowie der Transport von Schlachtkörpern sind anzustreben.
  • Entfernung zur Schlachtstätte nicht mehr als 200 km.

Zukauf von Mischfutter

  • Futtererzeugung vom eigenen Hof ist nicht eindeutig vorgeschrieben, wobei eine standortunabhängige Tierhaltung möglich ist.
  • Weitreichende Liste von Futtermitteln die zugekauft werden könne: ca. 80 Produkte.
  • Zugelassen sind z.B. konventionelles Soja und Trester aus Zitrusfrüchten.
  • Konventionelle Futtermittel bei Schweinen und Geflügel bis max. 10 %.
  • Bei Rindern, Ziegen und Schafen sind 0 % konv. Futter zugelassen.
  • Der Zukauf von Futtermitteln ist nicht geregelt.
  • Mind. 50 % des Futters müssen vom eigenen Betrieb oder Betriebskooperation stammen (Im Mittel über alle Tierarten).
  • 50 % der Tagesration muss Demeter-Futter sein.
  • 2/3 der Jahresration muss Demeter- Futter sein.
  • Max. 1/3 der Jahresration darf "In Umstellung auf Demeter", max. 20 % darf Ökofutter sein.
  • Geflügel: max. 30 % Öko-Futter.
  • Schweine und Geflügel bei nachgewiesener Nicht-Verfügbarkeit: max. 50 % Öko-Futter.
  • Mischfutter: Zukauf nur von vom Demeter e. V. zugelassenen Anbietern.
  • Alle Komponenten des Mischfutters müssen  Bio-zertifiziert sein. (Öko-zertifiziertes Mischfutter kann konventionelle Komponenten enthalten, das ist bei Demeter nicht zulässig.)

Zugelassene konventionelle Futtermittel

  • Bei Nichtverfügbarkeit ökologischer Herkünfte sind ca. 80 Produkte konventioneller Herkunft zugelassen (z.B. konventionelles Soja und Trester aus Zitrusfrüchten).
  • Der Höchstanteil an konventionellem Futtermittel beträgt bei Schweinen und Geflügel max. 5% (10% bis Ende 2009), bei Rindern, Ziegen und Schafen 0%.
  • Mischfutter darf konventionelle Komponenten enthalten.
  • Kompromissloser Einsatz von 100 % Biofutter für alle Tierarten.
  • Angestrebt wird 100 % Futter aus biologisch-dynamischer Erzeugung.
  • Vorgeschrieben ist der Anteil biodynamischer Futterkomponenten (s.o. "Zukauf von Mischfutter).
  • Kein konventionelles Futter erlaubt.
  • Bio-Mischfutter nur ohne konventionelle Komponenten erlaubt.

Silagefütterung

  • Ist nicht geregelt.
  • Die ausschließliche Fütterung mit Silage ist verboten.

Grünfütterung

  • Ist nicht geregelt.
  • Im Sommer muss > 50% Grünfutter gegeben werden (Futteraufnahme über Weidegang anzustreben).

Heufütterung

  • Ist nicht geregelt.
  • Im Winter soll ein möglichst hoher Anteil Heu gegeben werden (Kühe und Pferde min. 3kg/Tier/Tag, Kleinwiederkäuer weniger).

Umstellungsfutter

  • 100 % Umstellungsfutter aus eigener Erzeugung ist zulässig.
  • Max. 30 % Umstellungsfutter vom eigenen Betrieb ist zulässig.

 

 

EU Öko Verordnung

Demeter

Pflanzenschutz

  • Pyrethroide dürfen eingesetzt werden.
  • Kupfereinsatz max. 6 kg/ha/Jahr gemäß den Pflanzenschutzbestimmungen.
  • Hydrolisiertes Eiweiß ist zulässig.
  • 10% Biodiversität auf allen Betrieben
  • Pyrethrine nur im Gartenbau und Dauerkulturen, jedoch nicht bei der Pilzerzeugung.
  • Max. 3 kg Kupfer/ha/Jahr nur in Dauerkulturen (Weinbau, Obstbau, Hopfenbau), Kupfereinsatz bei Kartoffeln und Tomaten nicht zugelassen.
  • Hydrolisiertes Eiweiß ist nicht zulässig.
  • Biodynamische Kompost-, Spritz- und Fladenpräparate sind vorgeschrieben, um die Pflanze und den Boden zu stärken.
  • 10% Biodiversität auf allen Betrieben

Saatgut, Sorten, Züchtung

  • Chemisch-synthetisch behandeltes Saatgut ist seit 2004 grundsätzlich nicht mehr erlaubt.
  • Hybriden, Züchtungstechnik nicht geregelt.
  • Keine Hybridsorten im Getreidebau (Ausnahme: Mais).
  • Keine Hybridzucht und keine Hybridvermehrung auf Demeter-Betrieben.
  • Keine CMS-Sorten aus Protoplasten / Cytoplasten-Fusion (künstliche Fusion zwischen verschiedenen Pflanzenarten im Grenzbereich zur Gentechnik).
  • Saat- und Pflanzengut soll aus biodynamischer Züchtung und Vermehrung stammen und wenn nachweisbar nicht verfügbar, aus ökologischer Herkunft oder wenn ebenfalls nachweisbar nicht verfügbar auch nicht gebeitztes konventionelles Saatgut.

 

 

EU Öko Verordnung

Demeter

Kennzeichnung

  • 95 % der Zutaten müssen ökologischen Ursprungs sein, damit das „Bio-Logo“ geführt werden darf.
  • Ausnahmen gibt es nur bei einer Nichtverfügbarkeit von Zutaten in Bioqualität.
  • Min. 95 % der Zutaten müssen ökologischen Ursprungs.
  • Min. 90 % der Zutaten müssen aus Demeter-Herstellung sein, damit das Demeter-Markenzeichen geführt werden darf.
  • Bei nachweislicher Nichtverfügbarkeit von Demeter-Produkten können ökologische Zutaten mit einer im Einzelfall zu erteilenden befristeten Ausnahmegenehmigung ersetzt werden.

Zusatzstoffe in Lebensmitteln

  • Ca. 45 Zusatzstoffe sind zulässig.
  • Positivliste regelt deren Einsatz, aber weniger produktspezifisch wie bei den Verbänden.
  • Erlaubt sind auch isolierte Enzyme und Nitritpökelsalz.(Vergleich: in konv. Verarbeitung ca. 350 Zusatzstoffe zulässig).
  • 13 Zusatzstoffe erlaubt.
  • Für jedes Lebensmittel nur explizit erlaubte Zusatzstoffe.
  • Nitritpökelsalz und isolierte Enzyme sind nicht erlaubt. Natürliche Enzyme (z.B. Sauerteig) sind Zugelassen
  • Es sind nur Aromaextrakte der namensgebenden Pflanze erlaubt, wie z. B. reine ätherische Öle oder reine Extrakte mit Rohstoffidentität.
  • "Natürlichen Aromen“ (z.B. Erdbeeraroma aus mikrobieller Erzeugung auf Sägemehl) sind nicht erlaubt, auch wenn sie als "unbedenklich gelten (z.B. Zitronensaft anstatt chemische Zitronensäure).

    Brot

    • Fertigbackmischungen und Aufbackbrote sind erlaubt
    • Weder Fertigbackmischungen noch Aufbackbrote sind erlaubt.

    Allgmein

    • Verfahren wie Homogenisierung von Milch, UHT und Antischäumgunsmittel im Prozesswasser bei der Verarbeitung von Kartoffeln ist erlaubt
    • Unnötige unf für die Produkte schadende Verfahren und Prozesshilfsstoffe sind ausgeschlossen (z.B. Homogenisierung von Milch, UHT, Antischäumungsmittel im Prozesswasser bei der Verarbeitung von Kartoffeln)